Sehr teure Unfälle in Kaufbeuren

Vor allem Unfälle mit Personenschäden fallen in Kaufbeuren sehr teuer aus. Foto: privat

Schwere Unfälle mit verletzten Personen sind offenbar die Ursache für die hohen Versicherungsprämien, die die Kaufbeurer Autofahrer bezahlen müssen. Diese Schlussfolgerung zogen am Freitag in einem Gespräch Vertreter des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) und Oberbürgermeister Stefan Bosse. Hierbei konnte der GDV bereits erste Analyseergebnisse zur Kfz-Schadensstatistik für den Zulassungsbezirk Kaufbeuren vorlegen.

Demnach sei der Spitzenplatz Kaufbeurens nahezu vollständig durch die Höhe der regulierten Schäden zu erklären, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Zwar gebe es auch bei der Schadenshäufigkeit eine Abweichung vom Bundesdurchschnitt, diese halte sich jedoch im Rahmen vergleichbarer Zulassungsbezirke. Das gelte jedoch nicht für die Schadenshöhe: Hier sei die Abweichung eklatant. Insbesondere bei den regulierten Personenschäden weiche Kauf- beuren deutlich nach oben ab: Während im Bundesdurchschnitt der Jahre 2005 bis 2009 ein Unfall mit Personenschaden Kosten von 11.298 Euro verursacht habe, seien dies in Kaufbeuren 15.550 Euro. Damit sind diese Unfälle rund 38 Prozent teurer als im Bundesdurchschnitt.  Die Analyse des GDV habe nun ergeben, dass diese hohen Kosten auf einige wenige, dafür aber umso kostenträchtigere Unfälle zurückzuführen sind. Dokumentiert sind in den zurückliegenden fünf Jahren mehrere schwere Unfälle mit sechsstelligen Einzelschadenshöhen von teilweise über 500.000 Euro. Diese wirkten sich in einem kleinen Zulassungsbezirk wie Kaufbeuren statistisch geradezu dramatisch aus.  Der GDV hat nun zugesagt, nähere Angaben zu diesen schweren Schadensfällen zu machen. Dabei sollen, unter strikter Wahrung der Anonymität der Unfallbeteiligten, genauere Erkenntnisse zu diesen Unfällen gewonnen werden.  Oberbürgermeister Stefan Bosse freut sich über das Entgegenkommen des GDV. „Jetzt besteht erstmals die Chance, Klarheit über die Ursachen zu erhalten“, freut sich Bosse. Sollten sich die ersten Analyseergebnisse bestätigen, wäre auch allen Spekulationen über betrügerische Handlungen oder ungenügende Fahrqualifikation der Kaufbeurer die Grundlage entzogen. Für Bosse zeichnet sich indes ab, dass die Verkehrsanbindung Kaufbeurens über die unfallträchtige B 12 zumindest mitursächlich sein dürfte.  Hoffnung, den unrühmlichen Spitzenplatz in der Schadensstatistik verlassen zu können, machte der GDV dem OB allerdings nicht. Zwar falle mit dem Jahr 2005 ein besonders teures Jahr aus der Statistik, gleichwohl sei der Abstand Kaufbeurens auf den 2. Platz so erheblich, dass eine schnelle Veränderung wohl nicht zu erwarten sei.  Mit Ergebnissen der Analyse wird noch im 1. Halbjahr 2011 gerechnet, heißt es in der Pressemitteilung.

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