Saskalerball "Auf dem P(B)auernhof" in der Turnhalle Neugablonz

"Wiedr a Sieg" für die Saskaler

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Die Hupfdohlen verbinden lässigen Squaredance mit Schuhplattlern.

Kaufbeuren – Auch unter dem neuen Hauptmann Axel „Atze“ Vorbach fanden vergangene Woche alle Rituale des Neugablonzer Kultballs der Saskaler Armee wie gewohnt statt, einschließlich des Absingens der frechen Saskaler Hymne.

Die Armee war wie immer mit Kanone und Fahne einmarschiert, dann erfolgte das traditionelle rhythmische Exerzieren mit den Holzgewehren. Eine kleine Ehren-Exerzierformation führte ein paar besondere Griffe vor, wobei vor allem das Gewehrwerfen begeistert belacht wurde. Trotzdem stellte Hauptmann Vorbach bei der Inspektion der Truppe fest, dass diese in einem erbärmlichen Zustand sei: „Die einen sein zu dicke, die andern sein zu dörre. Dos word etze andersch!“ 

Im Tagesbefehl wurde also für die Gemejnen ein Praktikum auf den umliegenden Pauernhöfen angeordnet zum Erlernen einer ausgewogenen Ernährung, bestehend aus „Butterwischln, Rejchrworschtn, Bier und als grünem Nahrungsergänzungsmittel saure Kurkl“. Zuvor überreichte jedoch Hauptmannissimus Willi Lang unter Trommelwirbeln feierlich den Saskaler Orden vom Goldenen Vlies an den frisch gebackenen Hauptmannissimus Dr. Roland Zasche. 

Bei ihrem Praktikum verbrachten die Saskaler auch einen Tag in einem modernen Hühnerstall. Vier überdimensionale Hühner, überwacht von einem Hahn, nahmen auf vier überdimensionalen Eiern Platz, deren optimale Brüttemperatur per Tablet-PC kontrolliert wurde. 

Und während ein anderes Huhn „Schnabelwärmerle“ und „Krallenschützerle“ strickte, wurde der Wunsch nach einem neuen „Ei-Stadion“ laut. Schließlich würden sie in Oberliga brüten – aber da müsste dann wieder die komplette Pauernhof-Belegschaft abstimmen, sonst wollten die anderen Viecher womöglich auch so was. Die Hühner unterhielten sich erwartungsgemäß mit weiblichen Stimmen – bei der Demaskierung steckten allerdings zum Vergnügen des Publikums stramme Saskaler in den Hühnerkostümen. 

Das Publikum war größtenteils in ländlicher Arbeitskleidung erschienen: lange und kurze Dirndl, Leder- und Latzhosen, Hals- und „Kouptichl“ und vor allem jede Menge „olejbscher“ (= hausbacken, reizlos) Kittelschürzen. Dass man mit Gummistiefeln, Arbeitstretern, Bergstiefeln, Holzschuhen oder Gesundheitslatschen nicht tanzen kann, wurde nicht nur auf der Tanzfläche eindeutig widerlegt, sondern auch von den „Saskaler Hupfdohlen“. 

Unter der Leitung von Petra Billig kombinierten sie gekonnt lässigen, schwungvollen Squaredance passend zum Motto mit Schuhplattler und heimsten dafür verdienten Applaus, animiertes Mitklatschen sowie Zugabeforderungen ein. Höhepunkt des Programms war sicherlich die letzte Nummer: Zwei Gemejne hatten „dou hintn ei enn Schuppn“ ein „Rejcherworschtmaschinl von 1912 ½“ entdeckt. 

Nach etlichen empirischen Fehlversuchen produzierte die Maschine schließlich unter gewaltiger Rauchentwicklung, unter Rütteln und Geknalle und zu den Klängen von Richard Strauß’ „Also sprach Zarathustra“ tatsächlich eine Rejcherworscht! 

Damit war der Ball jedoch noch lange nicht zu Ende. Die Stimmung wurde von „Max Kinker mit Band“ weiterhin gehörig angeheizt. Insgesamt konnten die Saskaler einmal mehr feststellen: „Dos wor wiedr a Sieg!“ von Ingrid Zasche

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