Landwirtschaft heute

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Die Pflege von Biotopen bedeutet für Landwirte auch eine zusätzliche Einkommensquelle.

Kaufbeuren/Ostallgäu – In früheren Zeiten war der Landwirt dafür zuständig, dass die Bevölkerung genug auf dem Teller hatte. Doch mittlerweile sind andere Arbeitsbereiche und Tätigkeiten dazugekommen. Landwirte sind als Unternehmer vergleichbar mit Handwerks- oder Gewerbebetrieben. Sie müssen mit ihrer Arbeit einen ausreichenden Lebensunterhalt verdienen. In Zusammenarbeit mit Studierenden der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren berichtet der Kreisbote über ausgewählte Themen. Heute mit einem Beitrag der Autoren Christoph Hofer, Oliver Riehn und Franz-Xaver Wachter über das „Multitalent Landwirt“.

Um am Markt bestehen zu können, bedarf es einer kontinuierlichen Verbesserung in der Produktion, verbunden mit einem erhöhten Kapitaleinsatz. Die Schaffung eines attraktiven Arbeitsplatzes und die Verbesserung des Tierwohls hängen unmittelbar zusammen. Denn nur gesunde Tiere, die sich wohlfühlen, sind die Grundlage für entsprechende Qualitätsprodukte. Diese werden von den Verbrauchern auch zu Recht verlangt. Hier ermöglichen Qualitätsmanagementsysteme wie das QS-Siegel (siehe unten), die immer einen Überblick über die aktuelle Situation geben, dem Landwirt ein frühzeitiges Gegensteuern bei Fehlentwicklungen. 

Angebote an Verbraucher 

Da sich für den Verbraucher das Handeln der Landwirte oftmals nicht erschließt, muss hier Aufklärungsarbeit geleistet werden. Und wer sollte das besser können als der Fachmann. So gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Landwirten, die Programme wie „Erlebnisbauernhof“ oder als Betriebszweig „Urlaub auf dem Bauernhof“ anbieten und so für Schulklassen und Verbraucher einen Einblick in den Alltag eines Landwirts bieten. Dies ist umso wichtiger, da durch Sendungen wie „Bauer sucht Frau“ ein völlig falsches Bild der Landwirtschaft in der Gesellschaft entsteht und zu Irritationen führen kann. 

Wichtige Biotope 

Gäste als „die Verbraucher“ können so erfahren, warum die Landwirtschaft für die Bevölkerung wichtig und erhaltenswert ist. Denn ohne Nutzvieh wäre beispielsweise das Mähen der Streuwiesen und die Verwertung der Streue nicht notwendig. Die Flächen würden verbuschen und Biotope, die durch die Kultivierung des Bodens in der Landschaft entstanden sind, würden verloren gehen. Biotope sind nicht nur für die vielen dort lebenden Pflanzen- und Tiergesellschaften wichtig. Sie erfüllen auch eine wichtige Funktion im Hochwasserschutz, da sie bei Stark­regen das Wasser speichern und damit Hochwasser flussabwärts verhindern. Darüber hinaus werden bei Bedarf auch andere landwirtschaftlich genutzte Flächen vom Landwirt als Überflutungsland bereitgestellt. 

Rolle in der Energiewende 

Eine wichtige Rolle spielt die Landwirtschaft in der Energiewende. Die zwangsläufig großen Dachflächen der Wirtschaftsgebäude wurden von vielen mit Photovoltaikanlagen belegt. Ebenso wäre die Energiegewinnung aus Biogas oder Windkraft (häufig) ohne Landwirtschaft nicht denkbar. Damit trägt sie (die Landwirtschaft) dazu bei, regenerative Energien zu erzeugen und unsere Gesellschaft ein Stück unabhängiger von Öl, Kohle und Nuklearenergie zu machen. 

Viel Geld und Zeit erforderlich 

Die Aufgaben der Landwirte sind vielfältig. Sie erfordern Arbeit und Zeit, die der Landwirt mit viel Idealismus und Leidenschaft leistet und ausfüllt. Mit seinem Wissen um die natürlichen Abläufe und dem Einsatz an Geld verdient der Landwirt den Lebensunterhalt für seine Familie und sichert die Zukunft seines landwirtschaftlichen Betriebes. Dazu sind Investitionen für Tierwohl und Arbeitserleichterungen, die Bildung von Rücklagen zum Risikoausgleich, wie momentan für schlechte Erzeugerpreise, sowie die Tilgung von Darlehen zu finanzieren.

QS-Siegel:

Das QS-Siegel bestätigt die Sicherung der Prozessqualität für Lebensmittel über alle Stufen der Systemkette hinweg. Beim QS-System (QS = ProzessQualität und LebensmittelSicherheit) handelt es sich um ein europaweit einzigartiges, durchgängiges Prüfsystem für Lebensmittel vom Landwirt bis zur Ladentheke: Es steht seit seiner Gründung im Jahr 2001 für gründliche Kontrollen, eine zuverlässige Herkunftssicherung und eine klare Kennzeichnung von Lebensmitteln aus guten Händen. Das Kontrollsystem setzt sich aus der verpflichtenden betrieblichen Eigenkontrolle, der unabhängigen Kontrolle durch zugelassene Zertifizierungsstellen und anerkannten Laboren sowie den Maßnahmen des system­eigenen Ständigen Internen Kontrollsystems (QS SIKS) zusammen.

von Wolfgang Becker

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