„Lernen durch Lehren“ - Serie Schule anders:

Smartphone-Gebrauch als Unterrichtsstoff in der Sophie La Roche-Realschule

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Selbstbewusst präsentieren Tobias Kustermann, Tizian Simm, Jan Axt und Lehrerin Sandra Sowa die Ausstellung der im Workshop gemachten Fotos.

Kaufbeuren – Eigentlich gibt Studienrätin Sandra Sowa an der Sophie La Roche-Realschule Deutsch und Religionsunterricht, aber sie ist auch MIB. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich der Begriff „Medienpädagoigische/Informationstechnische Beraterin“.

In dieser Eigenschaft betreut sie in der Realschule ein Multi-Media-Team, eine technisch interessierte Gruppe, die derzeit aus zehn Schülern besteht. Obwohl prinzipiell für beide Geschlechter offen, sind es in diesem Jahr ausschließlich Jungs aus der achten bis zehnten Klasse, die sich in diesem freiwilligen Wahlfach schwerpunktmäßig mit Film und Fotografie beschäftigen. Der Einsatz von modernster Technik versteht sich von selbst.

Die Beteiligten geben sich mit ihrer Lehrerin jedoch nicht damit zufrieden, das eigene technische und künstlerische Wissen für sich selbst zu vertiefen, oder die technischen Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis zu erproben. Ein Workshop für die Schüler der sechsten Jahrgangsstufe wurde geplant, durchgeführt und ausgewertet. Das Thema „Gute Fotos mit dem Smartphone“ entsprach offensichtlich so ganz dem Bedarf der angesprochenen Zielgruppe, denn die zwölf Plätze waren schnell vergeben. Hier liegt übrigens dieses Projekt völlig im vorgegebenen Trend des Kultusministeriums, das unter der Vorgabe Kompetenzorientierung ja gerade bei der Digitalisierung des Schulwesens neue Wege erprobt sehen will.

Lernen durch Lehren

Die inhaltliche Zielsetzung ist klar vorgegeben: Es geht zunächst um die Verbesserung der technischen Seite der digitalen Bildung. Laut Sowa gilt es beim Beispiel Film um das harmonische Zusammenspiel von Bild, Ton und Text. Gleichzeitig werden aber auch Kreativität, Teamarbeit, Selbstständigkeit und Verantwortung für die gemeinsame Arbeit in der Gruppe gefördert.

Wie auch beim Vorbild der erwachsenen Lehrer üblich, stand am Anfang die Vorbereitung, das Sammeln und Ordnen von Ideen zu Detailthemen, schließlich sollten die Nachwuchsfotografen aus der Sechsten nicht nur die technische Einblicke vermittelt werden, sondern wichtig war auch, über die rechtliche Tragweite detailliert zu informieren. „Lernen durch Lehren“, erklärt Sowa. Dazu gehört auch einiges an didaktischem Grundwissen, denn fünf Doppelstunden, in denen Theorie und Praxis verbunden werden müssen, lassen sich nicht mal schnell in der Pause vorbereiten. Eine so vielfältige Aufgabenstellung verlangte gleich zu Beginn eine Aufgabenverteilung, bei der sich Studienrätin Sowa als Moderatorin und Beraterin versteht.

Fotos und Film

Damit das Projekt auch für die Schule und die interessierte Öffentlichkeit ausreichend dokumentiert wird, entschloss sich die Gruppe, einen dreiminütigen Film darüber zu machen. Derzeit ist man dabei am Laptop den Film zu schneiden und musikalisch zu unterlegen. 16 iPads und ein MacBook helfen dabei. Eine erste Vorschau verrät schon jetzt, dass der Film am Tag der offenen Tür durch seine Professionalität überzeugen wird. Dies gilt übrigens auch für die Ergebnisse des Workshops. Die Fotografien beweisen, dass der im Workshop vermittelte theoretische Hintergrund um Goldenem Schnitt, passenden Hintergrund und verschiedene Aufnahmen-Perspektiven auch von den jüngeren Schülern mit ihren Smartphones umgesetzt werden konnte.

Einig sind sich die befragten Schüler des Projekts, dass die medienpädagogische Arbeit Spaß macht.

Tobias Kustermann hat bereits einige Erfahrungen mit Fotografieren. Für ihn ist wichtig, dass man in der Gruppe einige technische Möglichkeiten ausprobieren kann. Für Mitschüler Jan Axt ist wichtig, das Video sachkundig zu schneiden, „um im Film zu zeigen, was sie alles mit den ,Kindern´ umgesetzt haben.“ Tizian Simm fasst zusammen: „Es war eine gute Übung, jungen Menschen etwas beizubringen und mit ihnen umzugehen.“

von Peter Suska-Zerbes

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