„Wesentliche Eckpunkte der Planung“ öffentlich diskutieren und beschließen

Freie Wähler Marktoberdorf: Sitzung zum Schulneubau

+
Der Gebäudekomplex der Grundschule St. Martin – von der Nordseite betrachtet. Rechts der Turm der Frauenkapelle.

Marktoberdorf – „Wesentliche Eckpunkte der Planung“, die im Auslobungstext zum bevorstehenden Architektenwettbewerb vorkommen sollen, seien öffentlich im gesamten Stadtrat zu diskutieren und zu beschließen. Diese Ansicht vertreten mit Nachdruck die Freien Wähler (FW)von Marktoberdorf. Daher haben sie im Januar einen Antrag eingereicht, worin sie eine öffentliche Sitzung des Gremiums ausschließlich zum Thema Sankt-Martin-Grundschule fordern.

Darüber wird in der ersten Sitzung des Stadtparlamentes für 2018 am Montag, 29. Januar, abgestimmt (Beginn ist um 18.30 Uhr). Der Antrag wird als Punkt zwei der Tagesordnung aufgerufen, bevor zur Grundschule und zum Hort St. Martin die Rahmenbedingungen erklärt werden und die weitere Vorgehensweise beraten wird. Zudem soll der Auslobungstext zum Realisierungswettbewerb vorgestellt werden, bei dem Architekturbüros ihre Ideen einreichen können.

Mitte Januar gab es an einem Montagnachmittag einen gut vierstündigen Workshop, bei dem der Auslobungstext für den Architektenwettbewerb erarbeitet wurde. Darunter nahmen auch Stadträte aus allen Fraktionen teil. Der Workshop war nichtöffentlich.

Nicht mehr rütteln an Standortentscheidung

„Wir wollen keine Standortdiskussion mehr aufmachen“, erklären die FW-Stadträte Dr. Andrea Weinhart und Carl Singer in einem Gespräch mit dem Kreisbote. Der Grundsatzbeschluss sei mehrheitlich getroffen worden mit der Ausrichtung, dass die Grundschule St. Martin am jetzigen Standort mitten in der Stadt verbleibt. Zur Erinnerung: Die Freien Wähler waren früher für einen Neubau im Bereich zwischen Hallenbad und dem Schulzentrum.

Weil der Neubau der Schule das wichtigste und in den vergangenen Jahren auch das meistdiskutierte Bauvorhaben der Stadt Marktoberdorf sei, müssten die Bürger und der Stadtrat am gesamten Planungs- und Bauprozess beteiligt werden, heißt es im Antrag an den Stadtrat. Daraus resultiere die Forderung nach einer eigenen Stadtratssitzung ausschließlich zu diesem Thema.

Gewiss sollte im Realisierungswettbewerb den Planern größtmögliche architektonisch-gestalterische Freiheit zugestanden werden. Aber wesentliche Faktoren seien öffentlich im Gremium so zu diskutieren. Wichtige Eckpunkte sind aus Sicht der Freien Wähler die überplanbare Fläche auf dem circa 7000 Quadratmeter großen Grundstück, die Zahl der Geschosse, der Erhalt oder Abriss des Martinsheimes (mit den Museen), der alte Baumbestand, die Sichtachse zum Schlossberg, das Raumprogramm und die förderfähige Größe der Klassenzimmer.

Gründlich behandelt werden soll laut FW die Verkehrssituation mit Parkplätzen und Bushaltestelle. Das reiche bis zur Überlegung, ob Stellflächen für Lehrer ebenerdig oder in einer Tiefgarage berücksichtigt werden, die am späten Nachmittag und am Abend eventuell für andere Autofahrer offen sei, fügt Carl Singer hinzu.

Für die Entscheidung, den Architektenwettbewerb auszuloben, sind nach Ansicht der fünf FW-Stadträte weitere Informationen wichtig. Sie betreffen das pädagogische Konzept der Schule St. Martin, eine Kostenschätzung zumindest anhand von Richtwerten, Angaben zur Containerschule (Ort, Dauer und Kosten), den finanziellen Aufwand eines Umzugs und den Zeitplan vom Auszug aus dem alten Gebäude bis zum Einzug in die neue Schule.

In Marktoberdorf gibt es drei Grundschulen. In die St. Martins-Schule gehen Buben und Mädchen aus dem Stadtgebiet südlich des Jörglweges sowie aus Sulzschneid und Rieder. Die zwei anderen Grundschulen befinden sich in Thalhofen und im nördlichen Stadtgebiet (Adalbert-Stifter-Schule). Der Kindergarten, bisher ebenfalls auf dem Gelände bei der Schule St. Martin, wird abgebrochen und an der Saliterstraße neu gebaut, wofür es bereits einen Architektenwettbewerb gab (wir berichteten).

Wichtig sei, dass mal wesentliche Kennzahlen zu den Kosten der dreizügig vorgesehenen Schule mit den zwölf Klassen den Kosten auf den Tisch kämen, fügen die Stadträte Singer und Weinhart hinzu. „An einer Zahl müssen wir uns doch reiben können“, formuliert es Carl Singer.

Wo eine Grundschule zurzeit neu gebaut wird

In der Nachbarstadt Schongau wird derzeit ein großer Teil der Grundschule mit zurzeit 17 Klassen gebaut und 2019 fertiggestellt. Die Kosten sind dort auf circa 19 Millionen Euro veranschlagt. Ein Gebäude aus den neunziger Jahren bleibt bestehen, doch ansonsten ist auf dem Areal alles abgerissen worden. Geschaffen werden zwölf Klassenräume (so viele sollten es auch bei St. Martin in Marktoberdorf sein), außerdem Platz für zwei Hortgruppen, eine Turnhalle und eine große Mensa. Die Unterbringung zahlreicher Schüler in einer 600 Quadratmeter großen Containeranlage über zweieinhalb Jahre kostet die Stadt Schongau 870.000 Euro.

jj

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
Babys der Woche im Klinikum Kaufbeuren
AfD steckt hinter dem Bürgerbegehren zur Grundstückvergabe für den Moschee-Neubau
AfD steckt hinter dem Bürgerbegehren zur Grundstückvergabe für den Moschee-Neubau
Was haben alle Zeitungen gemeinsam?
Was haben alle Zeitungen gemeinsam?
Tänzelfest erstmals von einem Ministerpräsidenten Bayerns eröffnet
Tänzelfest erstmals von einem Ministerpräsidenten Bayerns eröffnet

Kommentare