Hege- und Naturschutzschau der Jägervereinigung Marktoberdorf

Schwarzwild bereitet Sorgen

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Bei der diesjährigen Hege- und Naturschutzschau der Jägervereinigung Marktoberdorf: MdL Dr. Leopold Herz (v. li.), Stellvertretender Vorsitzender Werner Schneider, Landrätin Maria Rita Zinnecker, Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und Forstdirektor Stephan Kleiner.

Marktoberdorf – Bei der diesjährigen Hege- und Naturschutzschau der Jägervereinigung Marktoberdorf e.V. hatte die zur Zeit grassierende Grippe auch ihre Spuren hinterlassen. So mancher Platz im sonst stets vollbesetzten Modeon blieb leer und so musste auch 1. Vorsitzender Peter Keßler passen. Sein Stellvertreter, Werner Schneider, vertrat den verhinderten Vorsitzenden bestens und leitete routiniert die Veranstaltung.

Bereits im Vorfeld konnten Fachleute und die Allgemeinheit die Gelegenheit nutzen um eine Trophäenschau sowie eine Ausstellung des Fischereivereins Marktoberdorf zu besuchen. Den offiziellen Teil umrahmte die Jagdhornbläsergruppe der Jägervereinigung Marktoberdorf unter der Leitung von Markus Baur.

In seinem Grußwort erklärte Marktoberdorfs Erster Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell, dass die Zahl der ausgestellten Trophäen und der Anwesenden, klar erkennen lasse wie ernst die heimischen Jägerinnen und Jäger die gestellten Aufgaben nehmen. Dabei gebe es immer wieder Probleme und Herausforderungen zu meistern. Wie beispielsweise aufgetretene Verbissschäden oder wegen der vor „unserer Haustüre“ angekommenen Afrikanischen Schweinepest (ASP). „Ich bin mir sicher und überzeugt davon, dass auch diese Probleme gelöst werden und habe größtes Vertrauen, dass sich unsere Wälder und die sie umgebende Natur in den besten Händen befinden“, so Marktoberdorfs Rathauschef.

Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass diese Hegeschau eine echte Leistungsschau sei und eindrucksvoll zeige, mit wie viel Sachverstand und innerer Berufung die heimische Jägerschaft ihren Pflichten und Aufgaben einer waidgerechten Hege und Jagd nachkomme. Eine gute Zusammenarbeit und Partnerschaft mit dem Landratsamt sei deshalb äußerst wichtig. Gemeinsam werde man auch die kommenden Herausforderungen meistern.

Finanzielle Unterstützung

Die Reduzierung des Schwarz­wildbestandes sei gebotene Pflicht. Im Hinblick auf die sich immer weiter ausbreitende ASP erklärte Zinnecker, dass die Verkehrs- und Transportwege hauptverantwortlich für deren Ausbreitung wären. „Andererseits sind wir wachsam, werden die Risiken entsprechend einkalkulieren und wissen was zu tun ist“. Abschließend erklärte die Landrätin, dass man die Jäger nicht nur zum vermehrten Abschuss von Schwarzwild auffordere, sondern auch mit Abschussprämien und einer finanziellen Beteiligung bei der obligatorischen Trichinenuntersuchung unterstütze (wir berichteten).

Ein respektvoller Umgang

Vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellte sich mit Stephan Kleiner der neue Bereichsleiter den Anwesenden vor. Ein respektvoller und offener Umgang zwischen Landwirten und Jägern sei ihm äußerst wichtig. Er bezeichnete die enormen Mengen an Bruchholz in unseren Wäldern und die dadurch zu erwartende Borkenkäferplage als ein nicht zu unterschätzendes Problem der nächsten Wochen und Monate.

Abgeordneter Dr. Leopold Herz von den Freien Wählern und Sprecher für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Bayerischen Landtag dankte für die Einladung und wies darauf hin, dass die Einbindung der Politik in die Praxis sehr wichtig sei und da seien solche Veranstaltungen wie eine Hege- und Naturschutzschau das beste Forum.

Sollabschuss bei Rot- und Rehwild nicht erfüllt

Jagdberater Christian Löwenmuth vom Landratsamt Ostallgäu stellte die Jahresabschusszahlen vor und verglich dabei zwischen Soll- und Ist-Abschuss. Beim Rotwild wurde mit 124 erlegten Tieren die geforderte Quote mit 76 Prozent nicht erreicht; ebenso nicht beim Rehwild mit 2.807 erlegten Tieren bei einem Sollabschuss von insgesamt 3.146 Böcken, Geißen und Kitzen. Beim erlegten Schwarzwild habe der vor allem in den Wintermonaten erhöhte CäsiumBq-Wert gewisse Sorgen verursacht.

„Rettungskette Forst“

Zum Thema „Rettungswesen Forst“ referierte abschließend Forstrat Franz Kroll und erklärte dabei den Anwesenden die sogenannte Rettungskette Forst, die in den letzten Jahren für eine verbesserte und schnellere Versorgung und den Abtransport verunglückter Waldarbeiter, aber auch Forstleuten und Privatpersonen aus den hiesigen Waldgebieten geschaffen wurde. Insgesamt 750 derartige Rettungstreffpunkte gibt es mittlerweile im Allgäu – davon 350 allein im Ostallgäu.

von Klaus-Dieter Körber

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