Keine Besuche, keine Vermittlungen, keine Einnahmen

Schwere Zeiten im Tierheim Beckstetten wegen Corona-Krise

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Tierheimleiterin Lisa Hölzel und Frank Dämgen als Vorsitzender des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung versuchen, das Tierheim in Beckstetten durch die Corona-Krise zu bekommen. Unser Foto zeigt sie mit den beiden Hunden Aras und Attesch, die auf Vermittlung warten. Wegen fehlender Einnahmen aus der Vermittlung ist das Tierheim nun vermehrt auf Spenden angewiesen.

Beckstetten – Aras und Attesch sind zwei Brüder und ein Dream-Team was Gelassenheit und Freundlichkeit angeht. Die Rüden leben derzeit im Tierheim Beckstetten und warten auf ein neues Zuhause, sprich auf die Vermittlung. Das dürfte aber noch dauern, denn die Corona-Krise hat auch das Tierheim Beckstetten fest im Griff. Ein großes Schild weist die Besucher darauf hin, dass das Tierheim geschlossen ist. Keine Besuche, keine Vermittlungen, aber dadurch auch keine Einnahmen.

Die Hunde und Katzen in Beckstetten dürfen sich über etwas mehr Zeit ihrer Betreuer freuen, da die Vermittlungen nicht stattfinden. Da gibt es auch einmal Streicheleinheiten für die Katzen, erzählte Tierheimleiterin Lisa Hölzel unserer Zeitung. „Wir gehen auch mit den Hunden spazieren.“ Das ist in „Nicht-Corona-Zeiten“ eher eine Aufgabe für ehrenamtliche „Gassigeher“.

Wegen des Coronavirus haben Lisa Hölzel und der Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung, Frank Dämgen, das Personal in zwei unabhängig voneinander operierende Schichten mit jeweils vier Mitarbeiterinnen eingeteilt. Sollte eine Mitarbeiterin positiv auf das Coronavirus getestet werden und die Schicht in Quarantäne gehen müssen, könnte die andere Schicht übernehmen. „So können wir die Betreuung der Tiere sicherstellen“, betonte Dämgen.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Seite wird das erst einmal kein gutes Jahr für das Tierheim, befürchtet Frank Dämgen. Als Vorsitzender des Tierschutzvereins Kaufbeuren ist er gleichzeitig Chef des Beckstettener Tierheimes. Das auch in diesem Jahr vorgesehene Sommerfest wird wegen Corona ausfallen. Auch die für den 22. Mai geplante Mitgliederversammlung hat Dämgen vorsichtshalber schon verlegt. Sie soll nun am 25. September in Mauerstetten im Sonnenhof stattfinden.

Fehlen werden dem Tierheim im ersten halben Jahr nicht nur die Einnahmen aus der Tiervermittlung sondern auch aus der Tierpension. „Wir sind dringend auf Spenden angewiesen“, sagte Frank Dämgen unserer Zeitung.

Oft sind es Kleinigkeiten, die das Leben der Tierschützer in Corona-Zeiten zusätzlich erschweren. „Wir brauchen für das Tierheim logischerweise viel Putz- und Desinfektionsmittel. Im Supermarkt dürfen wir aber nur die haushaltsüblichen Mengen kaufen“, betonte Lisa Hölzel. Zum Glück habe man aber im Internet einen Großhandel gefunden, der das Tierheim beliefert. Auch die großen Mengen Gemüse, die für die Kleintiere gebraucht werden, stoßen auf Argwohn und finden nicht immer sofort die Zustimmung der Ladeninhaber. „Dafür haben wir wenigstens bei Toilettenpapier keinen Engpass“, sagte eine schmunzelnde Lisa Hölzel.

von Siegfried Spörer

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