Landwirtschaft heute

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Blick in einen Stall: Jede Kuh hat einen Liegeplatz, ausreichend Bewegungsfläche und kann jederzeit zur Nahrung.

Kaufbeuren/Ostallgäu – Die Viehhaltung in der Landwirtschaft wird gelegentlich kritisch betrachtet. Mangelnder Auslauf für die Tiere oder Verstöße gegen den Tierschutz lauten die Vorwürfe. So wünschenswert ein Weidegang für Kühe aber auch sein mag, Tatsache ist, dass sie einen Großteil ihres Lebens in Ställen verbringen. In Zusammenarbeit mit Studierenden der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren berichtet der Kreisbote über ausgewählte Themen. Heute mit einem Beitrag der Autoren Johannes Schleich, Florian Scholz und David Weise über „komfortable Ställe“ in unserer Region.

Die Landwirte sind in der Regel bestrebt, ihren Kühen in den Ställen ein möglichst artgerechtes Leben zu bieten. Im Ostallgäu gibt es schon seit fast 50 Jahren Laufställe für Milchkühe. Die Stallkonzepte haben sich vom damals revolutionären Konzept durch Erkenntnisse aus Praxis und Forschung zu den heutigen Stallsystemen weiterentwickelt. 

Der Begriff „Kuhkomfort“ soll im Folgenden erläutert werden. Dabei legen die Verfasser Wert auf die Feststellung, dass noch nicht überall und alles auf dem neuesten Stand ist, aber die zukünftige Entwicklung wohl so aussehen wird. 

Klima und Versorgung 

Damit eine Kuh sich wohl fühlt, muss das Klima im Stall stimmen. Dazu gehören Licht und Luft. Die modernen Ställe haben viel Raumvolumen durch die Höhe und damit folglich viel frische Luft im Stall. Durch große Öffnungen an der Seite des Stalls und durch Lichtfirste auf dem Dach bringt der Landwirt viel Licht und auch Frischluft in den Stall. In der Nacht sorgen Nachtlichter dafür, dass sich die Tiere auch im Dunkeln orientieren können. 

Seit Jahren sind in den Ställen Kuhbürsten eingebaut, an denen sich die Kühe massieren und ihr Fell pflegen lassen können. Zum Fressen bekommen sie einwandfreies Futter, was im Ergebnis zu qualitativ hochwertiger Milch führt. Die Nahrung wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen aus einzelnen Futterzutaten (zum Beispiel Grassilage, Heu, Maissilage oder Gras) zu einer Gesamtration zusammengestellt. Das Futter können die Tiere ganz nach ihrem Bedarf am Futtertisch abholen. Es liegt rund um die Uhr bereit, da eine Kuh täglich bis zu 50 Kilogramm Frischfutter aufnimmt. Die Milchkuh benötigt für einen Liter Milch neben ihrem Futter vier bis fünf Liter Wasser. Somit säuft sie bei 30 Liter Milch-Tagesleistung etwa 120 Liter Wasser. Damit sie diese große Menge aufnehmen kann, sind viele große Trogtränken im Stall eingebaut. 

Gutes Platzangebot 

Um zum Futter, Wasser oder Melken zu gelangen, müssen die Laufgänge breit, sauber, rutschfest und standsicher sein. Sie sind so angelegt, dass es keine Sackgassen gibt. Sollten ranghohe Kühe einmal rangniedere Tiere bedrängen, haben letztere immer eine Ausweichmöglichkeit. 

Die meiste Milch produziert die Kuh, wenn sie liegt. Darum ist es wichtig, dass die Kühe ausreichend Platz in den Liegeboxen haben. Um sich selbst keine Verletzungen zuzufügen, sind die Boxen so groß angelegt, dass die Tiere weder beim Liegen selbst noch beim Aufstehen oder Ablegen sich an der Boxenbegrenzung stoßen. Des Weiteren sind die Liegeflächen weich, sauber und trocken gestaltet. „Das alles ist wichtig für den Komfort und das Wohlbefinden der Kühe. Aber es ist auch für uns genauso toll, wenn wir sehen, dass unsere Tiere glücklich sind“, so das Fazit der Verfasser und zukünftigen Landwirte.

von Wolfgang Becker

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