Stadt lenkt offenbar ein

Amphibienschutz: Wird Bauabschnitt am Kaiserweiher verlagert?

Amphibienwanderung im verschneiten Oberallgäu: Der Grasfrosch ist auf dem Weg zu seinem Laichplatz.
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Ein weiteres Neubaugebiet könnte Fröschen, Kröten und Molchen den letzten freien Zugang zum Kaufbeurer Weiher versperren. Die Mitglieder der Amphibienschutz AG der Ortsgruppe Kaufbeuren des Bund Naturschutz befürchten, dass die Population dadurch ausgerottet wird. 

Kaufbeuren – Schon lange kämpfen Naturschützer um die Amphibienpopulation am Kaiserweiher. Vor allem der geplante 3. Bauabschnitt würde jetzt laut Bund Naturschutz die Kröten und Frösche gefährden (wir berichteten mehrfach). Nun scheint die Stadt offenbar einzu­lenken. Bei einem runden Tisch verkündete Oberbürgermeister Stefan Bosse, sich dafür einsetzen zu wollen, von den bisherigen Plänen abzurücken und stattdessen Flächen im Norden des Bauabschnittes 2 auf Bebaubarkeit prüfen zu lassen, um hierhin den 3. Bauabschnitt vorlagern zu können. Dieses hatte der Bund Naturschutz so vorgeschlagen.

Wie berichtet, plante die Stadt auf der Fläche zwischen der Finanzhochschule und der Kemnater Straße in Kaufbeuren einen dritten Bauabschnitt. Die Stadt Kaufbeuren hat hier eine Planung mit rund 50 Wohneinheiten entworfen, bestehend aus Einzel- und Reihenhäusern. Grundstückseigentümer ist überwiegend der Bezirk Schwaben. Dagegen liefen die Naturschützer Sturm. Denn ein weiteres Neubaugebiet könnte jetzt Fröschen, Kröten und Molchen den letzten freien Zugang zum Weiher versperren. Die Mitglieder der Amphibienschutz AG der Ortsgruppe Kaufbeuren des Bund Naturschutz befürchten deshalb, dass die Population dadurch ausgerottet wird. Schon jetzt würden die meisten Tiere ihre Wanderung nicht überleben.

Bei einem Runden Tisch am vergangenen Donnerstag wurden nun Kompromiss-Lösungen ausgelotet. Teilnehmer waren der Bund Naturschutz, vertreten durch seinen Gebietsreferenten für Südbayern Thomas Frey, der örtliche Bund Naturschutz und Amphibien-Experten des BN sowie die Stadt Kaufbeuren, vertreten durch OB S Bosse, 2. Bürgermeister Oliver Schill sowie Referatsleiter aus den Bereichen Bau und Umwelt sowie Liegenschaften. Auch die untere Naturschutzbehörde war anwesend.

Korridore und Leiteinrichtungen für die Tiere

Die Stadt erläuterte, dass den Belangen des Amphibienschutzes durch Korridore und Leiteinrichtungen für Amphibien Rechnung getragen werden solle. Die Vertreter des Bund Naturschutz stellten die Bedeutung des Amphibien-Vorkommens dar. Der Kaiserweiher habe in Bezug auf die Amphibien bayernweite Bedeutung, der letzte freie Korridor nach Westen müsse unbedingt erhalten bleiben um die Population zu sichern. Auch eine reduzierte Bebauung komme nicht in Frage, wolle man den Bestand nicht gefährden. Statt dessen könne die Stadt Flächen im Norden des Bauabschnittes 2 auf Bebaubarkeit prüfen, hier könne ein 3. Bauabschnitt vorgelagert werden. Dieser könne durch seine Ausrichtung möglicherweise sogar dem Amphibienschutz dienen, wenn die Tiere dadurch um die gesamte Bebauung herumgeleitet werden könnten.

OB Bosse erklärte, dass er und Bürgermeister Schill sich dafür einsetzen werden, von der bisherigen Planung Abstand zu nehmen und den Vorschlag des BN mit Stadtplanung und Bezirk Schwaben zu prüfen.

Geprüft werden soll ferner der Vorschlag des Bund Naturschutz , die bislang für den BA 3 vorgesehenen Flächen ökologisch aufzuwerten, um den Korridor für die Amphibien zu verbessern. Ein solches Projekt werde vom Freistaat Bayern hoch gefördert, eine Beteiligung von Bund Naturschutz und Bezirk Schwaben sei denkbar.

kb

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