Im Rollstuhl ins Ziel

Aktionstag im Heinzelmannstift gibt Impulse zum Thema „Behinderung verstehen“

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Beim Aktionstag konnten Besucher selbst erfahren, wie die Welt aus Sicht eines Rollstuhlfahrers aussieht.

Kaufbeuren – Auf dem Rollstuhl die Umgebung erkunden und dabei einen neuen Blickwinkel einnehmen konnten die Besucher am vergangenen Mittwoch im Rahmen des Aktionstags „Selbst (er-)fahren – Behinderung verstehen, Inklusion fördern“, der im Heinzelmannstift stattfand. Die bekannte Referentin Beate Schaffelhuber gab Einblicke in den Alltag von Menschen mit Behinderung.

Den Aktionstag veranstaltete die Allgäu-Akademie gemeinsam mit dem Heinzelmannstift und der Lebenshilfe Ostallgäu.

Die Besucher hatten die Möglichkeit, Dinge aus einer anderen Perspektive zu erleben und im Rollstuhlparcours auszuprobieren, wie es sich anfühlt, über Rampen zu fahren, von dieser Position aus Türen zu öffnen, Hindernisse zu überwinden und verschiedene Untergründe zu befahren.

Die Rollstuhlprojekte von Schaffelhuber, die als Krankenschwester und Übungsleiterin für Rollstuhlsport beim Deutschen Rollstuhlsportverband tätig ist, haben zum Ziel, die Menschen zu sensibilisieren und Berührungsängste abzubauen. Das, was sie erreichen will, ist die Außenwahrnehmung zu ändern, sodass „in erster Linie der Mensch, nicht der Behinderte gesehen wird“. Denn diese voreingenommene Sicht führe oft zu achtlosem Verhalten im Umgang mit gehandicapten Personen: Eine gut gemeinte aber ungefragte Hilfestellung kann einen Eingriff in die Eigenbestimmtheit bedeuten. Menschen mit Behinderung, egal ob Kind oder Erwachsener, so Schaffelhuber, haben „keine Schutzzone nötig – sie müssen schließlich lernen, sich zu behaupten wie jeder andere auch“. Sie selbst empfindet die Erfahrungen, die sie durch ihre private und berufliche Lebenssituation mit Menschen mit Handicap gemacht hat, als „große Bereicherung“.

Beim Aktionstag konnten Besucher selbst erfahren, wie die Welt aus Sicht eines Rollstuhlfahrers aussieht.

Auch ihre Tochter Anna Schaffelhuber, die im Monoskibob als mehrfache Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics unterwegs ist, möchte durch ihre Öffentlichkeitsarbeit gerne etwas zurückgeben.

Beate Schaffelhuber rief zu genereller Rücksichtnahme auf und will auch künftig mithilfe solcher Aktionen zu einer veränderten Perspektive beitragen, damit Teilnehmer für sich im Rollenspiel erfahrbar machen, dass der Rollstuhl letztlich „nur eine Art der Fortbewegung ist – die Person darin aber die gleiche bleibt“.

von Mahi Kola

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