Die Zukunft wird spannend

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Buchloes Bürgermeister konnte 2015 viel bewegen. Allerdings stimmen auch die Finanzen der Stadt. Darum beneiden ihn viele seiner Amtskollegen – nicht nur in Bayern.

Buchloe – Auf drei eng beschriebenen Seiten hat Josef Schweinberger seinen Jahresrückblick für das Jahr 2015 zusammengefasst. Viele Punkte aus der Arbeit des Rathauschefs sind verwaltungstechnische Routine und tauchen in jedem Jahr im Rückblick auf.

Planmäßige oder auch außerplanmäßige Sanierungen von Straßen oder Schulen gehören ebenso dazu wie Kanalsanierung oder Ersatzbeschaffungen für die Feuerwehr. Diese Maßnahmen alleine bringen aber eine Kommune nicht weiter. Das weiß Schweinberger, das wissen aber auch die meisten Stadträte.

Allen ist mehr oder weniger klar, auf Buchloe kommen in den nächsten Jahren eine Reihe Unwägbarkeiten zu, für die es gilt, neue Konzepte zu entwickeln. Damit ist nicht nur die Integration von Flüchtlingen gemeint. Große Sorgen bereitet dem Rathauschef auch der örtliche Einzelhandel. Viele Geschäftsinhaber beklagen die Konkurrenz durch das Internet. Die Stadt alleine kann das Kaufverhalten der Bürger nicht beeinflussen. Die Zukunft wird spannend.

Hier ist unter anderem auch der örtliche Gewerbeverein unter der Leitung von Niko Stammel gefordert. Mit ihren Aktionen „buy local“ und den Einkaufsgutscheinen ist der Gewerbeverein schon auf einem guten Wege, Kaufkraft in der Stadt zu halten. Dazu tragen dann auch die Veranstaltungen des Gewerbevereins bei, beispielsweise die „Nacht der Lichter“ und die „Lange Sommernacht“. An diesen Veranstaltungstagen haben die Buchloer Geschäfte abends lange auf. Ob das alles ausreicht, muss man abwarten. Sicherlich müssen sich auch die Händler Strategien überlegen, Kunden vom Internet in ihr Geschäfts zu locken oder selbst im Internet als Konkurrent mit auftreten. „Alles, was Buchloe attraktiv macht, hilft uns“, sagte der Rathauschef im Gespräch mit unserer Zeitung. Dazu zählen natürlich auch Veranstaltungen des Gewerbevereins wie das Stadtfest oder der Christkindlmarkt.

Buchloe verändert sich, eher unmerklich, aber trotzdem sichtbar. Wer von der Bahnhofstraße in Richtung Bahnhof schaut, dem fällt das neue markante Bahnhofsgebäude sofort ins Auge. Es ist allerdings nur der erste Schritt zu einer Umgestaltung, die das Ziel hat, Buchloe noch attraktiver zu machen. Der nächste Schritt ist die Entkernung des ehemaligen Postgebäudes, in dem die VHS untergebracht ist, besser gesagt, untergebracht war. Im Frühjahr beginnen die Bauarbeiten. Während der Bauphase finden die Kurse der Volkshochschule im Gymnasium statt. Nicht nur innen wird alles neu. Auch die Außenfassade erhält ein neues Gesicht, Faceliftung sozusagen. Wenn alles im Jahr 2017 fertig ist, werden dort nicht nur die Volkshochschule einziehen, sondern auch die Stadtbücherei, die bisher in einem Nebengebäude des Rathauses residierte. Dann kann auch der Bahnhofsvorplatz in Angriff genommen werden. Geht es nach dem Buchloer Stadtrat, soll der Bahnhofsvorplatz die „gute Stube“ der Stadt werden. Neben der „Neuen Mitte“ als Einkaufszentrum entsteht rund um dem Bahnhof ein neuer attraktiver „Hot Spot“.

Entscheidend geprägt werden wird das Bahnhofsbild vom zukünftigen Omnibusbahnhof, der in Richtung Löwengrube entstehen soll. Allerdings beginnen die Planungen noch einmal von vorne, da nicht klar ist, ob man vier oder sechs Bushaltestellen braucht. Den Baubeginn im Jahr 2017 sollte das aber nicht gefährden.

Buchloe wächst weiter. Die Einwohnerzahlen steigen und die Geburtenzahlen steigen, sagte der Rathauschef. Für die Bauplanung der Stadt hat Schweinberger zwei Devisen herausgegeben: Nachverdichten im Innenstadtbereich und neue Baugebiete am Ortsrand ausweisen. Das hat natürlich auch Konsequenzen für die Planung von Kindergärten oder Schulen. Die Stadt investiert gegenwärtig in den Neubau eines Kindergartens im Osten an der Bürgermeister-Förg-Straße. Bereits im Mai 2016 sollen drei Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen dort einziehen. Drei Millionen Euro kostet diese Maßnahme (wir berichteten).

Damit nicht genug. Die bestehenden Kindertageseinrichtungen stehen auf der Sanierungsliste. St. Antonia soll noch 2016 und der Franziskus Kindergarten danach in Angriff genommen werden. Die Förderanträge beziehungsweise die Verfahren sind eingeleitet. Das kostenträchtigste Projekt, das auf Schweinbergers Liste steht, ist die Sanierung des Hallenbades. Hier rechnet der Rathauschef mit Kosten in der Größenordnung von 5,5 Millionen Euro. An Fördermittel erwartet er 1,6 Millionen Euro. Neben diesem Großprojekt kommen weitere kleinere. Trotz der Ausgaben müssen sich Buchloes Bürgermeister und sein Kämmerer Dieter Streit keine Sorgen um die Finanzen machen. Der Haushalt ist solide, die Steuereinnahmen waren höher als erwartet und die Zinsen sind weiterhin niedrig. Obendrauf soll es eine dicke Steuernachzahlung gegeben haben.

Da kann man schon einmal darüber nachdenken, wie man seine Stadt weiter entwickeln kann. Bauprojekte alleine sind es nicht, die den Bürgermeister umtreiben. Eine Vision ist, die Qualität in den Kindergärten zu verbessern – durch kleinere Gruppen.

Privat ist der Bürgermeister unter die Traktorbesitzer gegangen. Von seinem Schwiegervater hat er einen „John Deere“ geschenkt bekommen, den er in diesem Jahr restauriert hat. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Schweinberger durch die Stadt fährt. Vielleicht kann er mit seinem Traktor zur Verkehrsberuhigung beitragen, lästert schon die politische Konkurrenz.

von Siegfried Spörer

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