Stahlnetze sichern Mauer

Sicherungsmaßnahmen an der Kaufbeurer Stadtmauer – Schwieriges Unterfangen

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Stahlnetze sichern die historische Stadtmauer und die anliegenden Gärten unterhalb des Hexenturms in Kaufbeuren. Ein Sanierungskonzept ist in Arbeit.

Kaufbeuren – Fußballgroße Gesteinsbrocken lösten sich Mitte Mai aus der historischen Stadtmauer in Kaufbeuren (wir berichteten). Im Bereich zwischen dem Hexenturm und der ehemaligen Gaststätte Hirschkeller rollten die Trümmer den Hang hinunter und in angrenzende Gärten.

Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Es stand sofort fest, dass der alte Festungswall gesichert und schnellstmöglich saniert werden muss. Eine Sicherung ist mittlerweile erfolgt.

Neben der Ursachenforschung stehe im Fokus, die betreffenden Abschnitte so schnell wie möglich zu sichern, wie Helge Carl, Baureferatsleiter der Stadt Kaufbeuren, im Mai erklärte. „Wir mussten die Gefahr schnell beseitigen,“ sagte er nun auf Nachfrage des Kreisbote. Stahlnetze wurden vor kurzem über die betroffenen Mauerabschnitte gespannt und Beplankungen aus Holz angefertigt, um die privaten Gärten vor weiterem Steinschlag zu schützen. Denn 95 Prozent der Mauer sind Eigentum der Stadt. Keine leichte Aufgabe, wie der Baureferent betonte. Die Stelle zwischen dem Blasiusberg und dem Hirschkeller ist schwer zugänglich. Nur erschwert könne vom Hexenturm her oder von Seiten des ehemaligen Gasthauses zur Mauer vorgedrungen werden. Aus diesem Grund sei die Stadt auf die Kooperation der Gartenbesitzer angewiesen und für das Entgegenkommen dankbar.

Sanierungskonzept wird erstellt

„Das jetzt sind reine Sicherungsmaßnahmen“, erklärte Carl. Ein Sanierungskonzept werde momentan erstellt. Zur Vermessung der Mauer und des Geländes kamen Drohnen zum Einsatz. Auch für eine solche Befliegung sei es wichtig, dass die Anwohner und Gartenbesitzer mit der Stadt eng zusammenarbeiten. Das Projekt sei nicht einfach und Aspekte des Denkmalschutzes gelte es zu beachten. Die Stadt arbeitet dabei mit dem Kaufbeurer Ingenieurbüro Roll zusammen.

Frost kann Schäden verursachen

„Die Frage ist jetzt, wie wir über den Winter kommen.“ Der Frost könnte weitere Brocken aus der Mauer sprengen, erklärte Carl. Idealerweise könne noch im Herbst die Sanierung erfolgen, die über viele Jahre hält. Sogenannte Betoninjizierungen zum Beispiel, könnten zur dauerhaften Sicherung helfen. Wie zeitig die Reparaturen erfolgen können, hänge maßgeblich von der Zustimmung der Denkmalschutzbehörde ab. Sollte diese nicht rechtzeitig erteilt werden, erfolge die Sanierung in zwei, eventuell drei Zwischenschritten.

Für das kostenintensive Projekt rechnet der Baureferent mit einer staatlichen Förderung „durchaus im hohen Bereich“. Durch die Städtebauförderung könnten bis zu 60 Prozent der Auslagen übernommen werden. „Es muss auf jeden Fall gemacht werden. Da gibt es keine Alternative,“ sagte Baufererent Carl deutlich.

Selma Höfer

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