Der Kreisbote hakt bei der Stadt Kaufbeuren nach

Rundwanderweg am Bärensee: Welche Einschränkungen gibt es?

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Kaufbeuren – Bei einem jüngst stattgefundenen Treffen mit Oberbürgermeister Stefan Bosse hatten verschiedene Vereine als Nutzer des Sees ihre Vorschläge für den möglichen Verlauf eines Rundweges eingebracht (wir berichteten). Wie stellt sich eine Realisierung aus Sicht der Verwaltung dar? Gibt es Einschränkungen oder möglicherweise Vorschriften, die eine Umsetzung erschweren? Der Kreisbote hat bei Helge Carl als Leiter des Bau- und Umweltreferats und Armin Beckmann von der Abteilung Umwelt mal nachgehakt.

Gibt es Einschränkungen für die Umsetzung eines Rundwanderweges in der kürzlich vorgestellten Form mit Stegen über die Wertach und Teile des Sees?

Carl: Ja, die gibt es. Der Bärensee liegt ja in einem bereits 1987 ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet. Mit der Ausweisung des Schutzgebietes sollte der Erholungswert der Landschaft erhalten werden. Ein weiterer wichtiger Schutzzweck ist aber auch die Bewahrung der dort vorhandenen wichtigen Rast- und Brutplätze zahlreicher Wasservogelarten. Und da wird es mit der skizzierten Wegeführung nun schwierig, da sie schützenswerte Bereiche des Bärensees berühren würde.

Welche Tierarten befinden sich in dem ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet, die aus naturschutzfachlicher Sicht bedroht oder gefährdet sind?

Beckmann: In Verbindung mit dem Bachtelsee ist der Bärensee ein wichtiger Rückzugsraum für Wasservögel. Dabei spielen nicht nur gefährdete Arten wie etwa die Krickente oder die selten anzutreffende Knäkente eine Rolle. Auch häufigere Arten wie Reiherente oder Haubentaucher benötigen ihre Ruhebereiche. Zu erwähnen ist aber zum Beispiel auch der streng geschützte Biber, der hier einen Lebensraum ohne größeres Konfliktpotenzial besitzt.

Gibt es alternative Lösungen aus Sicht der Verwaltung?

Carl: Zum einen ist natürlich immer noch eine „große Runde“ denkbar, die ohne Querung des Bärensees auskommt – im Hinblick auf den Landschafts- und Naturschutz sicher die verträglichste Lösung. Sie ist jedoch wegen eingeschränkter Grundstücksverfügbarkeit schwierig in der Umsetzung. Derzeit werden daher Wegeverbindungen näher untersucht, bei denen der Bärensee etwa in der Mitte mit einem Schwimmsteg gequert werden würde. Eine direkte Querung ohne Einbeziehung der Insel und der Halbinsel gewährt den bestehenden Landschaftsschutz und sichert die schutzbedürftigen Bereiche des Sees.

Welche zeitlichen Perspektiven sehen Sie für eine Umsetzung?

Carl: In diesem Jahr könnten die Varianten diskutiert und im nächsten Jahr die Planung angegangen werden. Dabei sind allerdings noch einige zum Teil nicht ganz einfache technische und naturschutzfachliche Fragen zu klären. Vorbehaltlich der verfügbaren Mittel und der Zustimmung des Stadtrates halte ich eine Umsetzung frühestens 2020 für möglich.

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