Schülerinnen des Marien-Gymnasiums dokumentieren Kaufbeurer Bildwerke

Kulturstadt Kaufbeuren

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Die Schülerinnen der Q11, die die Kaufbeurer Bildwerke erfassen (alphabetisch): Tashina Bayer, Ann-Kathrin Bidell, Linda Bosse, Gamze Ertas, Denise Fischer, Elena Hobbacher, Stefanie Hoffmann, Hannah Huttner, Jelena Lukoschek, Mirjam Mähler, Gina Mayer, Magdalena Mies, N. N. (Namensnennung nicht erwünscht), Marina Schwarz, Alina Simon, Rebekka Steck, zusammen mit Lehrer Thomas Städele und Kreisbote-Mitarbeiterin Ingrid Zasche.

Kaufbeuren – 16 Oberstufenschülerinnen des Marien-Gymnasiums, die 2018 über ihren Abiturthemen schwitzen werden, haben sich in einem von Thomas Städele geleiteten P-Seminar einer Kaufbeurer Dokumentationslücke erbarmt: Bei den Nachforschungen, die Kreisbote-Mitarbeiterin Ingrid Zasche Ende 2014 zum Verbleib der verschwundenen Plastik „Das Geheimnis“ angestellt hatte (wir berichteten), erfuhr sie unter anderem, dass es nirgendwo in der Stadt eine Dokumentation über die im Raum Kaufbeuren vorhandenen Bildwerke gibt.

Lediglich von Skulpturen und vor allem Gemälden, die sich innerhalb von Gebäuden befinden, besteht eine Auflistung. Alle einschlägigen Stellen – Kulturamt, Stadtmarketing, Stadtmuseum, Stadtarchiv u. ä. – zeigten sich jedoch höchlichst daran interessiert, über eine derartige Dokumentation zu verfügen, wenn es jemals eine solche geben sollte. Daher regte Zasche beim Schulamt an, die „Erfassung Kaufbeurer Bildwerke“ an einem der Kaufbeurer Gymnasien als P-Seminar durchführen zu lassen, damit man sich eines Kunstwerks aufgrund der Dokumentation zumindest erinnern kann, falls es wieder einmal aus irgendeinem Grund nicht möglich sein sollte, es zu bewahren.

Zunächst haben die Schülerinnen seit Beginn des Schuljahres 2016/17 allgemeine Themen durchgenommen, Mitte Februar 2017 begann dann der praktische Teil mit der eigentlichen Erfassung. Untersuchungsziele sind der Name eines Bildwerks (zum Beispiel „Das Geheimnis“), eventuell auch sein Spitzname (zum Beispiel „Der nackte Mann“), die dargestellte Person und/oder der Bezug zu Kaufbeuren, der Standort, wann und warum es aufgestellt wurde, eventuell die Kosten, der Name des Künstlers und dessen Kurzbiografie. Dazu kommen eine detaillierte Beschreibung von Material, Größe und Inschrift sowie ein Foto des Objekts, gegebenenfalls zusätzlich eine historische Abbildung. Auch Besonderheiten sollten erwähnt werden, wie zum Beispiel die Tatsache, dass der „Pfahl“, auf dem die „Bremer Stadtmusikanten“ vor der Tierarztpraxis in der Neugablonzer Gewerbestraße 28 stehen, ein ehemaliger Stützpfeiler der Gaspipeline des nach dem Krieg gesprengten Munitionswerks der Dynamit-Nobel AG ist.

Mit diesen Daten wird in Zusammenarbeit mit Rainer Hesse vom Stadtmarketing eine Internet-Datenbank befüllt werden. Außerdem hat Werner Weirich vom Heimatverein seine Bereitschaft signalisiert, die Resultate in Vorträgen und in den Kaufbeurer Geschichtsblättern vorzustellen.

Alles in allem bietet dieses P-Seminar eine Fülle von Fächer-übergreifenden Aktionen: Deutsch ist bei der textlichen Zusammenfassung von Ergebnissen und der Erstellung von Artikeln gefordert, in Literaturgeschichte ergänzen Hintergrundinformationen zu Schriftstellern wie Sophie LaRoche die Recherchen. In Kunst und Kunstgeschichte können Stil und zeitliche Einordnung von Bildwerken und Künstlern behandelt werden. Die historischen Ereignisse, deren mit einem Bildwerk gedacht wurde, passen in den Geschichtsunterricht. Auch das Thema „Denkmalschutz“ bzw. „Denkmalschutzgesetz“ wird vertieft, bei der Interaktion/Kooperation mit Behörden und Vereinen üben die Schülerinnen soziale Kompetenzen, in der Foto-AG erstellen und bearbeiten sie die Dokumentationsfotos und in der Internet-AG schließlich wird alles zu einer Internet-Datenbank zusammengeführt.

Ob eventuell aus den Ergebnissen auch eine touristisch nutzbare Broschüre entsteht, in welchem die beschriebenen Bildwerke auf einem Stadtplan eingezeichnet sind, hängt davon ab, ob sich dafür ein Sponsor findet. Jedenfalls waren die Mädchen bis zu den großen Ferien schon eifrig mit der Jagd nach den benötigten Daten und Bildern beschäftigt und erste, hoch interessante Ergebnisse liegen vor. Man darf gespannt sein, was schließlich alles herausgefunden wurde, wenn die Schülerinnen Anfang 2018 das Projekt abschließen und in seiner Gesamtheit präsentieren.

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