Sanierung des Jakob-Brucker-Gymnasiums: Anteil der Stadt steigt

Regierung von Schwaben erkennt 1,5 Millionen Euro nicht als förderfähig an

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Die Stadt muss nun 1,5 Millionen Euro mehr für die Sanierung des als „Neubau“ bezeichneten Gebäudes des Jakob-Brucker-Gymnasiums zahlen, da die Regierung von Schwaben einige Posten nicht mit Fördergeldern unterstützt.

Kaufbeuren – Für die Stadt wird die Sanierung des Jakob-Brucker-Gymnasiums teurer als gedacht, weil die Regierung von Schwaben erhebliche Kostenanteile als nicht förderfähig anerkannt hat. Der ehemals prognostizierte Eigenanteil für das immer noch als „Neubau“ bezeichnete Gebäude im Süden („Bauteil A“) steigt nun von 6,5 Millionen Euro auf acht Millionen Euro. Oberbürgermeister Stefan Bosse zeigte sich „unglücklich“ über diese Entwicklung, dennoch genehmigte das Stadtratsgremium in seiner jüngsten Sitzung die Kostensteigerung einstimmig.

Neben Teilen der Medienausstattung, der Baustelleneinrichtung, der Außenanlagen und der mobilen Trennwände zur Abhaltung von Abiturprüfungen, sieht die Regierung von Schwaben unter anderem auch die Kosten der Photovoltaikanlage als nicht förderfähig an, teilte Baureferent Helge Carl den Stadträten mit. Doch gerade durch diese große Anlage werde der energetische Standard „Energie-Plus“ erreicht, der eine positive Gesamt­energiebilanz ermögliche und sich aufgrund der eingesparten Strombezugskosten innerhalb von zwölf Jahren amortisiere. Für den Energiestandard kann die Stadt mit einer Bundesförderung in Höhe von 840.000 Euro rechnen, jedoch unter der Auflage, dass die Baumaßnahme und das anschließende Energiemonitoring bis November 2022 abgeschlossen werden. Dieser Termin könne aber laut Carl wohl um einige Monate nicht eingehalten werden, was daran liege, dass wegen der Umstellung auf das neunjährige Gymnasium erheblich umgeplant werden musste. Die Verwaltung stehe jedoch noch in laufender Abstimmung mit dem Fördergeber.

Wenngleich die Stadt nun Mehrkosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro selbst tragen muss, plädierten die Räte für die Fortführung der beschlossenen Planung. Beachtlich sei laut dem Schulbeauftragten Alexius Batzer (KI) ohnehin der überraschend hohe Zuschuss des Staates mit 63 Prozent. „Wir bauen keine Luxusschule“, sagte Batzer. Dennoch müsse auf das Klima geachtet werden und die jungen Leute, die die Schule besuchen, in diese Richtung bewegt werden, was mit dem Energiestandard vorgelebt werde. Auch Johannes Böckler (CSU) fand es sinnvoll, den Weg mit Blick auf das Klima weiter zu gehen. Catrin Riedl (SPD) bekräftigte dies: „Klimaneutrales Bauen in einem naturwissenschaftlichen Gymnasium ist eine absolute Notwendigkeit“.

Oliver Schill (Grüne) legte Wert auf die Klarstellung, dass das Projekt ja nicht teurer, sondern der Anteil der Stadt größer wird, denn die Gesamtkosten für Bauteil A liegen unverändert bei 16,4 Millionen Euro. Dr. Thomas Jahn (CSU) sagte, es sei „nicht opportun, jetzt noch umzuplanen“, da die Generalsanierung bereits im Fluss ist. Er hält es jedoch für angebrachter, auf probate Standards bei Sanierungen zu bauen.

Der innovative Ansatz sei nicht honoriert worden, beklagte Bosse. Den Energie-Standard so bei allen sanierungsbedürftigen Schulen umzusetzen, sei im Hinblick auf die mangelnde Förderfähigkeit und den städtischen Haushalt nicht möglich, „dann fehlt uns das Geld vorne und hinten“. Die Verwaltung habe sich daran gehalten, was üblicherweise förderfähig ist und was nicht. Wenn Bosse früher gewusst hätte, wie sich die Kosten für die Stadt entwickeln würden, hätte er nach eigener Aussage vor zwei Jahren nicht „Ja“ zum Effizienzhaus gesagt. „Wir haben uns hier eine blutige Nase geholt, das darf nicht wieder geschehen.“

von Martina Staudinger

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