Weckruf für Klimaschutz

Schüler rütteln bei„Fridays for Future“-Demo in Kaufbeuren wach

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Über 300 Schüler demonstrierten in Kaufbeuren friedlich, aber lautstark für eine bessere Zukunft.

Kaufbeuren – „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ skandierten rund 300 Jugendliche am Freitagnachmittag beim ersten „Fridays for Future“-Demozug durch die Kaufbeurer Innenstadt. Schüler der Kaufbeurer Schulen und weitere Unterstützer machten eindringlich auf Belange des Umweltschutzes aufmerksam und stellten Forderungen an die Politiker der Stadt.

Bewusstes Handeln für nachhaltigen Klimaschutz müsse „aus dem Hinterkopf in den Vordergrund – wir müssen jetzt etwas tun“, appellierten die Mädels der Schülerorganisation Kaufbeuren. Neben den Parolen hatten die Jugendlichen auch Lösungsvorschläge und Anregungen: Auf Stoffbeutel sollen die Verbraucher setzen, seien diese doch ohnehin „viel cooler als Plastiktüten“, und statt Google die umweltfreundliche Suchmaschine Ecosia nutzen, die ihre Gewinne verwendet um Bäume zu pflanzen. Oder darauf achten, beim Verlassen eines Raumes das Licht auszuschalten, weniger ausgiebig duschen, seltener Fleisch essen.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ skandierten die Jugendlichen.

„Der Klimawandel ist von Menschen gemacht“, lautete der Weckruf, „Klimaschutz fängt bei jedem persönlich an“. So forderten die Schüler für Kauf­beuren eine autofreie Innenstadt, den Ausbau als Fair-Trade-Stadt, mehr Anreize für plastikfreie Läden, eine Eindämmung von Eltern-Taxis mit einem Parkverbot im Umkreis von 500 Metern um die Schulen und eine Flachdach-Begrünung beim Hausbau.

„Super, dass ihr euch engagiert“, fand auch Oberbürgermeister Stefan Bosse im Hinblick auf die breite Diskussion und gespaltene Meinungen angesichts der „Fridays for Future“-Bewegung. Was den Forderungskatalog der Schüler angeht, sei laut Oberbürgermeister Bosse „alles machbar, aber nicht ohne Schwierigkeiten umsetzbar“. Er versprach, die Forderungen an den Stadtrat weiterzugeben. Allerdings sei hier die Devise, sich nicht über andere hinwegzusetzen, sondern den Dialog zu suchen, „miteinander zu reden“. Bosse ermutigte die jungen Menschen, nicht zu resignieren und gemeinsam kreative Lösungen zu finden, denn „ihr könnt viel für eine bessere Zukunft machen.“ Schülerin Mareia Doll und ihre Mitstreiter ließen daran keine Zweifel aufkommen: „Kinder sind die Zukunft – lasst uns die Kinder sein, die die Welt verändern.“

von Mahi Kola

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