Altaktenvernichtung Teil II

Rotary Club darf zwölf Tonnen abgelaufene Unterlagen der Sparkasse entsorgen

Rotaryclub Kaufbeuren Ostallgäu : Winfried Mayer, Vinh Thuan La und Pastpräsident Dr. Christoph Ebert
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Freiwillige Helfer vom Rotaryclub Kaufbeuren Ostallgäu sind mit Spaß bei der Knochenarbeit (v. li.): Winfried Mayer, Vinh Thuan La und Pastpräsident Dr. Christoph Ebert.

Kaufbeuren – Inzwischen bereits zum fünften Mal hat der Rotary Club (RC) Kaufbeuren Ostallgäu kürzlich mit Unterstützung der Firma Dorr und der Stadt in der Kaiser-Max-Straße vor der Dreifaltigkeitskirche Altakten vernichtet. Die Kaufbeurer haben wieder über vier Tonnen Altpapier zur sicheren Entsorgung gebracht. So kamen gut 4500 Euro Spenden für den Bau eines Kindergartens in Nepal zusammen. Heuer ging die Aktion am vergangenen Freitag sogar in eine zweite Runde: Die Altakten aus dem Archivkeller der Sparkassenfiliale im Haken mussten weggeschafft werden.

Weil die schon seit über fünf Jahren leer stehende Filiale abgerissen werden soll, mussten die Akten raus. Die Sparkasse will, da kein Nachmieter gefunden wurde, an dieser Stelle ein familientaugliches Mietshaus errichten. „Die Nachbarschaft zu Grund- und Realschule ist dafür ideal und die Anwohner sind über die Pläne informiert“, erklärte Sparkassen-Vorstandsmitglied Angelo Picciero, der in seiner gleichzeitigen Eigenschaft als Rotarier tatkräftig beim Räumen des Papiers mit Hand anlegte.

24 freiwillige Helfer vom RC sowie etliche Sparkassen-Mitarbeiter waren in anderthalbstündige Schichten eingeteilt. Die Helfer im Keller schichteten die Akten aus den endlos erscheinenden, beweglichen Archivregalen zum Transport in Kartons und brachten sie auf Rollbrettern zum Möbellift an der Kellertreppe. Oben lud sie das nächste Team erneut auf Rollbretter und fuhr sie zum Dorr-Container. Dort leerte sie die dritte Gruppe schließlich unzeremoniell hinein. „Ungefähr zehn bis zwölf Tonnen abgelaufene Unterlagen lagern in dem Archivkeller“, schätzte Vinh Thuan La vom RC, der die Aktenvernichtungs- Aktion 2016 initiiert hatte. Genaues wisse man aber erst, wenn die Akten bei Dorr gewogen und vernichtet wurden.

Gute Organisation der gesamten Aktion

Trotz der Ehrenamtlichkeit der Helfer war die Arbeit mit allen denkbaren Hilfsmitteln professionell durchorganisiert. Neben den Rollbrettern, unzähligen Umzugskartons und dem Möbellift standen für die Helfer Arbeitshandschuhe, FFP2-Masken, Desinfektionsmittel und diverse Getränke bereit. Es waren Einbahnwege für den Transport der vollen und den Rücktransport der leeren Kartons vorgesehen, und am Ende jeder Schicht wurden die Helfer verpflegt. „Wer so hart arbeitet, soll auch essen“, hatte sich Pastpräsident Dr. Christoph Ebert gedacht, zusammen mit seiner Frau das Catering gespendet und als improvisiertes Buffet auf leeren Kartons aufgebaut.

Ohne die Aktion der Rotarier hätte die Sparkasse professionelle Aktenvernichter angeheuert, was ungefähr 2000 bis 3000 Euro gekostet hätte. Das lassen sie nun den Rotariern zukommen. Der RC wollte jedoch nicht mit der Firma Dorr in Konkurrenz treten, weil Dorr jedes Jahr die RC-Aktenvernichtungsaktion am Neptunbrunnen unterstützt. Daher hat man für den guten Zweck einen Kompromiss gefunden: Dorr und Rotary teilen sich das Ergebnis, zu welchem noch der Erlös für das Altpapier hinzu kommt. Das sind derzeit immerhin bis zu 200 Euro pro Tonne.

Nebenbei hatten zwei Sparkassenmitarbeiter eine Wette um einen Kasten Bier laufen: Jürgen Marx wettete, dass der Keller am Ende des Tages leer ist. Michael Stadler hielt dagegen, dass das aufgrund der schieren Menge nicht zu schaffen sei. Souverän gewonnen hat Herr Marx – schon nach der dritten Schicht waren alle zu entsorgenden Akten in den Container geschafft, sodass die letzte Schicht nur noch aufräumen musste. Der Container war randvoll, nicht ein weiterer Karton hätte hineingepasst. Da das Ganze so hervorragend geklappt hatte, plant die Sparkasse bereits die nächste Ausräumaktion mit den Rotariern

Auf jeden Fall gewonnen haben jedoch die regionalen Hilfsprojekte des RC: Ihnen kommt der Erlös für diese Aktion zugute.

Ingrid Zasche

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