Finanzminister Markus Söder stellt in Kaufbeuren Details zur Behördenverlagerung vor

"Das Ministerium hat Wort gehalten"

Die „Würfel sind gefallen“ bei der Behördenverlagerung, und das zu Gunsten Kaufbeurens: Eine Auswahl echter „Neugablonzer Würfel“ überreichte deshalb OB Stefan Bosse Minister Söder als Überbringer froher Nachrichten.

Kaufbeuren – Normalerweise wird in einem Finanzamt ja eher etwas weggenommen – heute aber haben wir was zu geben“, scherzte Heimatminister Markus Söder am Freitag bei seinem Besuch in Kaufbeuren. Im Gepäck hatte der Heimatminister tatsächlich gute Nachrichten. „Sehr zügig“ werde es jetzt gehen mit der angekündigten Behördenverlagerung und den zusätzlichen Studierenden an der Finanzhochschule (wir berichteten).

Schon im Oktober diesen Jahres sollen die neue Studenten kommen. An den Zahlen hat sich zwar nichts geändert, seitdem im März Söder im Rahmen der „Heimatstrategie“ die geplanten Behördenverlagerungen bekannt gab. Insgesamt 116 Beschäftigte am neuen Abrechnungszentrum Arbeitnehmer Süd des Bayerischen Landesamtes für Finanzen, der Eingabestelle „Bayern Direkt“ der Bayerischen Staatskanzlei, dem „BayernLab“ und 70 neue Studenten für die Finanzhochschule. Dafür konnte Söder diesmal verkünden, es werde nun schnell gehen mit den Verlagerungen. „Kein Versprechen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag“, so Söder. Der Minister hatte sich für seine Bekanntgabe der Heimatstrategie und den konkreten Infos zur Behördenverlagerung einen guten Moment ausgesucht – war doch kürzlich bekannt geworden, dass die Flugsicherungsausbildung am Fliegerhorst nun in Kaufbeuren verbleibt. Ein weiterer wichtiger Baustein zum Ausgleich für den Bundeswehr-Abzug. 

Zufrieden geben will man sich in Kaufbeuren aber mit dem bisher erreichten nicht: Bosse hat als nächsten Schritt die Fördersätze für die Konversionskommunen im Blick. Bessere finanzielle Unterstützung als bisher erhofft sich der OB zum Beispiel bei einem der Dauerbrenner-Projekte Kaufbeurens, der Osttangente, oder auch bei der Sanierung des Gymnasiums. Bis zu 80 Prozent Zuschüsse seien hier möglich, richtete Bosse seine Bitte um weitere Unterstützung an den Minister. Bernhard Pohl (FW) mahnte, man sei noch lange nicht am Ziel, erkannte aber an: „Das Ministerium hat bei der Behördenvelagerung Wort gehalten“.

"Kaufbeuren muss Zentrum bleiben" 

Söder betonte seinerseits, Kaufbeuren müsse „eines der Zentren im Allgäu bleiben“. Mit 50 Beschäftigten aus München und 50 aus Ingolstadt werde das hiesige zukünftige Abrechnungszentrum besetzt, es werde aber zukünftig auch angestrebt, Stellen regional zu besetzen. Gekümmert wird sich am neuen Zentrum um Abrechnungen von Bezügen, Lohnsteuer, Sozialversicherung und Urlaubsabgeltungen. Mit der zentralen Eingabestelle der Staatsregierung dagegen, die sich zukünftig in Kaufbeuren befindet, lande „jeder, der sich über Horst Seehofer, Franz Pschierer oder mich beschweren will, künftig in Kaufbeuren“, scherzte Söder – auch „Lob“ werde aber natürlich gerne entgegengenommen. Dass sich aufgrund der zunehmenden Automatisierung die Kaufbeurer Stellen langfristig wieder reduzieren, diese Gefahr sieht Söder nicht: Sollten Stellen wegfallen, würden andere Bereiche ausgebaut. 

Besuch bei Sensortechnik Wiedemann 

Im Rahmen seines Besuches weilte der Minister auch als Gast bei „Sensortechnik Wiedemann“ (STW) in Kaufbeuren. Das Unternehmen feierte das 30-jährige Firmenjubiläum. Söder dankte der Familie, aber insbesondere den Mitarbeitern des mittelständischen Familienunternehmens für ihre Aufbauarbeit von der Gründung bis zur weltweit agierenden Firmengruppe. „Mittelständische Betriebe haben große Herausforderungen zu bewältigen“, sagte Söder, „die Mittelständler sind die, die von den Konzernen immer gesagt bekommen: nächstes Jahr neue Idee, halber Preis.“ Das gehe aber nur mit viel Kreativität und STW habe in den letzten 30 Jahren nicht „nur gearbeitet“, sondern immer wieder neue Ideen produziert. Dafür gebühre den Mitarbeitern ein „Dankeschön“. Mehr zum Firmenjubiläum in der nächsten Ausgabe. von Michaela Frisch/Wolfgang Becker

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