Wasserpreis in Marktoberdorf erhöht

Trinkwasser wird teurer

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Trinkwasser ist kostbar und hat seinen Preis: In Marktoberdorf werden die Gebühren deutlich angehoben.

Marktoberdorf – Der Begriff vom kostbaren Nass hat da aktuelle Bedeutung: Die Stadtwerke Marktoberdorf, die mehr als 8000 Haushalte und Gewerbebetriebe versorgen, erhöhen rückwirkend zum Januar 2017 den Wasserpreis. Der steigt deutlich – um gut 25 Cent je Kubikmeter. Inklusive sieben Prozent Mehrwertsteuer sind es damit ein Euro und vier Cent je Kubikmeter. In einem Drei- bis Vier-Personen-Haushalt, der 150 Kubikmeter im Jahr verbraucht, macht sich das im Jahr mit 40 Euro Mehrkosten bemerkbar.

Doch damit nicht genug: Die Grundgebühr, die jeder unabhängig vom Verbrauch zahlen muss, verdoppelt sich und steigt auf 36 Euro pro Jahr; sie kommt zu den neu errechneten Gebühren noch hinzu.

Der jetzt festgesetzte Wasserpreis soll für einen längeren Zeitraum bestand haben. Die Kalkulation ist bis Ende 2020 angelegt, wie Helmut Schick von der Kämmerei im Marktoberdorfer Rathaus während der ausführlichen Beratung im Finanzausschuss erläuterte.

Auf der Sitzung war auch Herbert Micheler anwesend; der Referent beim Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband berät Städte und Gemeinden. Er hatte gemeinsam mit der Finanzverwaltung in Marktoberdorf die Neuberechnung erstellt. Die Stadtwerke müssten kostendeckend arbeiten, betonte Micheler. Im Bereich der Wasserabgabe hat das Kommunalunternehmen während der vergangenen vier Jahre eine Million Euro zu wenig eingenommen.

Anlass, an der Gebührenschraube zu drehen, ist freilich erst recht die Tatsache, dass die Stadtwerke 24 Millionen Euro Schulden haben. Pro Jahr werden in Marktoberdorf, wo nahezu alle Haushalte bis auf einige Ortschaften wie Burk an die zentrale Versorgung angeschlossen sind, ungefähr 1,2 Millionen Kubikmeter verbraucht.

Splittung bei Kanalgebühr

Beim Abwasser hat die Kreisstadt bislang 3,10 Euro je Kubikmeter (plus Mehrwertsteuer) verlangt. Ab 2017 – die ersten fünf Monate werden nachberechnet – sind es 2,70 Euro. Hinzu kommt allerdings eine Gebühr für Niederschlagswasser. Sie richtet sich nach mehreren Kriterien. Da kommt es neben der Gebäudegröße beispielsweise darauf an, ob die Einfahrt auf einem Grundstück asphaltiert oder gepflastert wurde. Gekieste Flächen oder Rasengittersteine werden im Vergleich dazu geringer bewertet.

Zum Thema Versiegelung erhalten die Haushalte gemeinsam mit dem neuen Gebührenbescheid auch einen Fragebogen. Für den einen oder anderen Grundstücksbesitzer könnten die Kosten mit der künftigen Splittung in Schmutzwasser und Regenwasser sogar finanziell von Vorteil sein.

Die neue Gebührenkalkulation ist im Finanzausschuss mit dreizehn zu null Stimmen verabschiedet worden. Das Thema wird Ende Mai im Stadtrat nochmals aufgerufen – wohl ohne stundenlanges Durchackern, wie es im Ausschuss geschah.

Werner Moll (Gruppierung Stadtteile Aktiv) begrüßte, dass „die dicken Fische“ wie zum Beispiel Verbrauchermärkte, die große befestigte Flächen auf dem Firmengelände haben, mit der neuen Ausrichtung mehr herangezogen werden. Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell gefiel indes diese Formulierung gar nicht: „Wir reden nicht von dicken Fischen. Sondern davon, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.“

jj

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