Die neue Küferei von Kloster Irsee

Schwäbisches Bildungszentrum erhält Erweiterungsbau mit großzügigem Gartensaal und modernen Gästezimmern

Bezirkstagspräsident Martin Sailer (2. v. re.) und Bezirkstagsvizepräsidentin Barbara Holzmann (rechts) bei der Übergabe des Grundsteins der neuen Küferei durch den kaufmännischen Leiter Georg Maas (links) und Werkleiter Dr. Stefan Raueiser.
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Bezirkstagspräsident Martin Sailer (2. v. re.) und Bezirkstagsvizepräsidentin Barbara Holzmann (rechts) bei der Übergabe des Grundsteins der neuen Küferei durch den kaufmännischen Leiter Georg Maas (links) und Werkleiter Dr. Stefan Raueiser.

Irsee – „Ein Gebäude gibt dem Menschen Raum und seinem Wirken einen Rahmen“, betonte Bezirkstagspräsident Martin Sailer bei der Übergabe des neuen Erweiterungsbaus des Schwäbischen Bildungszentrums in Irsee. „Die Wurzeln der modernen Küferei reichen zurück bis ins 17. Jahrhundert, ihre Fertigstellung schlägt ein neues Kapitel in der öffentlichen Nutzung der denkmalgeschützten Gebäude auf, die vor vierzig Jahren mit der Eröffnung von Kloster Irsee als Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bezirks Schwaben begann“, hob der Präsident des schwäbischen Bezirkstags hervor. 

Über einem 200 Quadratmeter großen, teilbaren Konferenzraum, an den sich im Erdgeschoss ein großes Foyer und eine Ausgabeküche anschließen, sind acht Doppel-, sieben Einzel- und vier barrierefreie Zimmer untergebracht, die entweder einen Blick auf die Gartenfassade des Klosters ermöglichen oder Aussicht auf den idyllischen Klosterweiher bieten.

Der Leiter des Schwäbischen Bildungszentrums, Dr. Stefan Raueiser, freut sich: „Mit der neuen Küferei erhalten wir einen zusätzlichen Tagungsraum, der als ‚Gartensaal‘ den Blick von außen nach innen führt und unseren Gästen ein Tagungserlebnis im Grünen ermöglicht. Die neu modellierte Hang- und Treppenlandschaft davor erlaubte die Öffnung eines bislang unterirdisch verlaufenden Arms des Irseer Bachs, die in Anlehnung an Vorgängerbauten einem Mühlkanal nachempfunden ist. Die durch eine ‚Glasfuge‘ geschaffene Anbindung an das historische ,Sommerhaus‘ ermöglicht die barrierefreie Erschließung aller Baukörper von Kloster Irsee“.

Planung und Umsetzung

2016 lobte das Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bezirks Schwaben einen Architektenwettbewerb aus, den der Entwurf „Erweiterungsbau Küferei“ der „Bankwitz beraten planen bauen GmbH“ aus Kirchheim/Teck für sich entscheiden konnte. Die Jury überzeugte die klare architektonische Formensprache, die barrierefreie Einfügung in das Gesamtensemble und eine überlegte Zuordnung der Funktionen „Arbeiten – Tagen – Feiern“.

Zwischen 2017 und 2020 wurde dann auf dem ehemaligen Wirtschaftshof der Benediktinischen Reichsabtei Irsee ein neues Konferenz- und Tagungsgebäude mit dem multifunktionalen Gartensaal und 19 Gästezimmern errichtet. Das schiefergedeckte Dach erhielt eine integrierte Photovoltaikanlage zur Eigennutzung, die Heiz-Kühldecken im Innern werden im Sommer durch einen Wärmetauscher mit Irseer Bachwasser gekühlt.

Die beim ersten Spatenstich im September 2018 prognostizierten Gesamt-Projektkosten in Höhe von zehn Millionen Euro aus Mitteln des bezirklichen Eigenbetriebs konnten eingehalten werden.

Broschüre zur Fertigstellung

Da coronabedingt weder ein Tag der offenen Tür noch eine Eröffnungsfeier möglich sind, hat das Schwäbische Bildungszentrum eine Broschüre aufgelegt, die auf 64 Seiten mit 85 Fotografien und farbigen Planzeichnungen aufwartet. In der Publikation berichten Archäologen, Geologen und Historiker über Befunde und Geschichte des Baugrunds. Die beteiligten Innen-, Landschafts- und planenden Architekten erläutern die Leitideen des neuen Bauwerks und seine Einbettung in das denkmalgeschützte Ensemble von Kloster Irsee.

Die Broschüre kann ab Mitte Dezember über den Buchhandel oder an der Rezeption von Kloster Irsee zum Preis von sechs Euro erworben werden.

kb

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