Dr. Hans Riegel-Fachpreis: Abiturient aus Ronsberg räumt den 1. Platz ab

Ausgezeichneter Tüftlergeist

Alexander Volk
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Alexander Volk freute sich kürzlich über die Urkunde und den Pokal der Dr. Hans Riegel-Stiftung, die er für seine herausragende W-Seminararbeit erhalten hatte.

Ronsberg – Alexander Volk aus Ronsberg ist einer der Gewinner des Dr. Hans Riegel-Fachpreises. Die gleichnamige Stiftung prämiert in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg W-Seminararbeiten von Abiturienten für besonders gute wissenschaftliche Leistungen.

nsgesamt wurden elf Arbeiten in den Fächern Chemie, Geografie, Informatik und Physik gewürdigt, wobei nach Platz eins, zwei und drei unterschieden wurde. Coronabedingt fand die Verleihung der Fachpreise am 9. Juli in einer Online-Veranstaltung statt. Die Jury setzte sich dabei aus Forscherinnen und Forschern der Universität Augsburg zusammen und bewertete die Arbeiten nach wissenschaftlichen Kriterien. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf kreativen Themenstellungen und einem praktischem Eigenanteil, bei dem ein hohes Maß an Experimentierfreude vorausgesetzt wird. Mit dem Preis soll der Forschergeist sowie die Neugier der Schüler geweckt und gefördert werden, erklärt Prof. Dr. Malte Peter, Vizepräsident der Universität Augsburg. Und an Neugier mangelte es Alexander Volk, der am Mindelheimer Maristenkolleg sein Abitur gemacht hat, sicherlich nicht. Denn bereits vor seiner Teilnahme an dem Wettbewerb hielt ihn sein Tüftlergeist auf Trab.

„Industrie 4.0“ – Potentiale und Grenzen: Qualitätskontrolle mithilfe künstlicher Intelligenz im Kontext von Industrie 4.0“ – so lautete der Seminararbeitstitel des Ronsbergers, der in diesem Jahr sein Abi gemacht hat. Mit der Idee des Rahmenthemas hatte Seminarleiter Stefan Pohle bei seinem Schüler offene Türen eingelaufen. (Anmerkung der Redaktion: Industrie 4.0 umfasst die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen in der Industrie mit Hilfe von Informations-und Kommunikationstechnologie). Qualitätskontrollen mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz durchzuführen, fand der 18-Jährige äußerst spannend. Mit der Software DeepLearningStudios erstellte Volk ein neuronales Netz und trainierte die künstliche Intelligenz. Aus einer frei zugänglichen Online-Datenbank verwendete er 3000 Bilder von Impellern für Pumpen. Die KI sollte lernen, fehlerhafte Einzelteile zu erkennen. Vorab wurde sie mit rund 1500 Fotos von makellosen Impellern gespeist, was als „überwachtes Lernen“ bezeichnet wird. Dabei lernte die KI auch unabhängig von Lichtverhältnissen oder der Größe der Aufnahme die Einzelteile als fehlerfrei zu klassifizieren.

Mit dem antrainierten Wissen war die Grundlage zur Lokalisierung von Fotos mit fehlerhaften Impellern geschaffen. „Je mehr Fotos die KI auswertet, desto zuverlässiger arbeitet sie“, erläutert Volk. Das Potenzial bei Qualitätskontrollen durch künstliche Intelligenzen liege klar in der Einsparung menschlicher Arbeitskräfte und der Genauigkeit bei der Fehlerlokalisierung. Doch je komplexer die zu untersuchenden Einzelteile sind, desto mehr Hardware werde benötigt. Deshalb sei diese Vorgehensweise eher für Teile der Massenproduktion geeignet, so Volk. Auch das hat der Abiturient in seiner Arbeit anschaulich dargestellt.

Als der Brief mit der Benachrichtigung über seine Prämierung bei ihm einging, wusste er noch nicht, welchen Platz er belegt hatte. Umso größer war die Überraschung, als bekannt wurde, dass er mit Platz 1 unter den Besten war. Das Preisgeld von 600 Euro will der Abiturient in eine wertige Uhr investieren. Darüber wird sich sicherlich auch sein künftiger Arbeitgeber, die Mindelheimer Firma Grob, freuen, denn Pünktlichkeit gehört zu den Primärtugenden aller Auszubildenden. Am 1. September beginnt Volk sein duales Studium: Maschinenbau, versteht sich. Auch hier kommt dem Abiturienten sein Tüftlergeist sicher zugute.

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