Das Salz wird knapp

Auch in den ersten Tagen des neuen Jahres musste der Winterdienst wieder ausrücken. Die Landkreisverwaltung hofft auf neue Streusalzlieferungen in diesen Tagen. Foto: gau

Die Schneefälle sind ideale Voraussetzungen für die Wintersportler, führen aber gleichzeitig auch zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr. Seit fünf Wochen räumt der Kreisbauhof fast täglich rund 350 Kilometer Straßen. Durch die Verknappung der Salzlieferung treten erstmals im Landkreis seit über 20 Jahren Probleme auf. Der Landkreis bittet deshalb um Verständnis bei den Verkehrsteilnehmern, dass auf den Kreisstraßen und auch auf Gemeindeverbindungsstraßen nur eine eingeschränkte Salzstreuung möglich ist, so Susanne Kettemer, Sprecherin des Landratsamtes, in einer Mitteilung.

Streusalz ist im Landkreis auf vier Standorte mit einer Lagerkapazität von 1.400 Tonnen verteilt. In den vergangenen Jahren war es kein Problem, bei frühzeitiger Nachbestellung regelmäßig mit Salz wieder beliefert zu werden. Obwohl die Nachbestellung bereits Anfang Dezember erfolgte, wurde für dieses Jahr keine Belieferung mehr in Aussicht gestellt. Die Salzvorräte sind deshalb stark geschrumpft und konnten nur dadurch erhalten werden, dass die Streuintensität reduziert wurde. In den vergangenen zehn Jahren verbrauchte der Landkreis im Durchschnitt 3200 Tonnen Streusalz pro Winter, so Kettemer. Der höchste Verbrauch war im Winter 2005/06 mit 5200 Tonnen, der niedrigste Verbrauch im Winter 2006/07 mit 1800 Tonnen. Die Schneemassen der vergangenen fünf Wochen werden auf den Kreisstraßen mit 14 Räumfahrzeugen täglich beseitigt. Bei Neuschnee fahren die Fahrzeuge gegen 4 Uhr in der Früh die erste Räumschleife und bei starken Schneefällen könne das bei drei bis viermaliger Fahrt bis 22 Uhr andauern. Bei diesen nicht einfachen Einsätzen bitten die Fahrer der Räumfahrzeuge insbesondere dafür um Verständnis, dass auch eine Schneeablagerung teilweise von den Straßen auch auf den Gehwegen und an Einfahrten erfolgen muss. Die Sicherheit auf den Straßen habe hierbei Vorrang. Die Salzknappheit bestehe derzeit bei vielen Landkreisen. Mehrere Kommunen haben laut Kettemer bereits seit Mitte Dezember überhaupt kein Salz mehr. Die entsprechend großen Bestellmengen können die Salzlieferanten derzeit nicht bedienen. Vor allem zwei Anbieter versorgen die Kommunen bundesweit mit dem Streusalz. Mit dem größten Anbieter ist der Landkreis seit über 20 Jahren in sehr erfolgreicher Verbindung. Erstmals in diesem Winter haben Städte, Gemeinden und Landkreise das Nachsehen, da auf deren Straßen die Räumintensität nicht so vorrangig ist wie auf Autobahnen und Bundesstraßen. Verschärft werde die Situation dadurch, dass es in diesem Winter im Nord- und Mitteldeutschen Raum stark geschneit, teilweise mehr als in Südbayern-, so dass große Salzmengen auch in diese Regionen geliefert wurden und die jetzt bei uns fehlen. Für den Landkreis Ostallgäu besteht jedoch die Hoffnung, dass Anfang des Jahres die bestellte Salzlieferung eintrifft und dann eine Entspannung eintritt.

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