Schulen im Aufwind

Zukünftig weiter ansteigender Raumbedarf an Kaufbeurer Schulen

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Auf die Gustav-Leutelt-Schule in Neugablonz kommen nach ersten groben Schätzungen in den nächsten Jahren größere Baumaßnahmen zu.

Kaufbeuren – Welcher Bedarf an Unterrichtsräumen sowie anderen zweckgebundenen Räumen entsteht zukünftig? Wie kann die Stadt darauf reagieren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Verwaltungs-, Finanz- und Stiftungsausschuss in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause.

Dabei standen insbesondere zwei Schulen im Stadtteil Neugablonz im Blickpunkt: die Adalbert-Stifter-Grundschule mit einem aktuellen und mittelfristig erforderlichen Raumbedarf sowie der Entwurf eines Raumkonzeptes zur Sanierung und Erweiterung der Gustav-Leutelt-Grund- und Mittelschule. Wolfgang Höbel als Abteilungsleiter Schulverwaltung und Sport erläuterte die entsprechen Hintergründe.

Nachdem die Adalbert-Stifter-Grundschule bereits im Jahr 2016 um einen Trakt für den Ganztagsbetrieb um insgesamt 260 Quadratmeter erweitert worden war, hatte sich nach den Worten von Höbel schon während der Baumaßnahme gezeigt, dass die Schülerzahlen eine neue Entwicklung nehmen werden. Die ursprüngliche Datenlage hatte für die Schule sinkende Zahlen signalisiert mit etwa 290 Schülern in zwölf bis 13 Klassen. Aktuell seien es für das gerade begonnene Schuljahr 309 Schüler in 16 Klassen. Bis 2025/26 könnten es 17 bis 18 Klassen bei rund 400 Schülern sein.

Um den aktuellen Fehlbedarf zu decken, werden vorübergehend zwei Klassenzimmer-Container zur Verfügung gestellt. Kurzfristig fehlen etwa 220 Quadratmeter Hauptnutzfläche und mittelfristig zusätzlich 480 Quadratmeter. Die Verwaltung schlug dem Gremium vor, zugunsten einer sorgfältigen Planung – auch mit Blick auf die Entwicklung zur möglichen Ganztagsschule – das erweiterte Raumprogramm zunächst mit der Regierung von Schwaben abzustimmen und dem Ausschuss zur abschließenden Entscheidung vorzulegen.

Mehr Raumbedarf

Ähnlich stellt sich die Situation an der Gustav-Leutelt-Grund- und Mittelschule dar. Hier war aufgrund eines steigenden Bedarfs in der Ganztagsbetreuung und eines erheblichen Sanierungsbedarfs sowie steigender Schüler- und Klassenzahlen und vor dem Hintergrund der schwierigen baulichen Gesamtsituation zunächst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Sie sollte eine erste grobe Einschätzung der Kosten geben, die mit etwa 16 Millionen Euro für die Gesamtmaßnahme beziffert werden. Während die Schülerzahlen aktuell bei 436 (in 23 Klassen) liegen, werden für das Schuljahr 2025/26 etwa 540 Schüler erwartet. Daraus resultiert der Entwurf eines Raumprogramms mit einem Fehlbedarf für verschiedenste Räume von rund 600 Quadratmetern. Der momentane Zeitplan sieht nach Genehmigung aller zuständigen Gremien eine Einreichung des Förderantrags für 2019 vor, sodass die Bauzeit von Ende 2020 bis Ende 2024 erfolgen könnte.

Hintergründe für den Anstieg der Zahlen sind nach Höbels Worten ein stärkerer Zuzug, höhere Geburtenraten und zunehmende Bauaktivitäten. Zudem entstehen bei Migrationsanteilen von über 50 Prozent in den Klassen andere Klassenteilungszahlen – also mehr Klassen mit weniger Schülern. Dadurch entsteht ein höherer Raumbedarf. Christian Sobl (CSU) warb für den aus seiner Sicht stark wachsenden Stadtteil Neugablonz durch den Zuzug von Familien mit Kindern, auch aus den Ballungszentren. Bernhard Pohl (FW) verglich Neugablonz mit der größenmäßig ähnlichen Stadt Mindelheim und warnte vor „zu kleinem Bauen“.

von Wolfgang Becker

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