Schauspielerin Jada Pinkett Smith spricht über den etwas ungezogenen Film "Girls Trip"

"Jede Frau braucht unartige Momente"

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Jada Pinkett Smith (re.) sprach mit Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch über die derbe Komödie „Girls Trip“.

Schauspielerin Jada Pinkett Smith steht seit über 25 Jahren vor und hinter der Kamera. Sie spielte unter anderem in „Menace II Society”, „Der verrückte Professor”, „Magic Mike XXL” und „Bad Moms” mit. Zudem verstärkt sie den Cast der Serie „Gotham”. Gemeinsam mit Ehemann Will Smith und Musikmogul Jay-Z war sie für die Neuverfilmung des Musicals „Annie“ verantwortlich. In der derben Komödie „Girls Trip” verkörpert Smith eine geschiedene Zweifachmutter. Mit Kreisbote-Redakteurin Sandy Kolbuch sprach sie über ihre Rolle und die Wichtigkeit von Freundschaften.

Bei „Girls Trip“ handelt es sich um eine sehr derbe Komödie, die aber auch Herz besitzt. Wie wichtig ist für Sie Freundschaft und das Treffen mit Ihren Freundinnen?

Smith: Es ist mir sehr wichtig. Ich denke für jede Frau ist es sehr wichtig, sich mit dem gleichen Geschlecht auszutauschen.

Der Film hat in den USA bereits über 115 Millionen US-Dollar eingespielt. Haben Sie mit diesem Erfolg gerechnet?

Smith: Ich habe nicht damit gerechnet, dass dieser Film als eine der wenigen Komödien dieses Jahres solch einen Gewinn erzielt. Ich denke es liegt an der Idee, dass vier schwarze Frauen mit universellen Themen und Erfahrungen im Fokus der Geschichte stehen. Es handelt sich nicht um eine typisch schwarze Komödie, sondern um die Themen, die alle interessieren und ansprechen. Männer und Frauen aller Hautfarben fühlen sich durch den Film angesprochen.

Wie haben Sie reagiert, als Sie das erste Mal das Drehbuch gelesen haben?

Smith: Ich mochte es sehr, weil ich die Liebesgeschichte der vier Frauen interessant fand. Ich betrachte Komödien immer als eine wunderbare Möglichkeit, die Seele zu öffnen, um auch ernstere Themen oder tiefere Botschaften anzuschlagen. Humor liefert immer einen guten Einstieg, je lustiger, desto besser.

Es gibt eine Szene, in der Sie in einem Sicherheitsgurt über einer Straße hängen und irgendwann nicht mehr verhindern können, dass sich die Blase entleert...

Smith: Das war sehr amüsant zu spielen. Im wahren Leben wäre es mir sehr peinlich gewesen (lacht). Im Film ist es natürlich nur Gatorade (amerikanischer Energydrink).

Wie gehen Sie mit peinlichen Momenten um?

Smith: Ich schaue mir die Situation genau an und überlege, warum sie peinlich ist und versuche dies zu lösen. Es ist doch immer eine Ansichtssache, ob etwas peinlich ist oder nicht. Selbstironie ist da sehr wichtig.

Die Kombination der vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ist gut gewählt. Sie spielen Lisa, eine zweifache Mutter. Sie selbst haben zwei Kinder – Jaden und Willow. Wie ähnlich ist die Rolle Ihrem privaten Leben?

Smith: Ich fühle mich tatsächlich mit Lisa verbunden. Es gab eine Zeit in meinem Leben, als die Kinder noch sehr klein waren, da habe ich meinen Lady Mojo verloren. Alles drehte sich nur um die Kinder. Jede Mutter kennt dies. Aber man gewinnt seinen Mojo zurück, auch wenn es manchmal einige Jahre dauern kann. Ich habe mich mit meinen Freundinnen getroffen, was sehr geholfen hat, sich wieder als Frau zu fühlen.

Die Komödie ist wirklich sehr ungezogen. Haben Sie Bedenken, dass Sie mit ihrer Rolle ein falsches Vorbild sein könnten?

Smith: Man kann nicht immer nur leidenschaftlich und liebenswert sein. Wir greifen dies in der Komödie auf und zeigen, dass jede Frau unartige Momente braucht. Eine Frau ist ein gutes Vorbild, wenn sie keine Angst davor hat, sich zu zeigen, wie sie wirklich ist.

Der Film zeigt auf wundersame Weise, dass man alles haben kann, wenn man dafür kämpft.

Smith: Die Idee ist nicht neu. Alles zu haben bedeutet nur, man selbst zu sein und für seine Wünsche einzustehen. Wenn man sich selbst sein kann, ist man glücklich und sehr dankbar dafür. Und wenn man dann sein Leben genau betrachtet, erkennt man, dass man alles hat. Das innere Gefühl ist sehr wichtig. Manch eine Frau kann sich ohne einen Tropfen Wasser in der Wüste befinden und ist dabei unendlich glücklich. Manch anderer besitzt den teuersten Schmuck, die größte Villa, den besten Ehemann und die perfekten Kinder und hält sein Leben dennoch für mies. Man sieht es doch tagtäglich: Einige Menschen haben wirklich alles und sind total verrückt (lacht).

In der letzten Zeit hat man Sie in einigen Filmen gesehen, werden Sie vermehrt wieder vor der Kamera agieren?

Smith: Ja, ich will mich wieder mehr als Schauspielerin auf den Film konzentrieren. Als man mir die Rolle zu „Bad Moms“ angeboten hat, war ich zunächst unentschlossen, habe es dann aber auf mich zukommen lassen. Dann kam „Girls Trip“. Einige Projekte stehen für 2018 an und ich werde sehen, wie es sich entwickelt.

Wie hat Will auf den Film reagiert?

Smith: Will liebt ihn. Er ist ein sehr alberner Mann. Sie kennen doch „Der Prinz von Bel Air“ (lacht)? Er war sehr glücklich darüber, mich wieder in solch einer Komödie zu sehen. Er liebt Humor und fand den Film sehr lustig.

Sie sind seit über zwanzig Jahren mit Will verheiratet. Was ist Ihr Geheimnis für eine gute Ehe?

Smith: Freundschaft! Wir sind die besten Freunde. Wir packen uns nicht gegenseitig in eine Schachtel und halten uns gegenseitig vor, wie wir sein müssen. Wir genießen und lieben uns gegenseitig wie wir sind.

Vielen Dank für das nette Gespräch.

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