Stadt ehrt Bundesinnenminister: „Ohne ihn gäbe es kein Gymnasium“

Seehofer ist Ehrenbürger von Buchloe

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Bürgermeister Josef Schweinberger (rechts) empfing Bundesinnenminister Horst Seehofer für die Verleihung der Ehrenbürgerwürde vor dem Buchloer Rathaus.

Buchloe – Die Ehrenbürgerwürde ist in Buchloe eine Auszeichnung, die man sich erst verdienen muss. Insgesamt wurde die Ehrenbürgerwürde im Laufe der Jahrzehnte nur zwölfmal verliehen. Bayerns ehemaliger Ministerpräsident und heutiger Bundesinnenminister Horst Seehofer gehört nun auch zum erlauchten Kreis der Buchloer Ehrenbürger. Sein Verdienst: Ohne seinen Einsatz als Ministerpräsident des Freistaates hätte Buchloe kein eigenes Gymnasium. Dazu muss man wissen, dass der damalige Kultusminister Ludwig Spaenle bereits die Zustimmung für ein Buchloer Gymnasium verweigert hatte.

Es war Doris Ballon, die den Stein ins Rollen brachte. Die Buchloer Fördervereinsvorsitzende für das Gymnasium nutzte bei einem Empfang des Bayerischen Ministerpräsidenten in Augsburg im Jahr 2009 die Gelegenheit, Horst Seehofer von der Notwendigkeit eines Gymnasiums in Buchloe zu überzeugen. Der versprach, sich um die Sache zu kümmern und hielt Wort. Bürgermeister Josef Schweinberger erinnerte sich, dass der Besuch der Ostallgäuer Delegation eines der einschneidendsten Erlebnisse seiner Amtszeit geworden sei. Zwei Stunden hätten Vortrag und Diskussion in der Staatskanzlei in München gedauert. Als die Minister und Ministerialen schließlich nach ihrer Beratung in den Kabinettssaal zurückgekommen seien, hätte man, so Schweinberger in seiner Laudatio, am säuerlichen Gesicht des Kultusministers buchstäblich ablesen können, dass Buchloe sein Gymnasium bekomme. „Für seinen Einsatz sind wir alle Horst Seehofer unendlich dankbar“, sagte ein bewegter Rathaus­chef. Für ihn ist die Geschichte wie ein Märchen.

Für Horst Seehofer ist im Nachgang die Geschichte um das Buchloer Gymnasium kein Märchen, „sondern eher ein Wunder“. In einer launigen Rede schilderte er die Ereignisse aus seiner Sicht. Die Stimmung in der CSU sei nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei den Wahlen im Jahr 2008 nicht die beste gewesen. Dann auch noch mit einem bereits ministeriell abgelehnten Projekt zu kommen, sei auch nicht die beste Idee gewesen. Aber, so Horst Seehofer, die Argumente für ein Buchloer Gymnasium waren besser. Für ihn als Politiker habe immer gegolten, dass man vernünftigen Argumenten gegenüber aufgeschlossen sein müsse und seine Zeit nicht damit verbringen solle, wie man etwas verhindern könne.

Im großen Sitzungssaal des Buchloer Rathauses erhielt Horst Seehofer vor den geladenen Gästen die Ehrenbürgerurkunde feierlich von Bürgermeister Josef Schweinberger überreicht.

Die Verleihung einer Ehrenbürgerwürde ist eine Sache, der Besuch des amtierenden Innenministers eine andere. Sicherheit wurde groß geschrieben und Buchloes Rathaus glich einem Hochsicherheitstrakt. Bernhard Weinberger sorgte mit seinen Polizeibeamten rund um das Rathaus für eine gut sichtbare Präsenz. Zusätzlich hatte der Bundesinnenminister seine Sicherheitsbeamten und Personenschützer mitgebracht.

Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Als Seehofers Kolonne eintraf, spielten vor dem Rathaus die Alphörner aus dem Ortsteil Lindenberg. Drinnen sorgte die Bläsergruppe des Gymnasiums für die musikalische Umrahmung des Festakts.

Viele helfende Hände hatten im Rathaus dafür gesorgt, dass die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an einen entspannten und gut gelaunten Horst Seehofer zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Für Rathauschef Josef Schweinberger dürfte das der letzte große Empfang in seiner Amtszeit gewesen sein. Er tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl an. Gleiches gilt auch für die anderen Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft, Konrad Schulze aus Lamerdingen, Franz Hauck aus Jengen und Alois Porzelius aus Waal. Sie alle hatten damals gemeinsam mit Josef Schweinberger für das Buchloer Gymnasium gekämpft.

Viele der geladenen Gäste gehörten zu den langjährigen Mitstreitern für ein Gymnasium in Buchloe, unter ihnen Altlandrat Johann Fleschhut (Freie Wähler) und seine gewählte Nachfolgerin Maria Rita Zinnecker (CSU), der ehemalige Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert (SPD) und MdL Angelika Schorer (CSU), Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke (CSU), Staatsminister a.D. Josef Miller (CSU) , Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) und natürlich auch der erste Direktor des Gymnasiums, Studiendirektor Alexius Batzer und seine Nachfolgerin Dr. Angela Bogner.

von Siegfried Spörer

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