Schnelle Hilfe

3D-Drucker im BayernLab Kaufbeuren drucken Haltebügel für Gesichtsmasken

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Pflegedienstleitung Andrea Lehmann (links) und die Stationsleitung der Aufnahmestation Elisabeth Trunz waren am Ende ihrer Schicht einfach froh, für Ihre Arbeit im Klinikum Kaufbeuren diese Masken zusätzlich bekommen zu haben.

Kaufbeuren – In einer raschen und unbürokratischen Hilfsaktion hatte das BayernLab in Kaufbeuren auf eine Anfrage des Klinikums Kaufbeuren nach Gesichtsmasken reagiert. Übers vergangene Wochenende wurden rund 200 Haltebügel mit 3D-Druckern gedruckt, die dann kostenfrei dem Personal zur Verfügung gestellt werden konnten.

Wegen des international hohen Bedarfs an Schutzausrüstung in den Kliniken waren im März 2020 auch einfache Ausrüstungen auf dem Beschaffungswege nicht zu bekommen. Axel Wagner, Pflegedirektor der Kliniken Ostallgäu-Kauf­beuren, suchte auf anderen Wegen nach lokalen Lösungen und Ansprechpartnern. Bei einem Gespräch mit Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse hatte der sich an seinen letzten Besuch im BayernLab Kaufbeuren erinnert und gab Wagner den entscheidenden Tipp. Mit seiner Anfrage rannte Wagner bei den Mitarbeitern im BayernLab offene Türen ein. Markus Wittwer, BayernLab-Mitarbeiter und IT-Spezialist bestätigte: „Wir haben zwei verschiedene 3D-Drucker in unseren Räumen, die wir gerne für diese Druckaktion einsetzen konnten“. Da derzeit wegen der Corona-Krise sowieso keine Besuche und Vorführungen in den Ausstellungsräumen möglich waren, nutzten die Mitarbeiter die Geräte für diese Aktion.

„In dem computergesteuerten 3D-Druck-Fertigungsverfahren wird durch Hitze verflüssigtes Material mit einer Spritzdüse Schicht für Schicht aufgetragen und so können dreidimensionale Gegenstände hergestellt werden“, erklärte Peter Jung, 3D-Druck-Experte im BayernLab Kaufbeuren. Normalerweise würden 3D-Drucker in der Industrie und im Privatbereich genutzt, um Modelle oder Prototypen herzustellen. In dieser Aktion seien sie übers Wochenende allerdings in Daueraktion eingesetzt worden. Die Geräte hätten die Größe von Kopierern oder Mikrowellengeräten und seien relativ einfach zu bedienen. „Das Geheimnis liegt in der passenden Kombination von konstruiertem Bauteil und bestmöglichen Einstellungen für den 3D-Druck“, erläuterte Jung.

Für den Einsatz im Klinikumsbereich wurden einfache Kunststoffbügel gedruckt, in die transparente Plastikfolien eingeklemmt werden können. Durch die gebogene Form erhielten die Folien dann Stabilität. Gesichtsmasken mit Plastikfolie sind eine zusätzliche, mögliche Barriere gegen Tröpfchenübertragung, beispielsweise wenn ein Patient hustet oder niest. Feiner verteilte Viren kann es aber nicht abhalten und so sind unter dem Schild weitere Maßnahmen empfohlen. Dabei sind diese Gesichtsmasken eine absolute Notlösung zur persönliche Ausrüstung, die auf eigene Gefahr benutzt werden kann. Pflegedienstleitung im Klinikum Kaufbeuren Andrea Lehmann und die Stationsleitung der Aufnahmestation Elisabeth Trunz waren einfach froh, diese Masken zusätzlich bekommen zu haben.

von Wolfgang Krusche

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