Schrobenhausen steht Modell für Marktoberdorfer Innenstadtbelebung

Ein Erfolgsmodell

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Ein Blick in die Innenstadt Schrobenhausens verdeutlicht den Erfolg des Stadtmarketingkonzepts: Fast alle ehemals leerstehenden Ladenflächen konnten vermietet werden.

Marktoberdorf – Das Stadtmarketing-Konzept in Schrobenhausen ist für die oberbayerische Kleinstadt zum Erfolgsmodell geworden. Könnte die Innenstadtbelebung Marktoberdorfs nach Schrobenhausener Vorbild gelingen?

Schrobenhausen, weithin bekannt als Spargelparadies, ansonsten aber eine typische, wenig aufsehenerregende Kleinstadt irgendwo im oberbayerischen Nirgendwo zwischen Augsburg, München und Ingolstadt. In einer Sache hat Schrobenhausen aber auch über Spargelliebhaber-Grenzen hinaus von sich Reden gemacht: bei der Stadtentwicklung. 

Ein innovatives, kreatives und durchaus ungewöhnliches Konzept half der kränkelnden Innenstadt wieder auf die Beine. Aus städtebaulicher Sicht ist Schrobenhausen in etwa vergleichbar mit Marktoberdorf. Ähnliche Größe, ähnliche Infrastruktur, und ein durchaus gleiches Problem: das Händlersterben in der Innenstadt. Immer mehr kleine, ortsansässige Händler werden zunehmend von großen Handelsketten, Billig-Discountern und nicht zuletzt dem aufstrebenden Online-Versandhandel verdrängt. 

Auch den Händlern in Marktoberdorf machen die neuen Konsumgewohnheiten der Kunden zu schaffen. In den vergangenen Jahren mussten einige Geschäfte schließen – vor allem im Marktoberdorfer Zentrum. Schon lange wird in Marktoberdorf darüber diskutiert, wie man dem Händlersterben in der Innenstadt begegnen könne. 

Anlass für die Initiative Stadtentwicklung Marktoberdorf (ISM), den Referenten Christian Krömer, Vorstandsmitglied des „Stadtmarketings Schrobenhausen“, in die Allgäuer Kleinstadt einzuladen, der den zahlreich erschienenen Interessierten das Stadtmarketing-Konzept der Stadt Schrobenhausen näherbrachte. Ein erster Schritt bestand für die Stadt Schrobenhausen in der Einstellung eines Citymanagers. 

Dieser hatte ein Jahr lang Zeit, um eine sich selbst tragende Institution ins Leben zu rufen. Entstanden ist die Genossenschaft „Stadtmarketing Schrobenhausen“, die verschiedene Maßnahmen ins Leben rief, um die Innenstadt in Schrobenhausen zu beleben. Seitdem werden unter anderem in einer Datenbank leerstehende Geschäftsräume systematisch erfasst, verwaltet und angeboten; ein Gründerprogramm greift Existenzgründern durch vergünstigte Mieten und Händlerpatenschaften unter die Arme. 

Im Gründerprogramm werden außerdem nur neue Sortimente gefördert, um den Branchenmix der Stadt zu steuern und zu verbessern. Durch Fördermöglichkeiten für bauliche Maßnahmen an gewerblichen Immo- bilien begegnet die Schrobenhausener Stadtmarketing-Genossenschaft den Leerständen. 

Ein Plan, der aufging. Die Bilanz nach drei Jahren Stadtmarketing sei laut Krömer erfreulich. Es gelang, fast alle der teilweise jahrelang leerstehenden Ladenflächen wieder an Gewerbetreibende zu vermieten. Durch eine bunte Mischung aus Geschäften verschiedener Branchen konnte der Schrobenhausener Innenstadt wieder neues Leben eingehaucht werden. 

Eins zu eins kann das erfolgreiche Konzept aus Schrobenhausen wohl nicht auf die Stadt Marktoberdorf angewendet werden. „Marktoberdorf muss seinen eigenen Weg finden“, so die Meinung von Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. Wie dieser aussehen wird, wird die Zukunft zeigen. In jedem Fall könne die Lösung für Schrobenhausen Anregungen bieten, wie die Stadtmitte Marktoberdorfs gestärkt werden könnte. Schrobenhausen sei außerdem ein Beispiel dafür, dass es sich lohnen kann, diesen laut Krömer „langen und nicht immer einfachen Weg“ zu gehen.

von Sabrina Hartmann

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