Sicherheit groß geschrieben

8. Bayerischer Verkehrssicherheitstag mit 50 Ständen in Kaufbeurens Altstadt

1 von 26
Bei der Kinderpolizei im Sparkassenforum wurden Kinderpolizeiausweise für Kinderkommissare ausgestellt, die dann ihre Eltern ins Gefängnis stecken durften.
2 von 26
Bis zum Eintreffen von Innenminister Herrmann spielte die Fanfarengruppe Mindelheim Guggenmusik.
3 von 26
Sein Grußwort sprach Innenminister und Schirmherr Joachim Herrmann im Beisein der gesamten lokalen Polit-Prominenz sowie Vertretern der beiden Hauptförderer, des Bayrischen Rundfunks und der Bayrischen Sparkassen (von links): MdL Bernhard Pohl, Schwabens neuer Regierungspräsident Erwin Lohner, OB Stefan Bosse, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Kaufbeuren Winfried Nusser, MdB Stefan Stracke, MdL Angelika Schorer, Wirtschaftsminister Franz Pschierer, Innenminister Joachim Herrmann, Bayerns Polizei-Präsident Werner Strößner und der Kaufbeurer BR-Moderator Rupert Waldmüller.
4 von 26
Ankunft der Sternfahrer aus ganz Bayern zum Motorradsegen in der Ludwigstraße.
5 von 26
Ankunft der Sternfahrer aus ganz Bayern zum Motorradsegen in der Ludwigstraße.
6 von 26
Zum Erteilen des Motorrad-Segens versammelt (von links) Innenminister Joachim Herrmann, Polizeipräsident Werner Strößner, der katholische Pater Maria Prakash Joseph, MdL Bernhard Pohl und der neue Vorsitzende des Feuerwehrmuseums Helmut Winkler.
7 von 26
Einige Carabinieri von der italienischen Polizia Stradale waren ebenfalls Teilnehmer an der Motorrad-Sternfahrt.
8 von 26
So eine Polizei-BMW im neuen Blau steht auch dem Innenminister gut zu Gesicht.

Kaufbeuren – Wer am vergangenen Samstag zwischen 10 und 15 Uhr in Kaufbeuren zu tun hatte, kam am besten zu Fuß, denn die gesamte Altstadt war für den 8. Bayerischen Verkehrssicherheitstag abgeriegelt. Rund 150 Polizeibeamte aus ganz Bayern waren in Kaufbeuren versammelt. 50 davon waren zur Sicherung der Veranstaltung abgestellt, die übrigen demonstrierten zusammen mit zum Beispiel Verkehrswacht, ADAC, Rotem Kreuz oder Herstellern von Sicherheitsausrüstung an 50 Ständen, was im Straßenverkehr alles passieren kann und wie man sich am besten dagegen schützt.

In etlichen Simulatoren konnte man seine Reaktionsgeschwindigkeit testen – mit dem Auto, dem Motorrad oder dem Fahrrad. Im Überschlagssimulator war am eigenen Leib zu erfahren, wie es sich anfühlt, wenn das Auto nach einem Unfall mit verklemmten Gurten und Türen auf dem Dach liegen bleibt und wie man sich aus einer derart prekären Situation befreien kann. Ein Crash-Simulator zeigte, welche enormen Kräfte bereits bei einer Geschwindigkeit zwischen zehn und 20 km/h wirksam werden. Auch der Hubschrauber-Simulator erfreute sich großer Beliebtheit.

Mit flotten Slogans wurde darauf hingewiesen, dass Rasen nicht nur ungesund sondern auch ziemlich teuer sein kann. Ein besonderes Augenmerk lag außerdem auf Alkohol- und Drogenmissbrauch im Verkehr. Mit einer so genannten „Trunkenheitsbrille“ erlebte man in nüchternem Zustand, wie sich Alkohol auf das Seh- und Reaktionsvermögen auswirkt und wie schwierig es schon zu Fuß unter diesen Umständen ist, auf einem vorgegebenen Parcours zu bleiben. Außerdem gab es einen Stand mit alkoholfreien Cocktails.

Am Neptunbrunnen hatte der Bayrische Rundfunk – neben den Bayrischen Sparkassen einer der Hauptunterstützer der Verkehrssicherheitstage – eine große Showbühne aufgebaut. Dort fand während der ganzen Veranstaltung ein themenbezogenes buntes Rahmenprogramm statt. Einer der Programmpunkte war die unterhaltsame Lesung von Michael Kobr und Volker Klüpfel, wie Kluftinger eine Schießübung absolviert. Im Anschluss überreichten die beiden Erfolgs-Autoren einen großzügigen Scheck an den Polizeipräsidenten.

