Rutschiges Eis

FW-Antrag auf multifunktionale Eishalle erneut abgelehnt

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In Sachen Multifunktionsarena stehen die Freien Wähler auf verlorenem Posten.

Kaufbeuren – Die Freien Wähler in Kaufbeuren halten an der Idee der multifunktionalen erdgas schwaben arena fest. Ein entsprechender Antrag kam in den Haushaltsberatungen des Verwaltungsausschusses abermals auf den Tisch. Um dies zu erreichen, soll mittelfristig eine zweite Eisfläche her. Für beides erhielten die FW von den anderen Fraktionen allerdings keine Unterstützung.

Bernhard Pohl, Vorsitzender der FW-Stadtratsfraktion, ist der Auffassung, dass die 25 Millionen Euro für den Bau der Eishalle nicht ausschließlich für den Eissportverein Kaufbeuren (ESVK) gedacht gewesen seien. Die Arena werde momentan jedoch nahezu ausschließlich für den Eishockeysport genutzt. Mit „überschaubaren Kosten im mittleren sechsstelligen Bereich“ sei jedoch eine Multifunktionalität zu erreichen und damit weitere Veranstaltungen mit einer Kapazität von über 1000 Personen umsetzbar. Eine zweite Eisfläche sei für dieses Ziel unerlässlich und würde mit Kosten von 4,2 bis sechs Millionen Euro zu Buche schlagen. 

Finanzreferent Markus Pferner rechnet da jedoch mit Kosten von acht bis neun Millionen Euro und Oberbürgermeister Stefan Bosse zeigte sich so gar nicht überzeugt von diesem Antrag („Ich kann‘s nicht mehr hören“). Er warnte davor, sich auf dieses Eis zu begeben. Selbst mit einer zweiten Eisfläche, die im Übrigen niemand in Aussicht gestellt hätte, würden zusätzliche Veranstaltungen immer noch einen „riesen Aufwand“ bedeuten, sagte er mit Blick auf Bestuhlung, Bühne, Akustik, unverkleidete Decke, Bande mit Plexiglas und Hallenboden. Zudem hätten Untersuchungen gezeigt, dass Veranstaltungsorganisatoren ohnehin wenig Interesse für die Nutzung der Halle zeigten (wir berichteten). Daneben sehe auch der ESVK das Problem der Finanzierung. Hoffnung könne man eher auf ein Sponsoring setzen. Auch CSU-Fraktionschef Dr. Thomas Jahn hielt die Investition an dieser Stelle für schlecht aufgehoben. Andere Vereine als der ESVK, deren Turnhallen sanierungsbedürftig sind, würden sich schon fragen „Und was ist mit uns?“, fügte Christian Sobl (CSU) hinzu.

Hier verwies Bosse auf die Möglichkeit, an der Jörg-Lederer-Schule eine moderne Dreifachturnhalle zu errichten. Diese solle so konzipiert werden, dass darin neben dem Schul- und Vereinssport auch größere Veranstaltungen stattfinden könnten. Dort könne man die dreifache Kapazität des Stadtsaals erreichen. Die förderfähigen Kosten lägen bei etwa 6,8 Millionen Euro.

Der OB forderte daneben dazu auf, regional zu denken. Niemandem breche ein Zacken aus der Krone, wenn man zu einer Veranstaltung beispielsweise ins Modeon nach Marktoberdorf fährt.

von Martina Staudinger

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