Buchloe steht vor weiteren Sanierungaufgaben

Wenn der Kanal voll ist

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In den nächsten Jahren stehen am Kanalsystem weitere Sanierungsarbeiten an, die auf 1,7 Millionen Euro beziffert sind. Weil vieles in geschlossener Bauweise durchgeführt werden kann, werden die Warnleuchten für Baustellen wohl nicht häufig gebraucht.

Buchloe – Das Kanalnetz der Stadt ist in die Jahre gekommen. Dennoch beurteilte eine von der Verwaltung beauftragte Fachfirma das Netz nach einer Videoanalyse als relativ gut.

60 Prozent der insgesamt 70 Kilometer Abwasserkanäle seien schadensfrei, berichtete Gerhard Renz von der ISAS GmbH dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Gefährliche Schäden, die die Standsicherheit über den Kanalrohren beeinträchtigen, seien nicht festgestellt worden, berichtete der Fachmann. 

Allerdings seien einige der Kanäle undicht. Die Folge: Grundwasser kann in die Kanäle eindringen oder umgekehrt sickert Abwasser in den Boden und ins Grundwasser. Ursache dafür können Wurzeln sein, die die Rohre beschädigt haben, aber auch ein schwankender Grundwasserspiegel, der die Rohre anhebt oder senkt. Dazu kommen den Abwasserkanal kreuzende Rohrleitungen, die Ur- sache für Undichtigkeiten sein können. 

Das Ingenieurbüro ISAS (Ingenieure für Sanierung von Abwassersystemen) gilt seit 25 Jahren als Fachbüro mit umfangreicher Referenzliste. Es soll auch für die Stadt Buchloe eine detaillierte Prioritätenliste erstellen. Die Aufgabe des Kämmerers ist es nun, die Sanierungskosten entsprechend den Prioritäten auf die nächsten Jahre zu verteilen. Die Kosten schätzte Gerhard Renz auf rund 1,7 Millionen Euro. 

Bürgermeister Josef Schweinberger konnte darauf verweisen, dass die Stadt rund eine Millionen in Rücklagen für Kanalsanierungsarbeiten in den Büchern stehen hat. Viele Sanierungsarbeiten lassen sich in geschlossener Bauweise durchführen, erläuterte der Fachmann. Die Stadt muss dann mit rund 150 Euro für den laufenden Meter rechnen. Teuer wird es, wenn Kanäle freigelegt werden müssen. Die offene Bauweise kostet den laufenden Meter rund 450 bis 500 Euro, sagte Gerhard Renz. 

Rathauschef Josef Schweinberger betonte, man habe in der Vergangenheit saniert und werde dies auch in den nächsten Jahren tun. „Die Stadt hat seit 1999 bereits eine Million Euro in die Kanäle investiert“, bezifferte Stadtbaumeister Herbert Wagner die Sanierungen. „Bei der Qualität haben wir nie gespart“, betonte Wagner. Er verwies darauf, dass man nur Rohre aus hochwertigem Steinzeug verlege. 

Wegen der starken Grundwasserschwankun- gen und der damit verbundenen Bewegungen seien zudem viele Kanäle auf einer Betonsohle verlegt worden. „Diese aufwendige Bauweise trägt jetzt Früchte“, resümierte Wagner. Viele der Abwasserkanäle stammten aus den fünfziger Jahren, seien also schon 70 Jahre alt, informierte Bürgermeister Josef Schweinberger den Stadtrat. 

Hausanschlüsse stehen noch aus 

Ein Problem stehe allerdings noch an. Die Videoanalyse wurde nur für die Hauptkanäle gemacht. Die Hausanschlüsse seien bisher nicht überprüft worden. Dieses Thema müsse auch angegangen werden, sagte Schweinberger. Eventuell anfallende Sanierungskosten müssten dann von den Hauseigentümern getragen werden. 

Die Überprüfung der Abwasserkanäle ist gesetzlich geregelt. Alle zehn Jahre müssen Kommunen ihre Abwassersysteme überprüfen.

von Siegfried Spörer

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