Gut für Mensch und Muschel

Runder Tisch zum Ettwieser Weiher: Gewässermanagementkonzept wird erarbeitet

+
Wie Artenschutz und Badespaß am „Ette“ in Einklang gebracht werden können, wurde am Runden Tisch besprochen.

Marktoberdorf – Wie können die im Ettwieser Bach vorkommende, geschützte Bachmuschel und die Eigenschaft des Ettwieser Weihers als Naherholungsgebiet in Einklang gebracht werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreter der Stadt Marktoberdorf, des Landratsamtes als Untere Naturschutzbehörde, des Wasserwirtschaftsamtes und des Fischereivereins Marktoberdorf in einem dreistündigen Gespräch am Runden Tisch.

„Es war ein sehr konstruktives Arbeiten. Wir sind uns alle darin einig, Naturschutz mit Bachmuschel und den traditionellen Badebetrieb unter einen Hut zu bringen“, resümierte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell das Gespräch vor wenigen Wochen.

Bekanntlich konnte der „Ette“ nach der Sanierung der Dämme und der Stauanlage zu Beginn der Badesaison nicht aufgestaut werden, weil wegen der Muschel der Abfluss aus dem Weiher in den Bach gewährleistet werden musste. Um den „Ette“ als Badestelle zu erhalten und einen Aufstau des Weihers zu fordern, startete die Initiative Stadtentwicklung Markt­oberdorf eine Unterschriftenaktion und generierte 3700 Unterschriften. Schließlich sorgte anhaltender Regen Mitte Juni dafür, dass sowohl der Weiher als auch der Bach genügend Wasser führten.

Auf hohe Niederschlagsmengen kann man jedoch gerade im Hinblick auf den Klimawandel nicht vertrauen. So wurde der Runde Tisch einberufen, um offene Fragen zu klären. Themen waren insbesondere der Zu- und Abfluss, die Häufigkeit und der Umfang des Abstaus im Herbst, der künftige Umgang mit dem Schlamm aus dem Ettwieser Weiher, der Umfang der fischereilichen Nutzung sowie die künftige Restwasserabgabe zu Normal- und zu Trockenwetterzeiten, sagte Martin Vogler, Leiter des Bürgermeisterbüros, dem Kreisbote. Einbezogen wurden auch vorab eingeholte Stellungnahmen der Regierung von Schwaben und des Fischereifachverbandes Bayern.

Die Teilnehmer am Runden tisch beschlossen, ein Gewässermanagementkonzept zu erstellen. Eine wesentliche Hilfe für Maßnahmen zum Schutz der Bachmuschel seien die Erkenntnisse aus dem aktuell vorliegenden Gewässerentwicklungskonzept, das dem Stadtrat im Juli in öffentlicher Sitzung vorgestellt wurde. Daraus ergeben sich laut Vogler Maßnahmen, die dem Habitat der Bachmuschel zuträglich sind, etwa zusätzliches Ufergehölz einzubringen und die Strömungsvielfalt im abfließenden Ettwieser Bach zu verbessern. Die Teilnehmer am Runden Tisch arbeiten aktuell fachlich auf, wie die künftige Bewirtschaftung des Weihers erfolgen soll. Weitere Schritte zur Erstellung des Gewässermanagementkonzeptes seien in Bearbeitung, so Vogler. Nähere Informationen werden im Lauf des Septembers erwartet.

von Martina Staudinger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Satzungsänderung für Bauvorhaben in der Eberle-Kögl-Straße beschlossen
Satzungsänderung für Bauvorhaben in der Eberle-Kögl-Straße beschlossen
Feierlicher ökumenischer Segen für Kaufbeurens neues Feuerwehrhaus
Feierlicher ökumenischer Segen für Kaufbeurens neues Feuerwehrhaus
Nach erneutem Streik: Busfahrer in Kaufbeuren warten weiterhin auf Reaktion
Nach erneutem Streik: Busfahrer in Kaufbeuren warten weiterhin auf Reaktion
Morgen fahren keine Schulbusse in Kaufbeuren
Morgen fahren keine Schulbusse in Kaufbeuren

Kommentare