Schillernde Premiere

Gymnasium Buchloe entlässt ersten Abiturjahrgang

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Insgesamt 94 Schülerinnen und Schüler konnte am Gymnasium Buchloe das Abiturzeugnis überreicht werden.

Buchloe – In der Sonne glitzernde Kleider, LED-Fliegen. Als die 94 Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasiums Buchloe am vergangenen Freitag den eigens ausgelegten roten Teppich entlang schritten, war nicht nur ihnen der Stolz deutlich anzumerken. Auch Politiker aus der Region, Gründungsdirektor Alexius Batzer und die aktuelle Schulleitung äußerten immer wieder ihre Freunde darüber, dass die Bemühungen um ein eigenes Gymnasium in Buchloe nun Früchte tragen.

„Ich meine eigentlich, ich habe heute Abitur“, begann erster Bürgermeister Josef Schweinberger seine Rede. Noch einmal gab er einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre. Er berichtete von der Freude im Stadtrat, als die Genehmigung für das eigene Gymnasium auf dem Tisch lag. Die Pioniere, wie die ersten Schülerinnen und Schüler genannt werden, die nun ihre Abiturzeugnisse in Empfang nehmen konnten, waren damals zunächst in den Räumen der Comenius-Grundschule untergebracht, bevor sie in das neue Gebäude umziehen konnten. Auch Landtagsabgeordnete Angelika Schorer und Landrätin Maria Rita Zinnecker lobten die Entwicklung der Schule. Aus den anfänglich 104 Schülerinnen und Schüler seien inzwischen über 600 geworden. Die Investition habe sich gelohnt, die Schule sei etwas ganz besonderes, so Zinnecker. Elternbeiratsvorsitzende Monika Lässer-Ott richtete vor allem Worte des Dankes an die Anwesenden. Zunächst an die Eltern, die oftmals vergessen werden, obwohl sie wahrscheinlich am meisten mitgelitten, gelobt und getröstet hätten, aber auch an den ehemaligen Direktor Alexius Batzer, die Schulleitung und den Hausmeister Reinhold Wintergerst, sowie an Ergun Ege, der für den Abend das Obst für die Cocktails spendiert hatte.

Einen ganz anderen Rückblick auf die vergangenen Jahre boten Sarah Henser und Florian Thätner, beide selbst Abiturienten. Sie verglichen ihre Schulzeit mit Goethes berühmtem Drama Faust. Wie Gretchen seien auch sie zunächst naiv an die Schule gekommen, hätten aber zunehmend gelernt, dass vielleicht doch nicht alles so einfach sei, wie zunächst gedacht. Sie betonten aber einen entscheidenden Unterschied: Ihre Zeit in der Oberstufe sei bei weitem nicht so dramatisch gewesen wie das Ende der Margarete. Sie würden sich gerne an die Zeit erinnern. Vor allem aber an den besonderen, einmaligen Zusammenhalt des ganzen Jahrgangs und dass sie sich gut mit den Lehrern verstanden hätten.

Dass der gute Draht zu den Lehrerinnen und Lehrern nicht verleugnet werden kann, zeigte auch die Rede von Oberstufenkoordinator Wolfgang Herz. „Meine lieben Kinder“, begann er und gab ihnen einen wichtigen Appell mit: „Gehen Sie hinaus in die Welt, finden Sie ihren Weg, aber vergessen Sie uns nicht.“ Im Gegenzug überreichten die Schülerinnen und Schüler dem Lehrerkollegium einen „Teddybär zum Drücken, wenn sie uns Pioniere vermissen.“

Abschließend gab Schulleiterin Dr. Angela Bogner ihren ehemaligen Schülerinnen und Schülern drei Ratschläge mit auf den Weg: „Habt Mut und Zuversicht, etwas Neues anzufangen, hütet euch vor Fake News und hört nie auf, zu lernen.“ Die Pioniere seien ein „Jahrgang der Experimente“ gewesen, aber die Experimente seien gelungen. Und so sei sie stolz darauf, dass 31,5 Prozent eine Eins vor dem Komma erreicht hätten. Ihren Respekt drückte Bogner auch aus, indem sie kein geringeres Lied als Queens Hit „We are the Champions“ abspielen ließ.

Acht Schülerinnen konnten das sogenannte AbiBac von Bildungs- und Kulturattaché Louis Marandet vom Institut Français (rechts) in Empfang nehmen.

Und noch eine Besonderheit kann das Gymnasium Buchloe aufzeigen: Neben der Allgemeinen Hochschulreife können alle Interessierten auch das sogenannte AbiBac absolvieren. Im Abiturjahrgang 2019 wählten acht Schülerinnen die Möglichkeit dieses deutsch-französischen Doppelabiturs. Bildungs- und Kulturattaché Louis Marandet vom Institut Français begrüßte dies und betonte die Bedeutung für ein geeintes Europa. „Wir brauchen heute mehr denn je junge, weltoffene Menschen mit toleranten Seelen“, so Marandet.

Die Jahrgangsbesten Moritz Heller und Janina Käß mit Maria Protschka von der Frank-Hirschvogelstiftung.

In alphabetischer Reihenfolge übergaben Batzer und Bogner schließlich zusammen die Abiturzeugnisse. Janina Käß und Moritz Heller konnten zudem je 1000 Euro für ihr Spitzenabitur von 1,0 von der Frank-Hirschvogelstiftung überreicht werden. Außerdem wurden jeweils die besten Schülerinnen und Schüler der einzelnen Fächer mit Sach- und Geldpreisen geehrt. Auch das besondere soziale Engagement ehemaliger Schülerinnen und Schüler wurde durch die VR Bank gewürdigt. Insgesamt hatten zwölf Schülerinnen und Schüler ein Einser-Abitur. Die Lehrer bedankten sich im Zuge der Ehrungen mit einem Augenzwinkern bei diesen auch für das „Erstellen sämtlicher Erwartungshorizonte.“ Umrahmt wurde der Nachmittag von der Bigband, dem Lehrerchor und einem extra gegründeten Oberstufenchor. Die Leistungen der jüngeren Schülerinnen und Schüler im Laufe der Verabschiedung zeigt, dass das Gymnasium Buchloe auch für die kommenden Jahren den richtigen Weg eingeschlagen hat und sich keine Sorgen um die Zukunft machen muss.

von Agnes Reißner

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