Flugsportverein Marktoberdorf begeistert fürs Segelfliegen

Faszination Segelfliegen

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Lautlos gleitet der Segelflieger durch die Luft und gibt einen herrlichen Blick von oben auf die Füssener Voralpenlandschaft frei.

Marktoberdorf/Füssen – Auf dem Flugplatz in Füssen frönen die Mitglieder des FSV Marktoberdorf ihrer größten Leidenschaft: dem Fliegen.

Am letzten Oktoberwochenende sind die Segelflieger bei besten Wetterbedingungen zum letzten Mal in der diesjährigen Saison in die Lüfte abgehoben. Was bleibt, ist die Sehnsucht nach dem Fliegen und die Vorfreude auf den Frühling, wenn die Flugsaison aufs Neue beginnt. „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ – diese Liedzeile aus dem Schlager des Musikers Reinhard Mey dürfte fast jedem bekannt sein. Für so manchen wird dieses Gefühl aber zum handfesten Traum, selbst zu fliegen und die Welt von oben zu betrachten. 

Im Flugsportverein Marktoberdorf verwirklichen sich die Mitglieder ihren Traum vom Fliegen, wenn sie am Flugplatz in Füssen, den sie sich mit dem Luftsportverein Füssen teilen, in ihre Maschinen steigen, um abzuheben und über Städte, Felder, Seen und Berge zu gleiten. Auch wenn sie genau genommen nicht über, sondern in aller Regel unter den Wolken fliegen, denn die meisten der Piloten fliegen ausschließlich unter Sichtbedingungen. Im Flugsport hat das Segelfliegen seinen ganz besonderen Reiz: Nur mithilfe einer Seilwinde oder anderer Starthilfen heben die motorlosen Flieger in die Lüfte ab – kein Motorengeräusch stört den Flug. Mit maximal 850 Kilogramm sind die Maschinen wahre Leichtgewichte. 

Eine Eigenschaft, die das Gleiten in der Luft ohne Hilfsmittel ermöglicht. Dabei machen sich die Piloten verschiedene Naturphänomene zu Nutzen. Im Hangaufwind nutzen die Segelflieger den Widerstand der Berge, an denen die Luft abprallt und nach oben steigt, um selbst an Höhe zu gewinnen. Am Alpenrand können sie sich vom Alpenföhn und der ausgeprägten Thermik in die Höhe bringen lassen. Das Voralpenland um Füssen ist durch die idealen Bedingungen ein regelrechtes Paradies für Segelflieger. Bei guter Wetterlage ist das Fliegen bis weit in den Herbst hinein möglich. Dann, wenn es aufgrund der Jahreszeit keine thermischen Aufwinde mehr gibt, die die Maschine in die Höhe steigen lassen, gleiten die Segelflieger in kurzen Flügen von einigen Minuten Länge sanft zu Boden. 

Der Start eines Segelflugzeugs ist hingegen alles andere als romantisch. Beschleunigungswerte, die eine Beschleunigung von Null auf 100 Stundenkilometern in nur drei Sekunden erreichen und damit denen der Formel Eins nahe kommen, sorgen für Nervenkitzel pur. Auch den 13-jährigen Linus Dicomy hat die Begeisterung fürs Fliegen gepackt. Seit dieser Saison fliegt er regelmäßig in Begleitung eines Fluglehrers auf dem Flugplatz in Füssen. Durch besonders günstige Konditionen und die Ausbildung durch ehrenamtlich tätige Fluglehrer ist der Flugsport auch für Jugendliche erschwinglich. Jedoch dürfen die Piloten erst ab 14 Jahren die Prüfung für den Alleinflug absolvieren. Bereits am letzten Flugtag des Jahres fiebert Linus daher schon der neuen Saison entgegen – und mit ihm die rund 30 aktiven Flieger des Flugsportvereins Marktoberdorf.

Von Sabrina Hartmann

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