Soziale Arbeit in Pandemiezeiten

Miteinander gestärkt durch Familienstützpunkt und Seniorenkonzept

„Keine leichten Jahre für die Familienbildung“ nannte die Leiterin des Obergünzburger Familienstützpunktes Martina Fischer die vergangenen beiden Coronajahre.
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„Keine leichten Jahre für die Familienbildung“ nannte die Leiterin des Obergünzburger Familienstützpunktes Martina Fischer die vergangenen beiden Coronajahre.

Obergünzburg – Der Familienstützpunkt Obergünzburg ist im Landkreis Ostallgäu der bekannteste und auch am meisten genutzte. Das hat eine Onlinebestandserhebung ergeben. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates Obergünzburg bekannt.

Für den Familienstützpunkt Obergünzburg stellte Martina Fischer dessen Aktivitäten in den abgelaufenen Jahren 2020 und 2021 den Markträten vor. Dabei stellte sie die Ergebnisse einer Onlinebestandserhebung Ende 2019 im gesamten Landkreis vor. Demnach war der Familienstützpunkt Obergünzburg unter den vier Stützpunkten im Landkreis (außerdem in Marktoberdorf, Füssen und Buchloe) der bekannteste. Er stand auch anteilsmäßig mit mehr als 28 Prozent an der Spitze der regelmäßigen Nutzer nach Gemeinden. Ebenso fanden auch in Obergünzburg mit 56 die meisten Angebote statt.

Immer präsent

„Rückblickend waren auch die Pandemiejahre 2020 und 2021 keine leichten Jahre für die Familienbildung“, erinnerte sich Leiterin Martina Fischer. Dennoch waren die Mitarbeiter durchgehend präsent für die Familien und hielten auch weitestgehend am bestehenden Programm fest. Allerdings habe der Familienstützpunkt die Kursanzahl massiv reduzieren und immer wieder schnell auf Änderungen der Coronabestimmungen reagieren müssen. Dabei fehlten anfangs Rahmenhygienekonzepte für den Bereich Familienbildung von Seiten der Ministerien und gleichzeitig lagen unterschiedliche Hygienekonzepte von Kooperationspartnern vor.

Seit April 2020 Online-Angebote

Zunehmend gab es dann ab April 2020 verschiedene Angebote von Online-Programmen wie Babymassage-Kurse oder einen Workshop Babyschlaf. Verschiedene Vorträge und Koch- und Ernährungskurse folgten gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Daneben setzten die Verantwortlichen aber immer wieder auf Zusatz-Aktionen, um den Kontakt zu den Familien zu halten. Beispiele waren die Kreidemal-Aktion zum Weltkindertag 2020, die Weihnachtsaktion 20/21 und die Gemeinschaftsaktionen „Waldentdecker“ und „Wasserentdecker“ 2021.

Für dieses Jahr hat sich der Stützpunkt den Wiederaufbau der bisherigen Ziel- und Personengruppen vorgenommen, wobei das Online-Angebot beibehalten werden soll. Martina Fischer bedankte sich für die gute und wertvolle Zusammenarbeit mit dem Markt Obergünzburg und kündigte für Ende Mai ein neues, befristetes Angebot für ukrainische Familien mit einem Kreativ-Angebot für Kinder an.

Offene Seniorenarbeit

Dass sich der Markt Obergünzburg auch um seine älteren Bürger kümmert, zeigte der Tätigkeitsbericht zu Projekten der offenen Seniorenarbeit. Das Programm zur Unterstützung im Alltag heißt „AUA’s“. Mit drei Sozialpädagoginnen und einem ehrenamtlichen Helferkreis von bis zu 56 zertifizierten Helfern werden rund 60 Kunden betreut. Die Helfer wurden als Alltagsbegleiter, Demenzbegleiter oder Pflegebegleiter geschult.

Nachbarschaftshilfe

Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe werden in Obergünzburg, Günzach und Untrasried Senioren täglich mit bis zu 40 Essen des Seniorenheims versorgt, in Ebersbach und Ronsberg mit bis zu 20 Essen von der Gfällmühle aus. Daneben gibt es auch Betreuung bei Fahrten zum Arzt oder zum Einkauf oder bei Hilfe im Garten.

„BAGSO“-Projekt

Im Rahmen eines begleiteten Projektes der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren Organisationen BAGSO will die Gemeinde die bisherigen Aktivitäten als Pilotkommune vertiefen. Hier wird an drei Ideen für Senioren gearbeitet: einem wöchentlichen „Ratschspaziergang“ für Senioren, einem Mehrgenerationenspielplatz mit Sitzbänken und Geräten sowie an der Aufstellung von Mitfahrbänken. Durch das Platznehmen auf dieser Bank signalisieren die Wartenden, dass sie auf eine spontane, kostenlose Mitfahrgelegenheit im Pkw zu einem bestimmten Ziel hoffen. Auf diese Weise soll die Mobilität von Menschen ohne Auto (Jugendliche und Ältere) verbessert und auch Ortsteile besser miteinander verbunden werden.

Wolfgang G. Krusche

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