In seinem Grußwort betonte Schirmherr Innenminister Joachim Herrmann sein Hauptanliegen, die viel zu hohen Unfallzahlen unserer mobilen Gesellschaft deutlich zu senken. Da an einem hohen Anteil der schweren, oft tödlichen Unfälle Motorradfahrer beteiligt sind, liege der Schwerpunkt des heurigen Verkehrssicherheitstages auf der Motorradsicherheit. OB Stefan Bosse freute sich, dass Kaufbeuren den schmachvollen Titel „schlechteste Autofahrer Deutschlands“ schon vor einigen Jahren abgeben konnte und jetzt die „Hauptstadt der Verkehrssicherheit“ sei. Polizeipräsident Strößner, der selbst mit dem Motorrad angereist war, wünschte „allzeit unfallfreie Fahrt!“

Inzwischen waren in der Ludwigstraße die Sternfahrer aus ganz Bayern angekommenen. Jedem Motorradfan lachte das Herz beim Anblick der prachtvollen Maschinen von Polizei, Rotem Kreuz, Toy Runnern– kenntlich an den Teddybärchen am Krad –, Blue Knights und anderen Motorradclubs. Der katholische Pater Maria Prakash Joseph von der Pfarreiengemeinschaft Kaufbeuren erteilte den Motorradsegen. Dass die ersten großen Spritzer des Weihwassers dabei die versammelten Politiker trafen, wurde im Publikum beifällig kommentiert mit „die können’s auch brauchen!“ Innenminister Herrmann ließ es sich danach nicht nehmen, zwei der Motorräder zu besteigen, wenn auch nur für die Fotografen.

Einige Carabinieri von der italienischen Polizia Stradale waren ebenfalls Teilnehmer an der Motorrad-Sternfahrt. Außer ihren Motorrädern hatten die Carabinieri noch ein ganz besonderes Einsatzfahrzeug mitgebracht: einen Lamborghini mit 560 PS, 340 km/h Spitzengeschwindigkeit und einem Wert von ca. 240.000 Euro. Damit stahl er dem gegenüber stehenden BMW definitiv die Schau – der hatte „bloß“ 275 PS und maximal 250 km/h aufzuweisen, bei einem Wert von „nur“ ca. 155.000 Euro. Der erste Lamborghini war bei der Verhaftung eines Mafia-Bosses beschlagnahmt worden und diente zunächst zum schnellen Transport der Einsatzleitung. Die Autofirma sah dies als großartige Werbung an und sponserte drei weitere Fahrzeuge, die nun auf den italienischen Autobahnen im Einsatz sind und regelmäßig gegen die neuesten Modelle ausgetauscht werden.

Speziell für die jüngeren Besucher war noch anderes geboten: Ein Hersteller von Motorrad-Schutzkleidung warb mit einem Motorrad-Bullenreiten. Bei der Kinderpolizei im Sparkassenforum, wo auch die Preisbilder des Malwettbewerbs ausgestellt waren, wurden Kinderpolizeiausweise für Kinderkommissare ausgestellt, die dann ihre Eltern ins Gefängnis stecken durften. Und das Verkehrstheater der Münchner Polizei präsentiert das Stück „Winniquatsch, der Isarindianer“, worin dem kleinen Wilden aus den Isarauen das Benutzen eines Zebrastreifens beigebracht wird, außerdem, dass „Rot“ auch für Radfahrer gilt und dass man seine Mitschüler nicht mobben soll.

Die rund 8.000 interessierten kleinen und großen Besucher hatten also bei schönstem Sommerwetter Gelegenheit, auf unterhaltsame Weise sehr viel Interessantes zu lernen.

von Ingrid Zasche

Auch interessant

Meistgelesen

Abschiebung von Asylbewerber: Ruderatshofener Firma Meggle wehrt sich
Abschiebung von Asylbewerber: Ruderatshofener Firma Meggle wehrt sich
Der Nikolaus war schon da... 
Der Nikolaus war schon da... 
28-jähriger Mann aus Buchloe vermisst
28-jähriger Mann aus Buchloe vermisst
Ehepaar beschuldigt Marktoberdorfer Landwirt der Gewaltanwendung gegen Sohn – Bauer widerspricht
Ehepaar beschuldigt Marktoberdorfer Landwirt der Gewaltanwendung gegen Sohn – Bauer widerspricht

Kommentare