Seehofer drückt auf den roten Knopf

Sie drückten gemeinsam den Startknopf für die neue Produktionslinie: Nandu Nandkishore (v.l.), stellv. Generaldirektor Nestlé S.A., Nestlé-Ehrenpräsident Helmut Maucher, Landrat Johann Fleschhut, Ministerpräsident Horst Seehofer, Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG und Staatssekretär Dr. Gerd Müller. Foto: Simm

Mehrfach bangten die über 600 Mitarbeiter des Nestlé-Werks in Biessenhofen in den vergangenen zwei Jahrzehnten um den Fortbestand ihrer Arbeitsplätze. Mit der Inbetriebnahme des 117 Millionen Euro teuren Neubaus scheinen diese Sorgen für absehbare Zeit endgültig vom Tisch zu sein. Nestlé bekennt sich ganz klar zu seinem Allgäuer Standort. So reiste zur offiziellen Einweihungsfeier auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer an.

Schon 1905 kam der Standort Biessenhofen zur Nestlé-Gruppe dazu; anfangs als Produktionsstätte für Schokoladenerzeugnisse, Kondensmilch und Milchpulver. Die Bärenmarke war legendär. Als sie vor einigen Jahren sozusagen das Allgäu verließ, wurde eine Schließung des hiesigen Werkes befürchtet. Umso größer war die Erleichterung in der Region und insbesondere natürlich bei den Beschäftigten als vor zwei Jahren die Entscheidung für eine enorme Investition in den Ausbau des Standortes fiel. In Biessenhofen werden hypoallergene Säuglingsmilchnahrung, Milchfertigbreis, klinische Trinknahrung, Feinkostsaucen und Kaffee-Milch-Mischgetränke hergestellt. Im April 2009 wurde mit dem Bau der Werkserweiterung gestartet. Als der Rohbau im Frühjahr 2010 stand, verging bis jetzt noch fast ein Jahr für den Einbau der hochspezialisierten Anlagen und Maschinen, die in dieser Art eigens für Nestlé gebaut werden, wie Professor Dr. Ing. Werner Bauer, Generaldirektor Nestlé S.A. ausführte. Insgesamt beträgt die Investitionssumme für die Werkserweiterung rund 117 Millionen Euro. Die Kapazitäten können somit auf 28.000 Tonnen pro Jahr gesteigert werden, was einem Ausstoß von bis zu 45 Millionen Packungen entsprechen wird. Die verschiedenen Produkte aus dem Ostallgäuer Werk werden weltweit in 80 Länder exportiert. Ministerpräsident Seehofer würdigte ausgiebig die „Zielsetzung von Nestlé auf Qualität“, womit der Konzern seine Kunden auf den Weltmärkten überzeuge. Allergien vorbeugen „Nestlé gibt mit dieser Investition ein Bekenntnis zu Bayern ab“, freut sich Ministerpräsident Horst Seehofer bei der Erstinbetriebnahme der Produktionslinie für hypoallergene Säulingsmilchnahrung im Neubau. Mütter, die nicht oder nur eingeschränkt stillen können, haben die Möglichkeit, mit dieser so genannten H.A. Babynahrung bei ihrem Nachwuchs gegen Allergien und allergiebezogene Hautausschläge vorzubeugen, erklärte Generaldirektor Werner Bauer. Dies sei insbesondere wichtig, wenn in der Familie bereits Veranlagungen zu Allergien festgestellt wurden. Allgäuer Leuchtturm Voll des Lobes für Nestlé zeigten sich auch die weiteren Festredner der Einweihungsfeier, die in der neuen Produktionshalle stattfand. Dr. Gerd Müller, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, betonte: „Als größter Nahrungsmittelhersteller der Welt haben Sie in der schönsten Region Europas die innovativste Produktionsstätte des Unternehmens im Ostallgäu errichtet.“ Von einem „Allgäuer Leuchtturm“ sprach Ostallgäus Landrat Johann Fleschhut mit Blick auf den Neubau der Signalwirkung habe und Zeichen setze. Die Freude der 640 Mitarbeiter des Werks brachte Betriebsrätin Susanne Ferschl strahlend zum Ausdruck. „Wir geben an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr unser Bestes“, hob Ferschl hervor, wie sehr die Beschäftigten zu ihrem Nestlé-Werk Biessenhofen stehen.

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