"Ab sofort freie Fahrt"

Ein klein bisschen wie der US-Präsident Barack Obama sollen die 78 GesellInnen sein, die vergangene Woche im Kolpingsaal in Kaufbeuren von der Kreishandwerkerschaft Kaufbeuren freigesprochen wurden, wenn es nach Robert Klauer, Kreishandwerksmeister, geht. Mit diesen Worten appellierte Klauer an die Jugendlichen, dass sie nicht nur „positives Flair“ verbreiten sollen, sondern dass sie auch aktive Entscheidungsträger sein sollen.

Bevor der Vizepräsident der Handwerkskammer für Schwaben, Jürgen Schmid, die 78 Jugendlichen freisprach, betonte er in seiner Rede, dass der erreichte Abschluss „mit einem 'Vorfahrts- schild' gleichzusetzten“ sei, welches den GesellInnen anzeige „ab sofort freie Fahrt“. Als positives Signal sieht Schmid auch die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung den Hochschulzugang „entscheidend zu lockern“, denn damit haben nun GesellInnen die Möglichkeit, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen, zu studieren. Damit würde ein „klares Bekenntnis zur Wertigkeit einer gewerblichen Ausbildung“ gesetzt werden, ist sich Schmid sicher. Dass das Lernen mit der bestandenen Gesellenprüfung noch nicht vorbei ist, verdeutlichte Gerhard Bucher, 2. Bürgermeister Kaufbeuren, mit den Worten: „Das Leben ist ein ständiges lernen“. Aber auch von der Wirtschaftskrise sollen sich die Jugendlichen nicht verunsichern lassen, war von allen Rednern des Abends zu hören. „Wenn wir nur jammern, kommen wir nicht weiter. Denken sie zuversichtlich“, verlangte Bucher von den 78 ehemaligen Lehrlingen. Zu mehr Selbstbewusstsein forderte der Schulleiter der Berufsschule Kaufbeuren, Meinrad Stöhr, seine ehemaligen Schützlinge auf. Er präsentierte eine Tafel, die ein unbekannter Schüler, mit den Worten „Ich bin HandWERker“ beschriftet hatte. Drei Prüfungsbeste konnte Klauer an diesem Abend auszeichnen. Assistiert hat ihm dabei sein neuer Stellvertreter, Reinhold Eichtler. Ausgezeichnet wurden: Bastian Geppert, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, der bei der Firma Kreativ Keramik Eric Pfund e.K. Kaufbeuren gelernt hat, Thomas Bayrhof, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der seine Ausbildung bei der Ingenieur Sauer GmbH in Marktoberdorf absolvierte und Alexander Bär, Feinwerkmechaniker, Schwerpunkt Werkzeugbau, der bei der Klaus Baier GmbH & Co. KG gelernt hat. Ebenfalls an dem Abend wurden von der Kaufbeurer Stiftung „Haus des Handwerks“ sechs junge Männer ausgezeichnet, die in „ihrer beruflichen Laufbahn schon mehr erreicht haben“, wie Klauer sagte. Die Stiftung ist regional verankert und fördert im Raum Kaufbeuren/Ostallgäu. Ausgezeichnet wurden: Philipp Markthaler (Kaufbeuren), der seine Prüfung zum Betriebswirt des Handwerks mit der Note eins abgeschlossen hat; Matthias Klaus (Bernbeuren), erster Landessieger des praktischen Leistungswettbewerbs 2008 im Druckerhandwerk; Josef Moser (Aitrang), erster Landessieger des praktischen Leis- tungswettbewerbs 2008 im Bereich Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Benjamin Scheiber (Breitenwang), der ebenfalls erster Landessieger wurde, aber im Bereich Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk. Als Anerkennung erhielten sie jeweils 250 Euro. Weitere 500 Euro vergibt die Stiftung, wenn sie sich verpflichten, den Meister zu machen. Ebenfalls wurden Andreas Högg (Nesselwang), zweiter Landessieger des praktischen Leistungswettbewerbs 2008 im Bereich Schneidwerkzeugmechanikerhandwerk, und Norbert Immler (Seeg), ebenfalls zweiter Landessieger im Bereich Feinwerkmechaniker, ausgezeichnet. Dafür gab es jeweils 200 Euro und ebenfalls 500 Euro, wenn der Meister angestrebt wird.

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