"Neues Tor zur Innenstadt"

"Ein Traum ist Beton geworden"

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Am vergangenen Freitag wurde in Marktoberdorf Richtfest in der Ruderatshofener Straße gefeiert. Das neue Ärztehaus soll den Gesundheitsstandard der Kreisstadt ab August 2016 verstärken, nachdem das Krankenhaus 2013 geschlossen wurde.

Marktoberdorf – Ein Richtfest der besonderen Art gab es am vergangenen Freitag in Marktoberdorf. Denn gefeiert wurde die Errichtung des neuen Ärztehauses.

Nach vielen Querelen um die Schließung des örtlichen Krankenhauses sei dies zwar kein Ersatz, aber doch eine Einrichtung, die „in Sachen ambulanter Versorgung einer Klinik in nichts nachstehen soll“, wie Dr. Hans Marcel Breitruck in seiner Ansprache vor den Gästen betonte. 

Breitruck ist geschäftsführender Gesellschafter der Medicum Marktoberdorf GmbH, die wiederum als Bauherrin für das neue Ärztehaus fungiert. „Es gab eine Zeit, da hat niemand daran geglaubt, dass das Ärztehaus wirklich kommt. Und heute feiern wir Richtfest“, so Breitruck. Wie es dazu kam, darüber gab der Marktoberdorfer Orthopäde im Anschluss einen kleinen Rückblick. 

So habe man bereits seit 2010 und 2011 überlegt, wie eine Nachfolgestruktur für das Marktoberdorfer Klinikum geschaffen werden könnte. Das alte Krankenhaus-Gelände sei für eine solche Lösung allerdings nie anvisiert worden, da es zu weit am Stadtrand liege. 

Nachdem man mit dem Grundstück in der Ruderatshofener Straße in unmittelbarer Nachbarschaft des Landratsamtes von der Stadt eine geeignete Fläche ins Auge habe fassen können, sei 2013 die Medicum GmbH gegründet worden. „Jetzt ist der Traum Beton geworden“, freut sich Breitruck. Auf einer Gesamtfläche von rund 3800 Quadratmetern auf vier Etagen sollen den Bürgern voraussichtlich ab August 2016 Arztpraxen, eine Apotheke, ein Sanitätshaus und ein Café zur Verfügung stehen. 

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Hannig betonte die positive Funktion des Neubaus als „Aufwertung des Stadtbilds“ und „neues Tor zur Innenstadt“ in direkter Bahnhofsnähe. Landrätin Maria Rita Zinnecker fügte hinzu, der Gesundheitsstandard in Marktoberdorf werde mit dem neuen Ärztehaus intensiv gestützt und gestärkt und wünschte den Handwerkern eine weitere „sichere Bauphase“. 

Den Richtspruch bekamen die dutzenden Anwesenden übrigens von einem echten „Profi“ vorgetragen: Karl Straub (78) ist zwar schon seit 14 Jahren im Ruhestand, wird aber für Richtsprüche von seinem früheren Arbeitgeber, der Baufirma Reisch, immer wieder dazugeholt. „Dichten habe ich schon in jungen Jahren für mich als Hobby entdeckt“, verrät er. Beim Marktoberdorfer Ärztehaus sagte er unter anderem: „Und auch im Gesundheitswesen – wenn es uns auch nicht gefällt – wird gekehrt mit hartem Besen“.

von Michaela Frisch

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