Schüler denken über Zukunft nach

Die Realschule Marktoberdorf hat schon eine Photovoltaikanlage. Die SMV des Gymnasiums will nun auch eine – und möchte die Finanzierung selbst stemmen. Foto: Bauer

Neue Wege will die Schülermitverantwortung des Gymnasiums Marktoberdorf gehen, indem versucht werden soll, Wünsche, die in Zusammenhang mit dem schulischen Umfeld stehen, selbst zu finanzieren. Eine Idee, wie ein solches Vorhaben realisiert werden könne lieferte den Schülern der Ausstieg aus der Kernenergie. Die Frage, „was können wir tun?“ beantworteten die Schüler mit dem Plan, eine Photovoltaikanlage selbst zu finanzieren. Da dieses kostspielige Vorhaben nicht so ohne weiteres durch die Schüler selbst zu bewerkstelligen ist, hat man sich Allerlei einfallen lassen.

50000 Euro soll der neue Stromlieferant kosten, so die Pressemitteilung der Schule. Hier kommt das Angebot des Solarzentrums Allgäu natürlich ganz recht, die Anlage zinsfrei vorzufinanzieren. Ein Telefongespräch mit dem Geschäftsführer des Solarzentrums, Willi Bihler lieferte hier konkretere Zahlen. Die auf 36 kw Peakleistung konzipierte Anlage wird voraussichtlich mit 70.000 Euro zu Buche schlagen, ein Betrag, der durch die Schüler allein nicht zu stemmen ist, auch wenn sie durch das Einbringen eigener Arbeitsleistung einen angemessenen Beitrag leisten. Hierzu will die Schülerschaft einen Tag lang, am 26. Juli, gegen einen vorher vereinbarten Lohn in Haushalten oder Firmen eine altersangemessene Arbeit verrichten. Durch Sponsoren sollen diese Anstrengungen ergänzt werden, die sich mit einer Spende an dem Vorhaben beteiligen. Mit Bausteinen unterschiedlicher Farbe wird ein Modell des Gymnasiums gebaut werden, dessen Steine durch Privatpersonen und Firmen im Bereich von 20 Euro bis 100 erworben werden können. Dabei gibt der Name oder das Firmenlogo auf dem Stein / den Steinen Auskunft über den Spender. Einen guten Teil wird auch das Solarzentrum Allgäu zur Photovoltaikanlage beitragen, so Bihler. So wird die Firma den fehlenden Betrag des zum Bau der Anlage erforderlichen Geldes zinslos vorfinanzieren und das Eigenkapital der Schüler durch eine Spende aufstocken. Die Rückzahlung des zinslosen Kredites soll dann aus der Hälfte des Ertrages der Anlage getragen werden. Auf diese Weise hätten die Schüler des musischen Gymnasiums von Anfang an etwas von ihrer Investition und könnten beispielsweise ein neues für den Unterricht benötigtes Musikinstrument beschaffen oder das Schülercafé voranbringen. Das durch das staatliche Bauamt genehmigte Vorhaben, dessen offizieller Träger der Förderverein der Schule ist, soll bereits in dieser Woche in die Tat umgesetzt werden. Einzelheiten, insbesondere zum Sponsoring, sollen auf der Hompage der Schule, unter www.gymnasium–marktoberdorf.de zu finden sein.

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