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Vom Landwirt zum Unternehmer

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Im EDV-Raum der Landwirtschaftsschule erlernen die Studierenden der Landwirtschaftsschule den Umgang mit landwirtschaftlichen Fachprogrammen. Die Auswertung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen steht dabei im Mittelpunkt der Landwirtschaftsschule.

Kaufbeuren/Ostallgäu – Die Globalisierung und das Konsumverhalten der Menschen zum Nahrungsmittel haben gerade in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten zu erheblichen Veränderungen geführt. Ein deutscher Landwirt produzierte im Jahr 1900 Lebensmittel für rund vier Personen. Heute ernährt er 140 Personen.

Gleichzeitig nahm die Anzahl Bauern in den vergangenen Jahrzehnten ab. Trotz dieser starken Produktivitätssteigerung blieb Deutschland nach Auskunft des Deutschen Bauernverbandes stets ein Nettoimportland von Lebensmitteln. In Zusammenarbeit mit Studierenden der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren wird der Kreisbote über ausgewählte Themen der Studierenden berichten. 

Der Landkreis Ostallgäu zählt zu einem der attraktivsten Landkreise in Bayern. Seit Generationen ist das Allgäu von der Landwirtschaft geprägt, welche die Kulturlandschaft so geschaffen hat, wie sie heute vorzufinden und als Urlaubsregion im In- und Ausland gefragt ist. Doch die beschriebenen Veränderungen betreffen auch die vielen heimischen Betriebe in unserer Region. Denn noch nie gaben Deutsche so wenig fürs Essen aus. Vor 100 Jahren betrug der Anteil der Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel am gesamten Konsum noch etwa 50 Prozent; heute beträgt dieser Anteil ohne Genussmittel nur noch elf Prozent. 

Landwirt als Unternehmer 

Die Studierenden der Landwirtschaftsschule haben sich zum Ziel gesetzt, den Lesern verschiedene Themen darzulegen und Handlungsweisen zu erklären. Dabei zeigt sich auch die Entwicklung des heutigen Landwirtes vom Nahrungsmittelproduzenten zum Multitalent als Organisator eines Unternehmens mit hoher Verantwortung. Dabei ist der Umgang mit hochkomplexer Technik ebenso gefragt wie ein umfangreiches Wissen in Tierhaltung, Bodenbewirtschaftung und die sich ständig ändernden europäischen und nationalen Vorschriften. Darüber hinaus sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse in der Buchführung und Kalkulation sowie organisatorisches Geschick und Improvisationsvermögen für die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebes erforderlich. 

Landwirtschaftsschule 

Die Landwirtschaftsschule Kaufbeuren, Abteilung Landwirtschaft, vermittelt angehenden Unternehmern Handlungs- und Entscheidungskompetenz sowie Grundlagen der Mitarbeiterführung. In der umwelt- und tiergerechten Produktions- und Verfahrenstechnik vertieft sie vorhandenes Wissen. Fachliche Schwerpunkte in Kaufbeuren liegen im Bereich der Grünlandwirtschaft und der Milchviehhaltung. 

Die Landwirtschaftsschule in Kaufbeuren bereitet auf die Tätigkeit als landwirtschaftlicher Unternehmer und Betriebsleiter vor. Voraussetzungen sind eine abgeschlossene Ausbildung sowie ein Jahr Berufspraxis. Jeweils im Wintersemester beginnt ein neuer Ausbildungsturnus. Die aus drei Semestern bestehende Ausbildung berechtigt nach erfolgreichem Abschluss zur Führung der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Wirtschafter/Staatliche geprüfte Wirtschafterin für Landbau“. Derzeit laufen die Vorbereitungen für das im Herbst 2016 neu beginnende Wintersemester. 

Anmeldungen sind jederzeit möglich. Interessenten melden sich bei AELF Kaufbeuren, Tel. 08341/9002-0.

von Wolfgang Becker

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