Landwirtschaft heute

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Die Studierenden der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren im Oktober bei einem Zwischenfruchtversuch, bei dem die Wirkung des Pflanzenbewuchses auf Bodenleben und Bodenstruktur dargestellt wird.

Kaufbeuren/Ostallgäu – Naturschutz, Klimaschutz – diese Begriffe sind in aller Munde. Die Bedeutung des Bodenschutzes wurde 2015 mit dem „Internationalen Jahr des Bodens“ besonders herausgestellt. Damit soll auf die Wichtigkeit des Bodens für die Gesellschaft hingewiesen werden. Insbesondere in der Landwirtschaft spielt die Bodenbewirtschaftung eine entscheidende Rolle und bildet die Grundlage für Nachhaltigkeit und die Ernährung des Verbrauchers.

In Zusammenarbeit mit Studierenden der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren berichtet der Kreisbote über ausgewählte Themen. Heute mit einem Beitrag der Autoren Tobias Epp, Korbinian Settele und Markus Wassermann über das Thema Bodenbewirtschaftung. 

Vor dem Hintergrund, dass allein in Bayern täglich rund 180.000 Quadratmeter (das entspricht der Fläche von circa 25 Fußballfeldern) zu Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt werden, wird jedem klar, dass dies auf Dauer nicht durchzuhalten ist. Zusätzlich werden Ausgleichsflächen ausgewiesen, die nur zum Teil von der Landwirtschaft genutzt werden können. Dies muss durch optimierte Nutzung der einzelnen Flächen kompensiert werden, da Boden nicht vermehrbar ist. 

Für den Klimaschutz bedeutend 

Boden ist Grundlage für die Landwirtschaft und dient der Nahrungsmittelproduktion für Mensch und Tier. Weiterhin hat der Boden viele andere Aufgaben, zum Beispiel als Grundwasserfilter, Wasserspeicher und Nährstoffspeicher sowie als Lebensraum für zahlreiche Kleinstlebewesen oder als Erholungslandschaft. Hinsichtlich des Klimaschutzes spielt der Boden mit seinem Humusanteil als zweitgrößter Kohlendioxidspeicher eine äußerst wichtige Rolle. In Deutschland schützen Landwirte den Humusgehalt des Bodens durch geeignete Fruchtfolgen, den Anbau von Zwischenfrüchten sowie das Ausbringen von Mist und Gülle auf den Feldern. Im Ostallgäu werden die landwirtschaftlichen Flächen zu 85 Prozent als Dauergrünland genutzt. Durch die dauernde Bodenbedeckung wird effektiver Erosionsschutz erzielt und der Humus sowie das Bodenleben stark gefördert.

Effizienz mit Technik 

In der Gesellschaft herrscht häufig die verbreitete Meinung, dass die Landwirte mit ihren großen Maschinen dem Boden schaden. Doch durch die kurzen Erntefenster und witterungsbedingten Arbeitszeiten muss die Effizienz erhöht werden. Mittels Einsatz modernster Technik, mit der beispielsweise der Reifendruck auf die jeweiligen Bodenverhältnisse optimal abgestimmt wird, kann sogar deutlich bodenschonender gearbeitet werden. Dies ist extrem wichtig für die Bodenfruchtbarkeit. 

Um diese Fruchtbarkeit zu erhalten, ist es essentiell, das Bodenleben zu fördern. Dies wird durch Zwischenfruchtanbau und Zufuhr von organischem Dünger wie Mist und Gülle erreicht. Der Regenwurm übernimmt in dieser Thematik eine Schlüsselstellung unter den Bodenorganismen. Er verarbeitet zum Beispiel Pflanzenreste, verdaut diese und bildet zusammen mit dem Mineralboden eine ideale Bodenstruktur. Daher ist es für die Landwirtschaft von größter Bedeutung, mit dem Boden als wichtigste Produktionsgrundlage sorgsam und nachhaltig umzugehen.

von Wolfgang Becker

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