Ortsumfahrung: Marktoberdorf und Bertoldshofen dürfen wieder hoffen

Innenminister glaubt an Realisierung

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Die geplante Umfahrung (rot markiert) um Marktoberdorf und Bertoldshofen.

Marktoberdorf – Die Umfahrung für Marktoberdorf und Bertoldshofen ist wieder in Sichtweite – das derzeit ruhende Verfahren wird wieder aufgenommen. Das erbrachte ein Gespräch von Landrätin Maria Rita Zinnecker und MdB Stephan Stracke (CSU) mit dem für Verkehr zuständigen Innenminister Joachim Herrmann in München.

„Diese Umfahrung ist wichtig und richtig. Für die Wiederaufnahme des Verfahrens haben meine Mitstreiter und ich gekämpft“, sagte die Landrätin und verwies auf die weiteren Ostallgäuer Politiker beim Gespräch. Nach München begleitet wurde Zinnecker neben Stracke, auch von den Landtagsabgeordneten Angelika Schorer (CSU) und von Dr. Paul Wengert (SPD) sowie Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und Biessenhofens Bürgermeister Wolfgang Eurisch. 

Laut Zinnecker sicherte Innenminister Herrmann zu, sich effektiv dafür einzusetzen, dass das seit Dezember 2012 beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ruhende Verfahren in der ersten Jahreshälfte 2015 wieder in Gang gebracht werde, um vollziehbares Baurecht zu erhalten. Nachhaltig vorangetrieben werde laut Zinnecker die Baureifeplanung durch die Oberste Baubehörde und das Staatliche Bauamt. 

Hierzu sei die Planung eines Tunnelentwurfs notwendig, zu dessen Vorbereitung eine Baugrunderkundung durch ein Ingenieurbüro in Auftrag gegeben werden soll, erklärte Stracke im Gespräch mit dem Kreisbote. Die Kosten hierfür bezifferte er auf rund eine halbe Million Euro. Auch der Grunderwerb für die Umsetzung des Projektes solle weitergeführt werden. 

Realisierung möglich 

Die Finanzierung sei abhängig vom Bund, der die Mittel bereitstellen muss. Innenminister Herrmann sicherte der Ostallgäuer Delegation die nötige Unterstützung zu, damit das Projekt auch weiterhin im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt wird und zeigte sich zudem zuversichtlich, dass eine Realisierung möglich sei. 

Als Finanzierungsperspektiven nennt der Innenminister unter anderem Mittel aus der bevorstehenden Einführung der Maut. „Der Minister will das nachhaltig voranbringen und der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Marktoberdorf zählen jetzt auf das Wort von Joachim Herrmann“, so Zinnecker. Laut Stracke käme für eine Finanzierung darüber hinaus auch das von Finanzminister Wolfgang Schäuble kürzlich angekündigte Investitionsprogramm über zehn Milliarden Euro in Frage. Eventuell werden hier auch Gelder für den Straßenbau zur Verfügung stehen, so Stracke: „Unser politisches Ziel muss es zudem sein, diesen zweiten Bauabschnitt im Bundesverkehrswegeplan zu halten“. 

So lange das Vorhaben keine Planreife habe, sei das Projekt dort auch nicht gesetzt, so der Bundestagsabgeordnete. Dies hätte auch ein Gespräch mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gezeigt, der ihm erklärte, dass man Gelder für Projekte, die noch keine Planreife hätten, nicht einfach vorhalten könnte. Hier gebe es einfach zu viele ähnlich gelagerte Anliegen, die sofort realisiert werden könnten. 

Im Juni beziehungsweise Juli hatten der Marktoberdorfer Stadtrat und der Ostallgäuer Kreistag jeweils eigene Resolutionen verabschiedet (wir berichteten), in denen sie Freistaat und Bund vehement dazu aufforderten, das Projekt Ortsumfahrung Marktoberdorf und Bertoldshofen zügig umzusetzen. Während die Wirtschaft in Landkreis Ostallgäu und Stadt Marktoberdorf wachse, stagniere der Ausbau der Infrastruktur, das müsse sich schnell ändern, so die Meinung der beiden Gremien. 

Für mehr Sicherheit 

Wie der Bundestagsabgeordnette Stracke im Gespräch mit dem Kreisboten erklärte, solle auch die unfallträchtige Bundesstraße 472 zwischen Bertoldshofen und Ob ausgebaut werden, „um die Sicherheit und Leistungsfähigkeit“ auf der rund 4,5 Kilometer langen Strecke zu erhöhen. Rund 7,6 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten. Die Mittel hierfür seien bereits gesichert. Stracke rechnet damit, dass im ersten Quartal 2016 für das „2+1-Ausbau-Konzept“ der Planfestellungsbeschluss gefasst werde. Mit einem Baubeginn rechnet er Ende 2016. Dies sei ein wichtiger Schritt, so der Bundestagsabgeordnete Stracke, da täglich über 7000 Fahrzeuge diesen gefährlichen Abschnitt befahren.  von Kai Lorenz

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