Skater nicht "einmauern"

Gerade erst feierte Deutschland den Mauerfall vor 20 Jahren: „Da wollen wir keine neue Mauer aufbauen“, sagte Wolfgang Hannig (SPD) in der jüngsten Stadtratssitzung in Bezug auf den Skaterplatz im Marktoberdorfer Schulzentrum. Mehrheitlich lehnten die Räte ab, dort eine Lärmschutz- wand zu errichten.

Anlass für die Diskussion um den Skaterplatz waren Beschwerden von Anliegern aus der Iglauer Straße. Diese klagten über großen Lärm, den die jungen Skater bei ihren abendlichen Partys dort verursachten. Gerade in lauen Sommernächten gehe dort ab 22 bis zirca 23.30 Uhr der Punk ab. Den Beschwerden zufolge fahren die jungen Leute mit ihren Pkw – die Autoradios voll aufgedreht – an den Skaterplatz. Autotüren würden laut auf- und zugeschlagen und dann bis spät in die Nacht dort lautstark gefeiert. Die Stadt ließ daraufhin eine schalltechnische Untersuchung mit Messungen vor Ort durchführen: Die Ergebnisse lagen jedoch weit unter den zulässigen Emissionswerten. Wie Stadtbaumeister Peter Münsch in der Stadtratssitzung erläuterte, sei deshalb ein Schallschutz dort rechtlich nicht erforderlich. Wegen der Anwohnerbeschwerden wurde im Stadtrat dennoch darüber diskutiert, ob ein Lärmschutz am Skaterplatz Sinn macht. Laut Münsch wäre eine 4,5 Meter hohe Wand nötig, um ausreichend Lärmschutz zu schaffen. Kosten: geschätzte 50000 Euro. Eine solche Ausgabe komme gar nicht in Frage, waren sich Stadtbaumeister und Stadtratsmehrheit einig: Betroffen vom Lärm seien nur zwei oder drei Familien. Zudem wohnten die Betroffenen in einem Gewerbegebiet: Wer in so einem Gebiet baut, müsse mit Lärmbelästigung rechnen, hieß es im Stadtrat. Wenn die Jugendlichen schon in einem Gewerbegebiet nicht skaten und feiern dürften, „wo denn dann?“, gaben manche Räte, unter anderem Markus Singer (CSU) und Jugendbeauftragte Dr. Andrea Weinhart (FW), zu bedenken. Zitat Singer: „Es gibt so viel miese Laune in diesem Land.“ Da sei er froh, dass wenigstens die Marktoberdorfer Jugendlichen „immer einen Grund zum Feiern haben“. Dennoch appellierte Weinhart an die Skater, aus Rücksichtnahme Lärm zu vermeiden.

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