"Der Förderbedarf der Kinder steigt"

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In ihren schulvorbereitenden Einrichtungen kümmert sich die Schwabenhilfe um die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder. „Der Förderbedarf wächst“, so Werner Krause, Leiter der Geschäftsstelle des Vereins in Augsburg.

Schwaben/Landkreis – Mehr Personal möchte der gemeinnützige Verein Schwabenhilfe für Kinder e. V. für seine schulvorbereitenden Einrichtungen einstellen. Denn: „Der Förderbedarf der Kinder wächst stetig“, so Geschäftsstellenleiter Werner Krause. So will der Verein sicherstellen, dass künftig besser auf Einzelfälle eingegangen werden kann, außerdem soll der sinkenden Zahl an Praktikanten begegnet werden. Hinsichtlich der Teilfinanzierung des sogenannten „Zweitkraft-Modells“ per Umlage gab der Kreisausschuss im Ostallgäu nun grünes Licht.

Sprachprobleme, Schwierigkeiten im Sozialverhalten – gut, wenn solche Probleme bereits im Vorschulalter auffallen. Denn dann haben Eltern die Möglichkeit, ihr Kind in eine sogenannte „Schulvorbereitende Einrichtung“ (SVE) zu geben, wo die Fachkräfte es intensiv und bestmöglich auf den Besuch einer Regelschule vorbereiten. Alle Landkreise und kreisfreien Städte im Regierungsbezirk Schwaben außer Dillingen sind Mitglied im Verband und nehmen die Trägerschaft der Schwabenhilfe in Anspruch. Neun solcher SVE-Gruppen gibt es auch über den Landkreis Ostallgäu verteilt, betrieben werden sie von der Erich-­Kästner-Schule Füssen, der Don-Bosco-Schule in Markt­oberdorf und der Kaufbeurer Josef-Landes-Schule. Träger ist der gemeinnützige Verein Schwabenhilfe e. V. 

Weil der Förderbedarf der Kinder laut dessen Geschäftsstellenleiter Werner Krause immer mehr steigt, möchte der Verein mehr Personal einstellen. Geplant ist, dass jede Gruppe statt wie bisher von einer Fachkraft und einem Praktikanten künftig zusätzlich auch noch von einer Erzieherin oder einem Erzieher betreut wird. „Es gibt zwar keine wachsende Zahl an Kindern, die unsere SVE-Gruppen besuchen, der Förderbedarf der einzelnen Kinder nimmt aber erfahrungsgemäß immer mehr zu, vor allem im sozialen und emotionalen Bereich“, so Krause. Immer öfter müssten sich die Betreuer intensiv um einzelne Fälle kümmern, was wiederum dem Förderbedarf der gesamten Gruppe entgegenstehe. 

Außerdem seien die Praktikanten zwar eine wichtige Hilfe, dürften aber eine Gruppe nicht selbstständig beaufsichtigen. „Schon jetzt geht die Zahl der Bewerbungen immer mehr zurück. Wenn nun auch noch die Erzieherausbildung neu geregelt wird, ein Bereich, aus dem die meisten Praktikanten kommen, reicht das bestehende Personal einfach nicht mehr aus“, fügt Krause hinzu. 

Die Mehrkosten für die zusätzlichen ausgebildeten Erzieher übernimmt der Freistaat nicht – deshalb gab der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für eine Verdoppelung der Umlage für die SVE-Gruppen von 40.500 auf 81.000 Euro im Jahr. In der kommenden Mitgliederversammlung der Schwabenhilfe muss nun noch abgeklopft werden, ob auch die anderen Landkreise hinter dem neuen Personalmodell stehen. Gibt es eine Zweidrittelmehrheit für die Pläne, steht einer Umsetzung nichts mehr im Wege. 

Dem Projekt bereits zugestimmt oder eine Zustimmung in Aussicht gestellt haben neben dem Ostallgäu bislang auch die Landkreise Oberallgäu, Günzburg, Aichach-Friedberg und Donau-Ries sowie die kreisfreien Städte Kempten und Memmingen ab dem Haushaltsjahr 2017.

von Michaela Frisch

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