SEBA Hydrometrie: Vom feinmechanischen Betrieb zum Weltmarktführer

Heimlicher Marktführer feiert 50 Jahre

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Ehrungen zum 50-jährigen Firmenjubiläum bei SEBA Hydrometrie: ehemaliger Geschäftsführer Wolfgang Zasche (v. li.), die Unternehmensgründer Wolfgang Marxer und Dionys Fröhlich, sowie der aktuelle Geschäftsführer Rudolf Düster

Kaufbeuren – SEBA Hydrometrie feierte kürzlich in einer Festveranstaltung ihr 50-jähriges Firmenjubiläum. Geschäftsführer Rudolf Düster begrüßte zahlreiche Ehrengäste, Mitarbeiter und Lieferanten. Auch von den über 120 Partnern weltweit waren zahlreiche Vertreter seinem Ruf nach Kaufbeuren gefolgt.

Und so nahm Geschäftsführer Düster in seiner Begrüßungsrede die Zuhörer mit auf eine Zeitreise: „Bei einem 50-jährigen Jubiläum schaut man gerne zurück.“ Die Gründung von SEBA Hydrometrie 1967 hätte mitten in einer Wirtschaftskrise in Deutschland mit steigenden Arbeitslosenzahlen und Kurzarbeit bei VW und Opel stattgefunden. Im Zweiten Deutschen Fernsehen war erstmals „Aktenzeichen XY…ungelöst“ ausgestrahlt und Eintracht Braunschweig Deutscher Fußballmeister geworden. Großbritannien hatte den zweiten Antrag auf Aufnahme in die EU gestellt und auf der Turiner Autoschau wurde ein Elektroauto vorgestellt, das 320 Kilometer weit mit einer Batterie fahren konnte.

In diese Zeit hinein wurde die SEBA Hydrometrie von Dionys Fröhlich und Wolfgang Marxer in der Lindauer Straße in Oberbeuren als feinmechanischer Betrieb gegründet. Zur Erinnerung wurden Fotos von der Gründung bis heute auf einer Leinwand gezeigt, stimmungsvoll untermalt von Julia Haug (Gesang) und Daniel Gallmayer (Piano). Mancher Mitarbeiter erkannte sich auf den Fotos erst selbst, als er vom Nachbarn mit einem breiten Grinsen angeschubst wurde.

Der frühere Geschäftsführer Wolfgang Zasche, der von 1990 bis 2012 die Geschicke des Unternehmens leitete, erzählte, wie er 1978 als Vertriebsingenieur ins Unternehmen kam. Früh gehörten Entwicklungshilfeorganisationen zu den Kunden für Messgeräte zur Grundwasser-, Niveau- und Abflussmessung. 1980 hielt die Elektronik Einzug bei SEBA und kurz darauf zog man in ein eigenes Gebäude in Neugablonz um. „Wir haben fast alles richtig gemacht“, sagte Zasche, „sonst wären wir jetzt nicht seit vielen Jahren Weltmarktführer mit hoher Innovationskraft“. Die von fast 100 Mitarbeitern des Unternehmens gefertigten Messgeräte kämen auf der ganzen Welt zum Einsatz, in den Wüsten und im ewigen Eis.

Auch Winfried Nusser, Vorstand des langjährigen Finanzpartners Kreis- und Stadtsparkasse, erinnerte zeitlich an 1967, als die B12 noch durch die Schmidgasse und die Kaiser-Max-Straße führte. Nusser lobte die Erfolgsgeschichte von SEBA Hydrometrie: „Um neue Wege zu beschreiten, braucht man Mut und Idealismus. Sie haben es gemacht“.

Ehrengast Professor Martin Lees forderte die umsichtige Verwaltung der Rohstoffe.

Nachdenklich machende Worte fand Ehrengast Professor Martin Lees aus Großbritannien, ehemaliger Rektor der UNO-Friedensuniversität (UPEACE) in Costa Rica und Generalsekretär des „Club of Rome“. Er mahnte die Grenzen des Wachstums an und forderte die umsichtige Verwaltung der Rohstoffe, insbesondere des Wassers. Die Versauerung und Erwärmung der Weltmeere führe zu einer Destabilisierung des Klimas. Zu den weltweiten Klimaschutzzielen meinte Lees: „Unsere Antwort auf diese Frage wird die Zukunft unserer Kinder bestimmen“. Noch könne man die Herausforderungen meistern, die Probleme seien global und deshalb müssten alle zusammenarbeiten. „Die Reserven an Süßwasser müssen bewahrt werden. Wichtig dazu sind exakte Daten zu Verfügbarkeit und Qualität.“ Er dankte deshalb den Mitarbeitern der SEBA Hydrometrie für die hohe Qualität ihrer Geräte.

Um ein Zeichen zu setzen, unterstützte und warb Geschäftsführer Düster abschließend für ein Brunnenbauprojekt in Äthiopien durch die Neugablonzer Hilfsorganisation „humedica“ und spendete die ersten Geldscheine in die aufgestellte Sammelbox.

von Wolfgang Krusche

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