Kulturwerkstatt bringt Gruselkomödie auf die Bühne

Gruselspaß für die ganze Familie

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Äußerst zaghaft und leise versucht Max (Valentin Haas) ein echter Klopfgeist zu sein.

Kaufbeuren – Max Klopfgeist lebt wie ein ganz normaler Junge mit seiner kleinen Schwester Lili bei Mama und Papa sowie Oma und Opa Klopfgeist, geht nach dem Aufstehen in die Schule und findet keinen Geschmack am Beruf seines Vaters.

Nur ist die Familie Klopfgeist eben keine ganz normale Familie, sondern eine Gespensterfamilie, die nachts herumgeistert und morgens um 7 Uhr, wenn andere aufstehen, ins Bett geht. In der witzigen Gruselkomödie nach dem Buch von Walter Wippersberg, mit der die Kulturwerkstatt am Samstag in der Schauburg Premiere feierte, erzählt Max (Valentin Haas) aus einem Bilderrahmen heraus seine Geschichte.

Die alte Burg voller gemütlicher Spinnweben, in der die Familie Klopfgeist wohnt, soll in ein Hotel umgebaut werden. Die Bauarbeiter machen während der Gespensterschlafenszeit – also tagsüber – einen dermaßen infernalischen Krach, dass der Geister-Opa mit langem Bart und Rolator (Tim Zyla) dauernd seinen Kopf verlegt. Oma Klopfgeist (Felicia Straßer) schmollt im Keller, weil ihr Lieblings-Verliesfenster einfach abgerissen wurde. In der Schule für Gespensterkinder hat Max Probleme, weil er Angstmachen, den respektierten Geisterjob seines Vaters, doof findet und sich eigentlich sogar vor Menschen fürchtet.

Während eines Verwandtenbesuchs bei Tante Lilofee (Annika Höfler), die mit dem vornehmen Vampir Dragul (Ferdinand Völkl) verheiratet ist, kommt diese Schande heraus. Papa Klopfgeist (Nepomuk Ostertag) verteidigt seinen Sohn und wettet im Höllengebräu-Rausch, dass Max innerhalb einer Woche einen Menschen ordentlich erschrecken wird. Als Max argumentiert, dass man ihm das Spuken noch gar nicht richtig gezeigt habe, bekommt er von Papa und Oma Nachhilfe. Die sind aber selbst ein bisschen aus der Übung und müssen feststellen, dass moderne Menschen nicht mehr an Geister glauben und sich also auch nicht vor ihnen fürchten. Papa Klopfgeist wird für den betrunken heimkehrenden Ehemann gehalten und bekommt den Teppichklopfer zu spüren. Und als Oma in bester Poltergeist-Manier das komplette Polizeirevier durcheinander wirbelt, sucht die Polizei anschließend beschämenderweise nach einer „Verrückten im Nachthemd“, die das Revier verwüstet hat.

Die Zeiten für Gespenster sind einfach schlecht! Deshalb bekommt Max vom Geisterrat auf dem Friedhof voller Spukgestalten, augenrollenden Grabsteinen und einem Skelett noch einmal eine Chance, sich als echter furchterregender Geist zu beweisen. Als er das jedoch auch vermasselt und zur Strafe 14 Nächte ins Gurkenglas verbannt wird, bleibt der blamierten Familie bloß noch die Auswanderung. Aber sie können dennoch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken: Ihnen wurde als Domizil ein altes Kino angeboten, in dem sich jetzt ein blaues Theater befindet...

21 phosphoreszierend geschminkte junge Kaufbeurer spuken unter der Regie von Nadja Ostertag und Simone Dopfer singend und tanzend auf der oft nur von UV-Licht erhellten Bühne herum und erzielen damit im Bühnenbild von Thomas Garmatsch erstaunliche Effekte. Die passende musikalische Begleitung von Manfred Eggensberger und die gruslige Beleuchtung tun das Ihrige, um das Stück – auch wenn es für Kinder ab sechs Jahren konzipiert ist – für die ganze Familie, auch für Erwachsene sehenswert zu machen. Das Premierenpublikum belohnte die Aufführung mit anhaltendem Beifall.

Lassen Sie sich ebenfalls für zwei amüsante Stunden in die Welt der Gespenster entführen, die es heutzutage gar nicht so einfach haben. Weitere Vorstellungen gibt es noch bis zum 10. Dezember.

von Ingrid Zasche

Weitere Aufführungen

25. und 26. November, 1., 2., 3., 9. und 10. Dezember jeweils um 17 Uhr

Vorverkauf durch:

Tabakwaren Engels & Häuserer, Engels Genussreich, Stadtmuseum Kaufbeuren, Buchhandlung Menzel, Abendkasse Kulturwerkstatt Theater Schauburg und online über www.kulturwerkstatt.eu.

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