Förderschulen werden gefördert

Schüler kommen aus dem Ostallgäu nach Kaufbeuren – Landkreis übernimmt anteilig Baukosten

Die Turnhalle an der Schrader-Grundschule Kaufbeuren
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Die Turnhalle an der Schrader-Grundschule wird von den Schülern der Josef-Landes-Schule mitgenutzt. Das Gebäude ist so stark sanierungsbedürftig, dass die Regierung von Schwaben einem Abriss und dem Neubau einer Zweifachhalle ihre Zustimmung gab. Der Landkreis Ostallgäu wird sich prozentual an den Kosten dafür beteiligen.

Marktoberdorf/Kaufbeuren – Da viele Schüler aus dem ganzen Ostallgäu die Ludwig-Reinhard-Schule und die Josef-Landes-Schule in Kaufbeuren besuchen, wird sich der Landkreis an den Sanierungs- und Baukosten beteiligen. Über die notwendigen Baumaßnahmen und dementsprechende Kosten berichtete Christian Mandl, Abteilungsleiter Hochbauamt der Stadt Kaufbeuren, in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses. Das Gremium segnete beide Vorhaben ab. Es sei „unstrittig, dass da etwas gemacht werden muss“, sagte Wolfgang Hannig (SPD).

An den beiden Förderschulen in Kaufbeuren stiegen die Schülerzahlen in den vergangenen Jahren deutlich an. Das macht neben nötiger Sanierungen auch eine Erweiterung an beiden Einrichtungen unabdingbar. „Die Schulen sind in Kaufbeuren, doch es gehen viele Schüler aus dem ganzen Landkreis dorthin,“ erklärte Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), weshalb Haushaltsgelder für die Baumaßnahmen berücksichtigt werden müssten.

Eine energetische Sanierung der teilweise stark in die Jahre gekommenen Gebäude der Ludwig-Reinhard-Schule ist das Eine. Zum anderen bestehe deutlicher Bedarf an weiteren Klassenzimmern, Fachräumen und zusätzlichen Zimmern für das Personal und die Verwaltung. Denn die Schülerzahlen steigen an, wie Kreiskämmerin Bettina Schön berichtete. „In den vergangenen vier bis fünf Jahren ist die Anzahl der Klassen von zwölf auf 17 angestiegen“, sagte Schön. Aktuell besuchen 145 Schüler die Einrichtung.

Dem Landkreis lägen zwei Varianten vor, wie mit der Sanierung und Erweiterung verfahren werden könnte. Mandl erläuterte dem Gremium die beiden Fassungen. Im Rahmen eines Wettbewerbs ließ die Stadt Kaufbeuren dazu eine Machbarkeitsstudie erstellen, sagte der Abteilungsleiter. Die kostengünstigere Herangehensweise sehe die Erweiterung des süd-westlichen Gebäudeteils und des Eingangsbereichs vor. Die Gebäude sollen in die Höhe angebaut werden. Diese „Aufstockung West und Ost“ und eine Sanierung des Bestands würden mit ungefähr sieben Millionen Euro zu Buche schlagen. „Aber der komplette betroffene Komplex müsste für die Dauer des Baus geräumt werden“, gab Mandl zu Bedenken. Die Kosten für Container, in welche die Schüler ausweichen müssten, lägen bei gut 1,8 Millionen Euro. Somit betrügen die Gesamtkosten etwa 8,8 Millionen Euro.

Containerlösung vermeiden

Mandl empfahl Variante zwei. Dabei sei eine Erweiterung der Gebäude Nord-West vorgesehen. Ein Teilabbruch sei dafür notwendig. Dennoch würden keine Container gebraucht, sagte der Abteilungsleiter. Die Kosten dafür lägen bei voraussichtlich 8,15 Millionen Euro. Knackpunkt bei Variante zwei, fuhr Mandl fort, sei die Vorgabe der Regierung: Ein Abbruch sei nur dann förderfähig, wenn die Sanierungskosten 80 Prozent der vergleichbaren Neubaukosten überschreite. Ansonsten zähle eine Instandhaltung als wirtschaftlich. -Was bis Ende des Monats noch ermittelt werden soll. „Zudem sind die Untersuchungen des Bestands noch nicht abgeschlossen“, warnte Mandl, dass bis zum Baubeginn 2022 noch Kostensteigerungen, egal bei welcher Variante, zu erwarten seien.

Aktuellen Berechnungen zufolge läge der Anteil, den der Landkreis zu tragen habe, bei rund 2,8 Millionen Euro. Dieser ergebe sich anhand der Schülerzahlen. In den vergangenen fünf Jahren waren rund 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen aus dem Ostallgäu, unter acht Prozent aus dem Oberallgäu und etwa ein Drittel aus Kaufbeuren selbst.

Neubau vor Sanierung

Die Kreisräte befürworteten die Sanierung und einen Neubau. Mehrheitlich sprachen sie sich dafür aus, lieber neu zu bauen, als nur zu sanieren. Auch wenn dafür bestehende Substanz abgerissen werden muss, „ich bin voll dafür“, sagte Dr. Günter Räder (Grüne) zu Variante zwei. Denn er habe bereits eine schlechte Erfahrung mit der Sanierung der Obergünzburger Grund- und Mittelschule gemacht. „Die Sanierungskosten summieren sich“, war auch Brigitte Schröder (FWO) für den Neubau. Meinungen, welchen sich Matthias Fack (FWO) anschloss. Mit der Bitte, im Beschlussvorschlag zu vermerken, dass die Kreisräte die Variante mit einem Neubau priorisieren.

Turnhalle für Grund- und Förderschule

Für die Josef-Landes-Schule, Sonderpädagogisches Förderzentrum Kaufbeuren, sei die Zustimmung der Regierung von Schwaben für den Neubau einer Zweifach-Sporthalle bereits erteilt, sagte Mandl. Die an der Schrader-Grundschule gebaute Sporthalle würde von einem großen Teil der Förderschulklassen genutzt. An beiden Schulen seien steigende Schülerzahlen zu erwarten. Rund 37 Prozent der Förderschüler kämen in den vergangenen fünf Jahren aus dem Ostallgäu. Das sei die Bemessungsgrundlage für die Kostenumlage. Baukosten in Höhe von 4,5 Millionen und Abbruchkosten in Höhe von 800.000 Euro seien hier zu erwarten. Für den Landkreis, so Mandl, ergebe sich eine Beteiligung von etwa 13,6 Prozent.

Für die Gesamtkosten der neuen Turnhalle sei eine Förderung von 63 Prozent zu erwarten. „Die Gespräche gehen in diese Richtung. Der Fördersatz wird beantragt und hoffentlich wieder genehmigt“, schloss der Hochbau-Abteilungsleiter seinen Bericht. In der zweiten Jahreshälfte 2022, beginnen die Abbrucharbeiten, wenn alles nach Plan laufe. Abschließende Entscheidungen werden in den jeweiligen Haushaltsberatungen des Kreis­ausschusses erfolgen.

Selma Höfer

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