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„Wo auf dem Bauhof Steine wachsen…“

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Marktoberdorf – Fast 200 Mitwirkende auf und hinter der Bühne trugen auch in diesem Jahr wieder zu einer unterhaltsamen wie kurzweiligen Premiere der traditionellen Oberdorfer Fasnachtsabende am Montagabend bei. Dabei erwartete die Zuschauer ein buntes Programm aus Sketchen, Tanz und Musik, bei dem mit einem Augenzwinkern auch so mancher Seitenhieb gegen die Lokalpolitik verteilt wurde.

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1 / 17Die Panzerknacker sind los und wollen von der Polizei wieder eingefangen werden. © Hartmann
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2 / 17Aussichtsreiche Kandidatinnen bei der Wahl zur „Miss u-Hu“ 2017 – der „Miss unter 100“. © Hartmann
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3 / 17Das neue Wellnesshotel in Marktoberdorf wird von Tieren bevölkert. © Hartmann
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4 / 17Die „Altfasnachter“ lamentierten an der Bar des neuen Wellnesshotels über „das Weitblick“ und andere Begebenheiten in der Stadt. © Hartmann
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5 / 17Die „Teilnehmer“ des „ersten internationalen Trommler-Wettbewerb z´ Oberdorf“ machten mit wilden Rhythmen so mancher Guggenmusik Konkurrenz. © Hartmann
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6 / 17Die „Teilnehmer“ des „ersten internationalen Trommler-Wettbewerb z´ Oberdorf“ machten mit wilden Rhythmen so mancher Guggenmusik Konkurrenz. © Hartmann
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7 / 17Die „Teilnehmer“ des „ersten internationalen Trommler-Wettbewerb z´ Oberdorf“ machten mit wilden Rhythmen so mancher Guggenmusik Konkurrenz. © Hartmann
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8 / 17Bei den „Siacha“ gab es teuflische Aussichten auf Marktoberdorf. © Hartmann
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9 / 17Die Fasnachter unterhielten den vollbesetzten Veranstaltungssaal des Modeons aufs Beste. © Hartmann
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10 / 17Putzfrau „Fatma“ alias Vanessa Puttner wagte einen Blick über den Zaun in die USA. © Hartmann
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11 / 17Die „Klobunzeles“ verzauberten das Publikum mit einer märchenhaften Schwebebalkennummer. © Hartmann
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12 / 17Die „Klobunzeles“ verzauberten das Publikum mit einer märchenhaften Schwebebalkennummer. © Hartmann
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13 / 17Im städtischen Bauamt wurde per Glücksrad über die Wartezeiten der Bauanträge bestimmt. © Hartmann
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14 / 17Das Shopping-Queen Mobil fährt mit Oberdorfer Schönheiten vor, die sich farbtechnisch dem neuen Vario-Grün angepasst hatten. © Hartmann
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15 / 17Shopping-Queen mit den „Versprechern“ unter dem Motto „Kreiere dein Outfit rund um deinen Vario“. © Hartmann
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16 / 17Die „Hells Angels“ vollzogen eine musikalische Wandlung vom „Highway to Hell“ zu engelsgleichen „Sängerburschen“. © Hartmann
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17 / 17Urgesteine auf den Oberdorfer Bühnenbrettern: Die „Kneischter“. © Hartmann

Wenn ganz Oberdorf auf den Beinen ist – sei es auf der Bühne oder im Publikum – dann ist wieder Oberdorfer Fasnacht. Mit fast 200 Mitwirkenden aus Markt­oberdorf und Umgebung war auch in diesem Jahr wieder ein Aufgebot bestellt, das seinesgleichen suchte. Musikalisch umrahmt von der Showband Voice gelang es den Fasnachtern, das Publikum mit einem abwechslungs- und geistreichen Abendprogramm zu begeistern.

Die bis in die Antike zurückreichende Tradition der närrischen Kritik an den Obrigkeiten wird bis heute von den Oberdorfer Fasnachtern lebendig gehalten. In Falco-Gedächtnismanier gingen in der Rahmenhandlung daher auch die Kommissare um, um so manches, was in Markt­oberdorf und Umgebung nicht ganz rund läuft, aufzudecken und dem Publikum auf nicht ganz ernst gemeinte Art „den Spiegel vorzuhalten“.

Neben dem Sparkurs der Stadt, dem Dauerbrenner Innenstadtbelebung und der Absenkung der Wassertemperatur im städtischen Hallenbad, wurden auch die eingelagerten Pflastersteine aus einem auf Eis gelegten Bauprojekt in der westlichen Georg-Fischer-Straße, die kürzlich für Aufsehen gesorgt hatten, bedacht. „Keiner will´s gewesen sein“, monierte Putzfrau Fatma und auch der Frage, wie man die überzähligen Steine nun wieder loswerde, wurde gleich in mehreren Sketchen nachgegangen. 

Daneben sorgte das derzeit entstehende Wellnesshotel am Rande der Stadt in dem Stück „Tierisch gut – Tiere übernehmen das Hotel“ für Gesprächsstoff. Dort fanden sich sämtliche obdachlos gewordene Tiere der Stadt ein – unter anderem die Gummistiefel tragenden Unken aus der „Hubert Schmid Grube“ und ein Vogel, der sich in einem der nicht gebauten Windräder verfangen hatte. So heimsten die Darsteller so manchen Lacher auf Kosten der Lokalpolitik ein. 

Das derzeit allesbeherrschende globale Thema der Präsidentschaft Trumps durfte da natürlich ebenfalls nicht fehlen und wurde auf verschiedene Weise aufgegriffen. Die Mitarbeiter des städtischen Bauamts – hervorragend gespielt von Sabine Sprich und Tobias Guggemos – fragten bei Präsidenten­gattin Melania Trump gar an, ob es möglich sei, ein paar Kilometer des trumpschen Grenzzauns zu erhalten, um die Stadt vor den Kaufbeurern abzuschirmen. 

Die Klobunzeles verzauberten mit ihrer märchenhaft anmutenden Showeinlage nicht nur zwei vorbeikommende Wanderer, sondern auch das staunende Publikum und auch altbekannte Urgesteine der Oberdorfer Theaterbühne wie die „Kneischter“ oder die „Altfasnachter“ verstanden es, zu unterhalten. 

So stimmte es nicht verwunderlich, dass das Publikum die Darsteller mit Standing Ovations aus der ersten Vorstellung entließ. Weitere Vorstellungen folgen in den kommenden Tagen.

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