Saatgut aus dem Alpenraum

Schüler der Beethoven-Schule Kaufbeuren legen Allgäuer Blumenwiese an – Ein Experte hilft dabei

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Stolz auf „ihre“ Blumenwiese sind die Schüler der Teich-AG mit Lehrerin Regine Zehnpfennig (3. v. re.), Experte Dr. Christoph Greifenhagen (3. v. li.) mit Rektor Andreas Haas (roter Pulli). Unterstützer Helge Carl (li.), OB Stefan Bosse (4. v. li.), Ernst Holy (Mitte) , Stellvertreter des Kneippvereins so wie Margit Bär (4. v. li.) der Bürgerstiftung sind mit dabei.

Kaufbeuren – Nachdem die Beet­hoven Grund- und Mittelschule in Kaufbeuren vergangenes Jahr durch die Initiative von Rektor Andreas Haas zwei Bienenvölkern eine Heimstätte gab, war es eine naheliegende Idee, auch ein blütenreiches Nahrungsangebot für die fleißigen Insekten und ihre Artgenossen anzubieten.

Teich-AG Leiterin Regine Zehnpfennig wurde in diesem Sinne aktiv und ging auf Dr. Christoph Greifenhagen mit diesem Anliegen zu. Der Umweltschützer nahm daraufhin die Sache in die Hand. Vergangenen Dienstag wurde nun die im Sommer angelegte Allgäuer Blumenwiese der Schule offiziell vorgestellt.

Für den engagierten Umweltschützer und Umweltpreisträger Greifenhagen stand außer Frage, den Schülern der Teich-AG und ihrer Lehrerin zu helfen. Mit seiner Expertise bearbeiteten sie die vorgesehenen Flächen und „da kam sogar ein Bagger“, erklärte ein Schüler. Zehnpfennig erzählte, dass Greifenhagen auch spezielle, keimfreie Erde besorgte und Berechnungen für das Saatgut anstellte. Er initiierte die Aktion maßgeblich.

Rektor Haas konnte vom Engagement der Schüler nur Positives berichten. Wochenlang hätten sie geholfen, gejähtet und bewässert. Zum Termin begrüßten er und Greifenhagen auch Oberbürgermeister Stefan Bosse, 3. Bürgermeister Ernst Holy und Bau- und Umweltreferent Helge Carl als Vertreter der Stadt, sowie Margit Bär, Vorstand der Bürgerstiftung Kaufbeu­ren und die Vertreter des Kneippvereins. Sie unterstützten die Aktion finanziell. Ohne ihre Hilfe und das Entgegenkommen der Stadt wäre die Verwirklichung nicht möglich gewesen, sagten der Rektor, Greifenhagen und Zehnpfennig einstimmig.

Ursprünglicher Lebensraum

Greifenhagen ist es ein Anliegen, heimischen Insekten ihren natürlichen Lebensraum zurückgeben und den Schulkindern die ursprüngliche Allgäuer Natur näher zu bringen. Viele heimische Pflanzen würden verdrängt und seien kaum mehr auf den Wiesen zu sehen. „Umweltschutz setzt Umweltbewusstsein voraus. Das wiederum setzt Umweltkenntnis voraus, die sich auf Artenkenntnis begründet. Wo ist dieses Thema denn besser aufgehoben als an Schulen?“, so Greifenhagen, als er seinen Dank an die anwesenden Unterstützer und Helfer aussprach. Er gewann zur Unterstützung den Kneippverein Kaufbeuren. Denn, so erklärten die für den Verein stellvertretend anwesenden Mitglieder: „Der Kneippverein interessiert sich nicht nur für die Gesundheit. Auch der Umweltschutz ist uns wichtig.“ Darüber hinaus sei Umweltschützer Greifgenhagen Ehrenmitglied des Vereins.

Was bei der Aktion vonstatten ging, sei Bildungsarbeit vor Ort. Auch wenn jetzt nur der spärliche Anfang davon zu sehen sei. „Denn die Natur braucht Zeit“. Der Experte vermittelte den Schülern wie wichtig es ist, heimische Pflanzen, „keine Exoten und einjährige Zuchtformen“ für die Wiese zu verwenden“.

Lehrerin Zehnpfennig arbeitete aktiv mit. Planquadrate wurden nach Vorgaben des Experten über die vorbereiteten fast 100 Quadratmeter Grund gelegt und pro Quadratmeter seien „genau 1,2 Gramm Saatgut aus dem Alpenraum“ verstreut worden.

Mit Geduld

„Wir wollen ganz viele Blühwiesen in der Stadt schaffen,“ sagte OB Bosse. Blütenbilder und Infos zu den Pflanzen hatten auch die AG-Schüler in den Händen. So stellten sie stolz die gepflanzten, heimischen Arten vor. Mit zwei bis drei Jahren Geduld werden auf dem Schulareal Arten wie Johanniskraut, Wundklee, Margeriten und Ochsenaugen zu sehen sein. Für die Bienen interessant wird vor allem die sogenannte Wilde Möhre. Außerdem sind Schafgarbe, Labkraut und Sonnenröschen angepflanzt.

Wer an der Schule vorbei geht, wird durch ein Schild, das die Bürgerinitiative der Schule sponserte, auf die angelegte Wiese hingewiesen. Nun gelte es, das betonte Greifenhagen und so wissen es auch die Schüler, sich in Geduld zu üben.

Selma Höfer

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