Schülerinnen der Marien-Realschule begeben sich auf neue Pfade

Auf allen Wegen weiter blühen

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Die Jahrgangsbesten Paulina Pienle (1,17, v. li.), Veronika Rappold (1,00), Lisa Boch (1,08) und Alexandra Walden (1,17).

Kaufbeuren – Für 134 Schülerinnen der Kaufbeurer Marien-Realschule ging vergangene Woche im Rahmen einer feierlichen Verabschiedung die Schulzeit zu Ende. Ihre langjährigen schulischen Wegbegleiter gaben ihnen noch einmal Hoffnung und Zuversicht für den persönlichen Beginn ihres neuen Lebensabschnitts.

Schwester Martha Lang, Oberin des Crescentiaklosters, sprach von der Erfahrung, die die Schülerinnen in den letzten Jahren durch die Kommunikation mit den Lehrern und der Klärung von Konflikten sammeln konnten und den Erfolgen sowie Misserfolgen, die sie dabei teilten. Die Oberin wünschte den jungen Frauen, dass sie sich auch auf ihrem künftigen Lebensweg der heiligen Crescentia als „Ratgeberin und Freundin“ anvertrauen, den Dialog mit ihr eingehen und eine beständige, „spürbare Nähe“ von ihrer Seite wahrnehmen.

Auch Oberbürgermeister Stefan Bosse war unter den Ehrengästen, richtete ermutigende Worte an die Absolventinnen und outete sich selbst in diesem Zuge als ehemaliger Realschüler: Um Bürgermeister oder Bundeskanzlerin zu werden, sei durchaus kein höherer Bildungsabschluss nötig; man müsse nur „gewählt werden“.

Daniela Zitt vom Elternbeirat, deren eigene Tochter an diesem Abend unter den Absolventinnen war, bescheinigte den jungen Damen in ihrer emotionalen Abschiedsrede nicht nur ein „mega-geniales Aussehen“, sondern obendrein noch „Köpfchen“. Neben den sonnigen Zeiten hätte es ebenso Donner gegeben, und doch gab Zitt den Mädchen mit auf den Weg, „im Regen zu tanzen“. Unter den vielen „gut gemeinten Ratschlägen“, die man oft zu kriegen hört, hätten sich nach ihrer Erfahrung außerdem folgende bewährt: „Folge deinem Herzen, hör nie auf zu träumen und sei dankbar für das, was du hast“.

Laut den Schülersprecherinnen Amelie Plötz und Julia Hofmair traf man im Klassenzimmer zuweilen auf beidseitiges Verständnis, aber auch Missverständnisse blieben nicht aus: So kam es schon mal vor, dass ein „Perfect!“ des Englischlehrers, welche als Aufforderung zum Einhalten der Zeitform gemeint war, als Lob fehlinterpretiert wurde; oder als es bei der angekündigten „Aufklärung“ im Unterricht – ganz anders als die Schülerinnen erwartet hatten – dann plötzlich um Kant und Lessing ging. Aber unter dem Strich, so betonten die Rednerinnen, hätte es auch Lehrer gegeben, die „uns etwas beigebracht haben“. Den Eltern versprachen sie unterdessen, sie „auch weiterhin zu nerven“.

Selbst wenn die Schülerinnen nun „ein kleines Stück ihrer Heimat“ verließen, so Schulleiterin Susanne Fedchenheuer, bliebe ihnen die Wurzel als Basis zum Gedeihen. Fedchenheuer zog Parallelen zu Goethes Liebesgedicht „Gefunden“ und zur Freude des Dichters darüber, dass die Blumen weiter wachsen und blühen. Unter anderem appellierte sie an den Mut der Mädchen, Zivilcourage zu zeigen, die eigene Meinung gegen den Mainstream zu behaupten, „auch wenn es unbequem ist“, und legte ihnen ans Herz, Empathie und Solidarität zu zeigen.

Jede Schülerin habe unabhängig vom Notenschnitt eine außergewöhnliche Leistung erbracht, vier unter ihnen stachen aber besonders hervor und wurden durch die Frank-Hirschvogel-Stiftung geehrt.

Am Ende der Veranstaltung sangen alle Absolventinnen gemeinsam den Tote-Hosen-Song „An Tagen wie diesen“ und lagen sich in den Armen, hier und da mit Tränen der Rührung in den Augen.

von Mahi Kola

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