Smartphone statt Geldbörse

Parkgebühren zahlen in Kaufbeuren künftig auch mit Handy möglich

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Parkgebühr mit Smartphone oder Karte: Der Ausschuss will die Technik und die Sicherheitsaspekte prüfen lassen.

Kaufbeuren – Die Stadt Kaufbeuren möchte allen autofahrenden Nutzern der Altstadt das mühsame Suchen nach den Parkmünzen oder – mangels Münze und Parken ohne Schein – das allseits bekannte „Knöllchen“ ersparen. Denn die Bezahlung soll nach dem Willen der Stadt künftig auch mit einem Smartphone möglich sein.

Zumal ein großer Teil der Bevölkerung im Besitz eines solchen Gerätes ist, welches auch computerähnliche Funktionen besitzt. In anderen Ländern ist die Bezahlung auf diesem Wege schon deutlich stärker ausgeprägt als in Deutschland. Doch auch hier gibt es, wie so oft, zwei Seiten einer Medaille.

Für das bargeldlose Bezahlen hatte Bruno Dangel als Leiter des Ordnungsamtes dem Verwaltungsausschuss auch die Möglichkeit mit einer EC-Karte vorgestellt. Dies erweise sich jedoch als unwirtschaftlich, so Dangel, da die Ausrüstung der sieben Parkscheinautomaten mit Kartenlesern rund 23.000 Euro kosten würde. Zudem müssten nach Auskunft der für die Parkuhren zuständigen Firma ght GmbH die Lesegräte aus Sicherheitsgründen alle fünf Jahre ausgewechselt werden. „Der Aufwand lohnt sich nicht“, sagte Dangel und machte dies an einem Beispiel aus Kempten deutlich: Dort lag der Prozentsatz der bargeldlosen Zahlungen drei Monate nach der Einführung mit der EC-Karte bei 0,6 Prozent.

NFC und Smartphone-App

Oliver Schill (Grüne) machte den Vorschlag, zu prüfen, ob nicht die mittlerweile auf dem Vormarsch befindliche Nahfeldkommunikation (engl.: NFC =Near Field Communication) implementiert werden könne. Einige Kredit- und Girokarten haben einen solchen NFC-Chip, der berührungslos bargeldlose Zahlungen kleinerer Beträge über geringe Abstände ermöglicht. Fahrscheinautomaten der Deutschen Bahn und auch Supermärkte bieten diese Möglichkeit der Bezahlung ohne Unterschrift oder PIN-Eingabe an.

Das Bezahlen mit dem Handy funktioniert ähnlich. Wie Dangel erläuterte, bietet die schwedische Parkster Group in Zusammenarbeit mit der Firma ght ein spezielles Programm (App) an, das mittels Anleitung am Parkscheinautomaten heruntergeladen werden kann. Der Parkschein kann in der App im Rahmen der zulässigen Höchstparkdauer verlängert oder beendet werden. Die Abrechnung der Parkgebühren mit der Stadt erfolgt monatlich durch ght. Das Unternehmen erhält dafür zehn Prozent der Einnahmen als Servicegebühr. Ein nennenswert zusätzlicher Aufwand entsteht laut Dangel nicht, da das System mit dem eigenen Parküberwachungssystem kompatibel ist.

Sicherheit im Fokus

Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Stefan Bosse wurde das Thema einstimmig verschoben. Es soll geprüft werden, ob die Einrüstung der NFC-Technik für Karten seitens der Firma möglich ist und die Stellungnahme des Datenschutzbeauftragten eingeholt werden. Denn die Datensicherheit ist ein Thema, da Kartennummer und Ablaufdatum der Kreditkarten nicht verschlüsselt und deshalb im Klartext gefunkt werden. Beispiele für die missbräuchliche Nutzung bei Bestellungen im Internet wurden in den Medien bereits vor längerem kommuniziert.

Einstimmigkeit gab es auch bei der Änderung der Parkgebührenordnung. Im letzten Jahr war die Gültigkeit des Nachttarifs von 7 Uhr auf 8 Uhr verlängert worden. Dies hatte zu erheblichen Problemen und zahlreiche Beschwerden in der Bevölkerung geführt, da Parker, die morgens kurz vor 8 Uhr ein Ticket lösten, für einen Euro nur wenige Minuten Parkzeit erhielten. Eine Änderung der Software durch die Herstellerfirma war trotz aller Versuche nicht möglich. Um das Problem weitgehend zu entschärfen, ist das Ende des Nachttarifs jetzt auf 7.30 Uhr vorverlegt worden.

von Wolfgang Becker

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